Der FSV Mainz 05 und der FC Schalke 04 sind jeweils mit zwei Niederlagen in die neue Saison gestartet. Bei beiden Klubs stehen nun schon nach dem zweiten Spieltag die Trainer vor dem Aus, David Wagner und Achim Beierlorzer kamen aber durch unterschiedliche Gründe in diese Lage.


Während Wagner bereits seit einem halben Jahr einen Negativ-Rekord nach dem anderen aufstellt, werden die Ereignisse rund um die Ausbootung von Adam Szalai in der letzten Woche wohl Beierlorzer zum Verhängnis - bezeichnend ist, dass bei beiden die letzten Ergebnisse nur bedingt eine Rolle spielen.


Auch die Klubführungen sind zu hinterfragen - wer trennt sich zuerst?


Wagners Schalke gewann nun saisonübergreifend keines der letzten 18 Spiele und steht nach zwei Spieltagen mit ohne Punkt und mit einem Torverhältnis von 1:11 da - ein historischer Rekordwert. Dabei kann man sehr wohl in München unter die Räder kommen und gegen Bremen mit 1:3 verlieren. Allerdings hat Wagner schlicht keine Argumente mehr, wie schon seit einigen Monaten reiht sich ein Tiefpunkt an den nächsten - nicht nur auf das Ergebnis bezogen.


David Wagner steht schon lange einsam da

Auch spielerisch ist seit langer Zeit kein Fortschritt zu erkennen, auch schafft es das Team, über die volle Spielzeit wenigstens den nötigen Kampf an den Tag zu legen. Wieso Wagner nach der historisch schlechten Rückrunde überhaupt als Trainer in die Vorbereitung ging, ist eine Frage, die man gerne der sportliche Leitung stellen darf. Ebenso ist der Schalker Kader - positiv formuliert - suboptimal zusammengestellt.

Die Abgänge von McKennie und Caligiuri wurden nicht kompensiert, dafür hat man gefühlte elf Stürmer im Kader. Auch hier sind Fehler gemacht worden, die nicht allein auf den Trainer zurückzuführen sind. Die wirtschaftlichen Probleme des Klubs sind ebenso nicht David Wagner anzulasten, da dieser die nun offengelegten Versäumnisse der letzten Jahre nur aus der Ferne betrachten durfte.

Bei Achim Beierlorzer ist es auch nicht die aktuelle Tabellensituation oder die Tatsache, dass man in Leipzig und zu Hause gegen Stuttgart verlor. Hier spielt der Streik der Mannschaft in der letzten Woche die Hauptrolle - das 1:4 gegen einen Aufsteiger war nur die Kirsche auf der Torte.


Achim Beierlorzer scheint die Mannschaft verloren zu haben

In Mainz sorgte besonders der öffentliche Umgang mit dem Streik und die Aussagen nach der wenige Tage später verlorenen Partie gegen den VfB für Kopfschütteln. Wollten Beierlorzer und Manager Schröder auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Stuttgart noch klarstellen, dass es kein Problem zwischen Trainer und Mannschaft gibt, vermied Schröder nach der Partie ein Bekenntnis zu Beierlorzer.

Wie auf Schalke ist in Mainz also nicht nur der Trainer in die Verantwortung zu ziehen, obwohl beide nach dem zweiten Spieltag nicht die beste Figur abgaben. Wagner sprach davon, sich "immer noch als Teil der Lösung" zu sehen, was angesichts der sportlichen Talfahrt seit einigen Monaten etwas weltfremd erscheint. Beierlorzer sah sich beim nächsten Spiel "natürlich" auf der Mainzer Trainerbank, während Manager Schröder in seinen Aussagen nach der Partie eine klare Distanz zu Beierlorzer vermittelten.

So oder so stehen beide Trainer nach nur zwei Spieltagen vor der Entlassung. Wer die Bundesliga in den letzten Jahren verfolgt hat, wird sich weder über den frühen Zeitpunkt wundern, noch überrascht sein, wenn Beierlorzer und Wagner einfach die Teams tauschen.