Die Hängepartie um Jadon Sancho geht weiter. Bis zur Deadline des BVB sind es nur noch fünf Tage - danach soll ein Transfer des Offensivspielers nicht mehr möglich sein. Laut englischen Medien droht Manchester United mit einem Rückzug. Was steckt dahinter?


In den vergangenen Tagen schien der Wechselpoker um Sancho ein wenig Fahrt aufzunehmen. Von "fortgeschrittenen Gesprächen" (zwischen den Unterhändlern der Klubs) war die Rede, der 20-Jährige selbst soll sich mit den Red Devils ebenfalls einig sein und in Manchester ein Mega-Gehalt verdienen.


Umso überraschender sind die Meldungen, die am Dienstagabend von der Insel zu vernehmen waren. Nahezu jeder englische Reporter, der United nahesteht - egal ob von der BBC, The Athletic, Telegraph oder ESPN -, vermeldete, dass die Engländer mit einem Rückzug aus dem Transferpoker "drohen" und sich gegebenenfalls mit anderen Spielern beschäftigen, sollte der BVB auf seiner Position bei Sancho beharren.


Das Kuriose: Sämtliche Berichte beinhalteten nahezu die identischen Informationen und gingen innerhalb von zwei, drei Minuten raus. Zufall? Eher weniger.


Muskelspiel von United - das gab's auch bei Fernandes und Maguire


Ähnliche Meldungen mit der gleichen Intention hatte es aus der United-Ecke bereits vor den Verpflichtungen von Bruno Fernandes und Harry Maguire gegeben - und wo die beiden Stars heute spielen, wissen wir ja.


Viele Fans vermuten in den sozialen Netzen, dass die Journalisten die Infos direkt von Vereinsverantwortlichen erhalten haben, um in der Öffentlichkeit die Muskeln spielen zu lassen und dem BVB zu zeigen, dass die Red Devils sich nicht alles gefallen lassen und das Pokerspiel ebenfalls gut beherrschen.


Dass United TATSÄCHLICH erwägt, aus dem Sancho-Poker auszusteigen und sich nach anderen Alternativen umzusehen, ist dann doch eher unwahrscheinlich. Das unterstreicht auch Transferexperte Fabrizio Romano, der weiterhin bei seinem Standpunkt bleibt, dass die Gespräche laufen, um Sancho ins Old Trafford zu holen - nur solche Deals brauchen eben ein wenig Zeit. Dazu passt auch die Meldung der Sport Bild, dass Vermittler Marco Lichtsteiner, der in der Branche als exzellent vernetzt gilt, ein gutes Verhältnis zu Michael Zorc hat und bereits beim Dembélé-Deal zu Barça beteiligt war, weiterhin am Transfer von Sancho schraubt.


Fraglich ist nur, ob United mit dieser Art der Berichterstattung überhaupt etwas erreicht und mit dem angedrohten Rückzug die Dortmunder ein wenig unter Zugzwang bringt. Tendenz: Nein!


Schon bei Ousmane Dembélé, Pierre-Emerick Aubameyang und Henrikh Mkhitaryan sahen sich die BVB-Verantwortlichen in der jüngeren Vergangenheit einem zähen Pokerspiel ausgesetzt, an deren Ende sie jeweils eine hübsche Stange Geld rausschlagen konnten und letztlich den Verhandlungstisch doch als Sieger verlassen haben. Erfahrung haben Michael Zorc und Co. somit genug - und ohnehin die besseren Karten in ihrer Hand.


Von dem Muskelzeigen der Engländer am Dienstagabend sollte sich somit kein BVB-Fan aus der Ruhe bringen lassen. Es ist nur das übliche Säbelrasseln, das bei solchen Big Deals einfach dazu gehört.