Vor einem Jahr machte der FC Bayern München Lucas Hernandez mit einer Ablösesumme von rund 80 Millionen Euro zum teuersten Neuzugang der Vereinsgeschichte. Überzeugen konnte der Franzose auch aufgrund von Verletzungen jedoch nicht. Mit Telefoot sprach der Verteidiger nun über sein verkorkstes erstes Jahr und einen möglichen Abgang aus München.


Zu gerade einmal 19 Bundesliga-Einsätzen reichte es für Hernandez in der abgelaufenen Spielzeit, die für den Verteidiger, der vor einem Jahr für die Rekordsumme von 80 Millionen Euro an die Säbener Straße gewechselt war, von Verletzungen geprägt war. Ganze 13 Partien musste der Franzose aufgrund eines Innenbandrisses verpassen. Kein guter Einstand beim neuen Klub, bei dem es letztlich nur für eine Reservistenrolle reichte.


Hernandez muss sich hinten anstellen


Auch weil auf der angestammten Position des ehemaligen Madrilenen, in der Innenverteidigung, David Alaba überzeugte, und auf der linken Abwehrbahn Alphonso Davies einschlug wie eine Bombe. Es war also kein Platz für den Rekordeinkauf, der sich dementsprechend mit seiner Rolle auf der Bank anfreunden musste und so auf gerade einmal 913 Minuten Spielzeit in der Bundesliga kommt.


Mit dem französischen Fachblatt Telefoot sprach Hernandez nun über seine Zeit und machte deutlich, dass er beim deutschen Rekordmeister noch nicht aufgeben möchte (via 4-4-2): "Es war ein kompliziertes Jahr, aber es liegt in meinem Charakter, an mir zu arbeiten und weiterzumachen. Das werde ich auch jetzt machen und versuchen, meinen Platz im Klub zu bekommen."


Dass das vergangene Jahr jedoch an seinen Nerven gezehrt habe, kann der 24-Jährige nicht verleugnen. Es sei "hart" gewesen, "nur Ersatz zu sein", vor allem wenn man wie er die "Mentalität hat, immer spielen zu wollen." In der kommenden Saison wolle er noch härter um einen Stammplatz kämpfen und sich für einen Platz in der Startelf empfehlen. Das ist schwer genug, da die Bayern auch ohne ihn Champions League-Sieger geworden sind.


"Wenn es weiterhin so kompliziert ist, werde ich sehen"


Bleiben will er trotzdem, auch weil er gerade erst angekommen sei: "Ich habe hier gerade erst unterschrieben und noch vier Jahre Vertrag. Aber es kommt auf die kommende Saison an. Wenn es weiterhin so kompliziert ist, werde ich sehen", hält er sich letztlich dann doch alle Türen offen. Zumindest wurde dem Champions League-Finalgegner Paris Saint-Germain Interesse an Hernandez nachgesagt.


"Gerüchte", wie der Spieler selbst kommentiert: "Natürlich gibt es immer wieder Gerede, aber ich habe kein Angebot bekommen. Auch mein Berater oder meine Verwandten nicht." Das kommende Jahr wird für Hernandez und die Bayern also darüber entscheiden, ob sich die hohe Millionen-Investition doch gelohnt hat oder eben nicht.