Nach einer verkorksten Saison träumen die Werder-Fans weiterhin von einer Rückkehr ihres Ex-Kapitäns Max Kruse. Der 32-Jährige hatte bereits vor einigen Wochen angekündigt, nach seiner Vertragskündigung bei Fenerbahce Istanbul wieder in der Bundesliga kicken zu wollen. Aber darf man sich in Bremen überhaupt Hoffnungen machen? Ein Überblick des Status quo.


Die Medien spekulierten zuletzt über ein großes Interesse aus Union Berlin. In konkreten Vertragsverhandlungen befindet sich Kruse derzeit aber nicht. Stattdessen lässt er auf Ibiza die Seele baumeln, gab - wie so häufig - Eindrücke via Instagram und beantwortete einige Fragen seiner Fans.


Darunter natürlich auch die Frage nach seiner sportlichen Zukunft. "Es ist noch nichts entschieden. Ich muss mich wohlfühlen und das richtige Bauchgefühl haben", ließ er seine Zukunft weiter offen.


"Ist das ein Versprechen?", fragte Kruse zudem einen Fan, der ihm als Gegenleistung ein Tattoo seines Gesichts auf der Brust in Aussicht stellt, sofern er sich für Werder entscheidet.


Werder bei Kruse weiterhin passiv


Werder selbst hat sich lauf Informationen der BILD allerdings noch gar nicht mit einer Rückhol-Aktion beschäftigt. Grund dafür seien die vielen Unklarheiten im Bremer Kader. Die potenziellen Abgänge der Bremer Leistungsträger Milot Rashica und Davy Klaassen würden jedoch genügend Geld in die Kassen spülen, um das stattliche Gehalt des einstigen Nationalspielers bezahlen zu können.


Ein Comeback sei zwar noch nicht vom Tisch, dennoch gebe es drei gute Gründe, warum Frank Baumann im Fall Max Kruse noch grübelt und zögert:


  1. Das Geld: Obwohl Kruse bereits angekündigt hatte, das Finanzielle spiele bei seinem künftigen Arbeitgeber keine allzu große Rolle, müssten die Bremer eine gehörige Summe Gehalt an ihn abdrücken. Kruse war in der Türkei Großverdiener (2,5 Mio. Euro netto) und möchte dies sicherlich auch trotz einiger Einbußen bleiben. Zum Sparkurs der Grün-Weißen würde das sicher nicht passen.
  2. Die Fitness: Schaut man auf Claudio Pizarro, so gibt es da sicherlich keine Bedenken. Dennoch: Mit 32 Jahren ist Kruse definitiv nicht mehr der jüngste. Fraglich also, ob er fit genug ist für einen erneuten, harten Abstiegskampf am Osterdeich. In der Vergangenheit fiel er schon häufiger mit Fitness-Problemen auf, kam im Sommer gerne mal mit 5,6 Kilo Überschuss im Gepäck wieder.
  3. Der Ehrgeiz: Hat Kruse überhaupt noch Lust auf den besagten, harten Abstiegskampf? Europa-Träume sind in Bremen passé. In der kommenden Saison geht es mit einem qualitativ geschmälerten Kader erst einmal nur ums nackte Überleben.


Rechtliche Situation in Istanbul noch offen


Bevor der Angreifer aber überhaupt in die Bundesliga wechseln kann, müssen seine Anwälte die Situation bei Fenerbahce klären. Während der Spieler aufgrund seiner berechtigten Vertragsauflösung darauf hofft, ablösefrei zu sein, möchten die Türken gerne noch Geld für ihren ehemaligen Schützling erhalten.


7 Tore, 7 Vorlagen: Für Fenerbahce lief Kruse 20 Mal in der Süper Lig auf

Sofern der erfahrene Routinier tatsächlich zum Nulltarif wechseln darf, wäre er an der Weser sicherlich die optimale Option der verjüngten Mannschaft als Führungsspieler mit seiner Kreativität und Kaltschnäuzigkeit unter die Arme zu greifen.


Kruse, der Medienfuchs


Ob es im Endeffekt tatsächlich Union, Werder oder doch ein ganz anderer Klub wird, bleibt natürlich offen. Kruse liebt es, mit den Medien zu spielen. Zuletzt nutzte er die vermeintlichen Wechselgerüchte zum VfB Stuttgart erfolgreich und zum guten Zweck als PR-Gag.


Bei seiner Agentur EMG Mundial herrschen klare Regeln in Sachen Medien. Einige Zeitungen meidet Kruse konsequent, für Interviews steht er nur selten bereit. Die wichtigsten Informationen gibt es immer zuerst auf seinem Instagram-Account.