Exklusiv - Drei Jahre lang lief Marco Fabian für Eintracht Frankfurt auf und mauserte sich in dieser Zeit nicht nur zum Publikumsliebling bei den Adlern, sondern gewann mit ihnen auch den DFB-Pokal. Im Gespräch mit 90min blickt Fabian auf seine Zeit bei der SGE zurück und verrät, wie es aktuell bei ihm aussieht.


Im Januar 2016 wechselte Fabian für 3,7 Millionen Euro aus seiner mexikanischen Heimat in die deutsche Bankenmetropole. Insgesamt drei Jahre lang lief der Mittelfeldspieler für die SGE auf - in insgesamt 50 Pflichtspieleinsätzen im Frankfurter Trikot gelangen ihm acht Tore und sieben Vorlagen.


Doch sein Start bei der SGE war schwierig, schließlich befand sich die Eintracht während der Ankunft des Mexikaners in akuter Abstiegsgefahr. So kam es, dass nur zwei Monate nach Fabians Wechsel bereits der Trainer getauscht wurde: Niko Kovac übernahm das Amt von Armin Veh und führte die Frankfurter letztlich zum Klassenerhalt.


Fabian über Kovac: "Hat das Beste in mir zum Vorschein gebracht"


In der darauffolgenden Saison entwickelte sich die SGE unter Kovacs Führung weiter und landete im gesicherten Mittelfeld. Vor allem für Fabian war die Spielzeit 16/17 mit elf Scorerpunkten eine äußerst erfolgreiche. "Nachdem Kovac in Frankfurt angekommen war, haben wir uns verbessert", schwärmt Fabian im Gespräch mit 90min. "Er hat das Beste in mir zum Vorschein gebracht. Ich bin regelrecht geflogen. Ich habe mich körperlich sehr gut gefühlt und viele Minuten gespielt. In dieser Saison 16/17 war ich als Mittelfeldspieler der beste Torschütze unseres Teams. Und ich habe es genossen, ich fühlte mich immer besser und besser."


Fabian schwärmt von Kovac

Die darauffolgende Saison war aus Vereinssicht sogar noch erfolgreicher: In einem denkwürdigen Finale gegen den FC Bayern gewann die SGE den DFB-Pokal - auch in der Liga kämpfte man bis zum Saisonende um die internationalen Plätze. Fabian konnte jedoch erst im Endspurt der Saison wieder eingreifen. "Nach meiner starken Saison folgte ein großer Sturz, die größte Verletzung, die ich in meiner Karriere hatte: eine Rückenoperation wegen eines Leistenbruchs, die mich etwa neun Monate lang draußen hielt. Ich habe praktisch eine ganze Saison verpasst", klagt der 43-fache Nationalspieler Mexikos.


Diese drei Jahre, die ich in Deutschland verbracht habe, waren die besten Jahre meiner Karriere.

"Ich wollte zurückgehen und der Mannschaft helfen und zumindest den Pokal gut beenden. Und gleichzeitig hatte ich die Weltmeisterschaft 2018 vor Augen, also musste ich gut zurückkommen, und das habe ich glücklicherweise getan", so Fabian, der sogar noch seinen Teil zum Triumph beitragen konnte: "Ich habe das Halbfinale und das Finale gegen Bayern München gespielt, in dem wir Geschichte geschrieben haben - was dort erreicht wurde, war sehr schön. Diese drei Jahre, die ich in Deutschland verbracht habe, waren die besten Jahre meiner Karriere."


Nach dem Pokalsieg wechselte Kovac jedoch bekanntlich zum FC Bayern - und auch die Zeit von Marco Fabian neigte sich in Frankfurt dem Ende entgegen. Mit dem Abschied des Erfolgstrainers hing das jedoch nicht zusammen. "Kovacs Abschied war wunderbar. Er ging wie der Held, der uns zum Champion gemacht hat. Und deshalb trainierte er darauf eine der besten Mannschaften der Welt. Ein solches Angebot kann man unmöglich ablehnen. Er hat es verdient", lobt Fabian. "Mein Abschied von der Eintracht hatte nichts mit Nico Kovac zu tun, er hat einige beeindruckende Dinge aus mir herausgeholt, aber mein Abschied war wegen einer Vertragsfrage. Mein Vertrag lief demnächst aus und ich wollte einen Tapetenwechsel."


Fabian erklärt gescheiterten Fenerbahce-Wechsel


Im Sommer 2018, nach dem Pokalsieg, stand Fabian daher kurz vor einem Wechsel zu Fenerbahce Istanbul. Die Verhandlungen waren eigentlich abgeschlossen gewesen, der Deal war quasi beschlossene Sache. Doch plötzlich platzte der Transfer - warum? Der 30-Jährige klärt auf: "Ich hatte einige Probleme mit Fenerbahce, und wegen einiger Vertragsangelegenheiten beschloss ich, nicht zu bleiben und zurück nach Deutschland zu gehen."


Nach dem geplatzten Türkei-Wechsel hatte es der Mexikaner bei der SGE aber schwer: "In Frankfurt war ein neuer Trainer [Adi Hütter, Anm.], und sie hatten ihre Kaderplanung begonnen, ohne mich zu berücksichtigen. Sie verpflichteten einen anderen Spieler auf meiner Position, ich überließ die Nummer (10) meines Trikots einem anderen Spieler. Sie zählten nicht auf mich. Ich hatte diese Probleme mit Fenerbahce auch nicht erwartet und als ich die Türkei verließ, hatte ich noch sechs Monate Vertrag in Frankfurt, so dass ich zurückkehren konnte. Der Klub empfing mich zurück. Fredi Bobic sagte mir: 'Das ist natürlich dein Zuhause, komm zurück!' Aber es war sehr schwierig zurückzukommen, weil sie eine andere Mannschaft geplant hatten, sodass der neue Trainer nicht mehr auf mich zählte und ich verstand es. Es waren drei oder vier Monate, als mein Vertrag [im Winter 2019, Anm.] endete und ich beschloss, zu gehen. Dann kam ein gutes Angebot, und ich beschloss, etwas Neues auszuprobieren, nämlich in die MLS zu gehen."


In der MLS lief Fabian ein Jahr lang für Philadelphia Union auf und konnte mit acht Treffern und einem Assist durchaus überzeugen. Doch im Winter 2020 wollte der Mittelfeldspieler ein weiteres Abenteuer ausprobieren und wechselte nach Katar zu Al-Sadd. Für die Katari kam der 30-Jährige in einem halben Jahr allerdings nur auf drei Einsätze, seit diesem Sommer ist er ohne Verein.


Fabian bestätigt Angebote aus Deutschland


Wie es für ihn jetzt weitergeht, weiß Fabian noch nicht. Kann er sich eine Rückkehr nach Deutschland vorstellen? "Ob ich zurückkomme oder nicht, weiß ich nicht. Ich muss zugeben, dass ich glücklicherweise gute Angebote, gute Optionen habe. Ich könnte auf die andere Seite der Welt gehen oder in eine große Liga zurückkehren, wie die Bundesliga, Serie A oder Spanien. Ich weiß immer noch nicht, in diesen Tagen denke ich ein wenig nach."