Das nennt man wohl einen Auftakt nach Maß! Am ersten Spieltag der Champions-League-Gruppenphase fertigte der FC Bayern in der heimischen Allianz Arena Atletico Madrid hochverdient mit 4:0 ab - der Corona-Schock um Serge Gnabry scheint die Münchener nicht allzu sehr beschäftigt zu haben.


Duelle zwischen dem FC Bayern und Atletico waren in den vergangenen Jahren stets zäh und eng: Die letzten vier Begegnungen gewann das jeweilige Heimteam immer mit genau einem Tor Vorsprung; am Mittwochabend sollte diese Serie aber reißen, denn die Münchener ließen den Spaniern, die nicht mal eine schlechte Vorstellung ablieferten, keine Chance.


In der ersten halben Stunde konnte Atletico noch einigermaßen mithalten, zeigte sich gewohnt giftig und zweikampfstark und meldete sich auch immer mal wieder vor dem Tor von Manuel Neuer. Doch der deutsche Rekordmeister ließ sich vom "ekelhaften" Spielstil (keineswegs despektierlich gemeint) der Gäste nicht aus der Ruhe bringen und lauerte geduldig auf seine Chancen.


Nach 28 Minuten war es dann soweit: Joshua Kimmich eroberte in Atleticos Hälfte per Grätsche den Ball, stand sofort auf, sah den in den Sechzehner gestarteten Kingsley Coman und bediente ihn mit einem Traumpass, den auch ein Xavi oder Pirlo besser nicht hätte spielen können. Der Franzose verarbeitete den Ball gekonnt und ließ Oblak im Tor der Spanier mit einem trockenen Abschluss keine Chance - ein überragendes Tor!


Kurz vor dem Pausenpfiff legte der FC Bayern sogar nach: Erneut war eine schnelle Balleroberung dem Angriff vorausgegangen, über Lewandowski landete der Ball bei Coman, der schließlich Goretzka bediente. Der deutsche Nationalspieler fackelte nicht lange und drosch den Ball zum 2:0 in die Maschen - ein perfektes Beispiel für die Willensstärke, die die Münchener in den letzten Wochen und Monaten so sehr auszeichnet und auch an diesem Abend entscheidenden Anteil daran hatte, dass Atletico dem Quadruple-Sieger nicht wirklich gefährlich werden konnte.


Kurz nach der Halbzeit dann der erste (und einzige) Schreckmoment für die Gastgeber: Joao Felix traf per Volleyabnahme ins Münchener Tor - weil der sich im Abseits befindende Luis Suarez aber im Blickfeld von Neuer rumtrieb, wurde dem Treffer völlig zurecht die Anerkennung verweigert. Atletico musste sich spätestens mit dieser Szene eingestehen: 'Es soll wohl heute nicht sein.'


Nach 66. Minuten sorgte Tolisso für das nächste Traumtor des Abends: Der Mittelfeldspieler fasste sich aus 24-25 Metern ein Herz und nagelte das runde Leder in den oberen Giebel von Oblaks Gehäuse - gegen diese Rakete konnte auch Atletis Schlussmann nichts ausrichten. Fünf Minuten später setzte Coman seinen Gegenspieler Felipe aufs Karussell, narrte ihn, bis ihm schwindelig wurde, und schloss dann zum 4:0 ab. Auch bei diesem Treffer konnte man nur mit der Zunge schnalzen.


Danach tat sich nicht mehr allzu viel - Atletico versuchte noch einmal zaghaft, wenigstens den Ehrentreffer zu erzielen, doch Bayerns Abwehr hielt dem letzten kleinen Aufbäumen souverän stand und ließ nichts mehr zu. 4:0 - ein ganz dickes Ausrufezeichen, das die Münchener gegen den ärgsten Konkurrenten in ihrer Gruppe da direkt gesetzt haben.