Inzwischen hat Manuel Baum auf Schalke seine ersten zwei Wochen hinter sich. Bei seinem Einstand setzt der Trainer vor allem auf die Offensive und wichtige Grundwerte, die er wieder vermehrt einfordern will. Seinen Führungsstil beschreibt er als "situativ".


Ein Trainerwechsel nach dem zweiten Spieltag bedeutet vor allem zwei Dinge: Zum einen muss es eine enorme Krise geben, die keinen Ausweg mehr aufzeigt. Zum anderen ist eine solch drastische Entscheidung zu einem so frühen Zeitpunkt ein klarer Indikator dafür, dass eine Trennung vor der Saisonvorbereitung verschlafen wurde. So oder so: Beim FC Schalke 04 hofft man auf eine positive Entwicklung unter Manuel Baum, der nun zwei Wochen als neuer Trainer im Amt ist.


Eine seiner ersten Amtshandlungen, das erklärte der 41-Jährige im Gespräch mit dem Vereins-Format 'Schalke TV', sei vor allem die Offensive gewesen. So habe sich laut Baum schnell aus den ersten Gesprächen herausgestellt, dass der Glaube, bei etwaigen Gegentoren primär nicht eigene Tore erzielen zu können, in der Mannschaft vorgeherrscht habe: "Dann ist es wichtig, den Offensiv-Bereich in einem ersten Schritt zu aktivieren. Wenn man dann mal ein Gegentor kriegt sagt man 'Mensch, wir haben ja die Qualität'."


Beim Training war die Schalker Offensive ein erster Schwerpunkt für Baum

Dieses Selbstbewusstsein und diesen Mut wiederherzustellen, das wird eine der großen Prioritäten der nächsten Wochen. Dass dieser Glaube nach 19 sieglosen Spielen fehlt, dazu in einer Mannschaft, die auch zuvor nur sehr wenige Torchancen hat erspielen können, ist kein Wunder. "Wir sind ja da, um Spiele zu gewinnen, sprich Tore zu schießen", fasste Baum diese erste konsequente Zielsetzung zusammen.


Baum sieht wichtige Werte als Basis - "situativer" Führungsstil verfolgen


Nebenbei, das hatte der Fußballlehrer bereits am Mittwoch der Sport Bild erklärt, geht es derzeit darum, wichtige Grundtugenden wieder in das eigene Spiel einfließen zu lassen. Dort sprach er von einer Art Wertekompass, im Vereins-Interview erläuterte diese Idee etwas weiter. "Diese Werte sind die Basis für sehr viel", wusste er zu betonen, während er einen bildlichen Vergleich anhand einer Steinmauer zog (den Spielern entsprechend), die auch erst richtig hält und gut wird, wenn sie mit dem Mörtel (den Grundwerten) verbunden wird.


"Vor allem", so Baum weiter, gehe es darum, "was die Schalker sehen wollen": "Das ist eigentlich das Zentrale. Wenn wir hier bei den Heimspielen sind, dass wir uns mit diesen Werten wieder identifizieren, sprich unsere Art und Weise zu dem passt, was die Leute jeweils sehen möchten." Dabei machte er aber auch gleichzeitig klar, dass es sich dabei um Aspekte neben den spielerischen Faktoren handelt: Engagement, Leidenschaft, Leistungsbereitschaft und Teamgeist stehen dabei im Fokus.


Kommunikativ mit "gewisser Distanz": Baum hat klare Prinzipien

Weiter gab er auch zu Protokoll, welchen Führungsstil er bevorzugen möchte. Wichtig sei ihm, als Trainer "eine gewisse Distanz" zu den Spielern zu haben. Für die Mannschaft sei er entweder "Coach" oder "Trainer". "In der Sache hart sein, aber mit den Spielern fair umgehen", so sein grundsätzliches Leitbild.


Ergänzt werde das mit einem Stil, den Baum als "situativ" bezeichnet: "Das ist natürlich abhängig von der Situation, wie gerade der Zustand ist, wie die Spiele laufen, wie es im Training ist. Aber auch sehr aufgabenorientiert - das heißt, die Jungs kriegen klare Aufgaben im Training." Bei solch klaren Zielen sei es schlussendlich ebenfalls einfacher, Fortschritte zu erkennen oder eben auch selbst einzugreifen. Ganz wichtig ist ihm an dieser Stelle auch berechenbar zu bleiben, also ein gewisses Leitbild in der Persönlichkeit zu verfolgen.