Am Montag wurde in Spanien berichtet, dass Bayerns Lucas Hernández ausgewählt worden sei, um den bei Paris Saint-German scheidenden Thiago Silva zu ersetzen. Mittlerweile mehren sich die Berichte, dass der gebürtige Franzose tatsächlich ein ganz heißes Thema bei PSG ist - sein Transfer soll oberste Priorität genießen.


Der spanische Radiosender Cadena SER meldete im Verlauf des Montags, dass Lucas Hernández von den Vereinsverantwortlichen bei Paris Saint-German auserkoren wurde, um Thiago Silva zur nächsten Saison zu ersetzen. Der Vertrag des 35-jährigen Brasilianers wird nicht verlängert, wodurch beim französischen Topklub Handlungsbedarf im Abwehrzentrum entsteht.


Ein solcher Bericht sorgt natürlich zunächst für Zweifel, da Hernández erst im vergangenen Sommer zu Bayern München gewechselt ist; und das - es muss dazu erwähnt werden - für stolze 80 Millionen Euro. Nach seiner Innenbandverletzung, die ihn seit Februar 2019 bis in die aktuelle Saison hinein begleitet hat, hat der 24-Jährige noch nicht richtig ins Spiel des FCB gefunden. Auch, weil David Alaba einen starken Innenverteidiger abgibt und Alphonso Davies als Linksverteidiger regelmäßig für Begeisterung sorgt.


Mehr Berichte über PSG-Interesse an Hernández: Komplizierte Verhandlungen mit Bayern


Mittlerweile wurde das Interesse aus Paris von mehreren Seiten bestätigt. Christian Falk, Bayern-Reporter der Sport Bild, erklärte bei Twitter, dass die Franzosen tatsächlich hinter dem Innenverteidiger her sind. Auch die sehr zuverlässige RMC Sport aus Frankreich bestätigte diese Berichte. Sie ergänzte sogar, dass eine Verpflichtung von Hernández im Sommer höchste Priorität beim Scheichklub genießt.


Der Abwehrspieler kommt bislang lediglich auf elf Startelf-Einsätze für den FCB

Des Weiteren erklärt die französische Zeitung, dass es aller Voraussicht nach auf komplizierte Verhandlungen hinauslaufen wird. Die Münchener sollen entschlossen sein, sich nicht auf eine zu niedrige Ablöse einzulassen. Den eigenen Kaufpreis von 80 Millionen möchte der deutsche Rekordmeister nicht unterboten sehen. PSG hingegen sehe in dem Weltmeister von 2018 weniger finanziellen Wert, auch aufgrund seiner lästigen und langwierigen Verletzungen im vergangenen Jahr.


Hernandez denkt über Abschied nach


Wichtig sei dabei auch, so RMC, dass Hernández selbst tatsächlich über einen potenziellen Abschied aus Deutschland nachdenkt - auch seine Frau habe sich hierzulande bislang nicht einleben können. Möglich also, dass er selbst den Transfer zu den Bayern als Fehler sieht. Zudem soll er über das Interesse aus Paris nachdenken, es soll ihn gar beeindruckt haben.


Bereits in den kommenden Tagen sollen Gespräche zwischen den beiden Klubs anlaufen, die zunächst die jeweiligen Positionen abtasten und anhören werden.


Cadena SER hatte zwar auch ein Interesse an Theo Hernández, seinem Bruder, erwähnt, doch sei der amtierende Meister der Ligue 1 deutlich weniger am Linksverteidiger interessiert, heißt es aus Frankreich - und das trotz des eigentlichen Bedarfs eines solchen Außenverteidigers. Aber auch das Preisschild, was mit ungefähr 50 Millionen Euro seitens der AC Milan angegeben wird, sorge für wenig Begeisterung beim Scheichklub.


Vor- wie Nachteile aus Bayern-Sicht: Hernández-Transfer längst nicht ausgeschlossen


Der FC Bayern hingegen muss eine Entscheidung fällen. Auf der einen Seite hat man in Hernández einen jungen und starken Spieler verpflichtet und für seine Dienste eine große Menge an Geld ausgegeben. Dass ein Neuzugang in seiner ersten Saison noch nicht allzu souverän aufspielt und womöglich hinter bereits etablierten Spielern erst einmal anstehen muss, ist nicht unbedingt außergewöhnlich, wenn auch auf dem Bayern-Niveau nicht gerade gern gesehen.


Lucas Hernández soll sich in Deutschland nicht wirklich wohlfühlen

Andererseits könnte ein Verkauf des Franzosen auch Vorteile bieten. David Alaba könnte - mit einem neuen Vertrag - weiterhin als Chef der Defensive agieren und seinen Job in der Innenverteidigung weiter ausführen. Alphonso Davies würde weiterhin die in seinem Alter so wichtige Spielpraxis erhalten, während er ohnehin beeindruckende Leistungen abrufen kann. Außerdem sollte nicht vergessen werden, dass auch noch ein gewisser Niklas Süle an seinem Comeback arbeitet.


Ist der deutsche Nationalspieler wieder fit und im Spielrhythmus, so gäbe es einen weiteren, vermutlich gesetzten Konkurrenten. Auch Jerome Boateng scheint über den Sommer zu bleiben. Kommt der FCB also in den Gesprächen an die selbst investierten 80 Millionen Euro dran, ist ein vorzeitiger Abschied durchaus realistisch.