In einem Interview mit dem kicker war Joachim Löw voll des Lobes über Leon Goretzka und dessen aktuelle Leistungen. Zudem verriet der Bundestrainer, auf welcher Position er den Mittelfeldspieler des FC Bayern einmal testen wollte.


"Gerade seine jüngste Entwicklung ist sehr erfreulich, Leon hat sich bei Bayern München eine gute Position erarbeitet", sagte Löw in dem Interview. Damit spielte er sicherlich auf die bestechende Form Goretzkas in der Rückrunde an, in der ihm bereits fünf Tore und sieben Assists gelangen. Vor allem seit der Corona-Pause dreht der 25-Jährige auf und hat in vier der fünf Spiele mindestens eine Torbeteiligung zu verzeichnen. "Zurzeit fühlt er sich so gut wie selten zuvor, wie er mir kürzlich am Telefon sagte. Während der Corona-Zeit absolvierte er viel Basisarbeit", erklärte Löw.


Am vergangenen Samstag in Leverkusen bereitete Goretzka das 1:1 der Bayern mit einer starken Balleroberung und einem noch besseren Pass vor, das 2:1 erzielte er selbst. "Er hat aktuell, gerade was seine Physis betrifft, eine wahnsinnige Präsenz auf dem Platz und das tut uns gut", schwärmte auch FCB-Trainer Hansi Flick nach dem Spiel auf der Pressekonferenz. Gerade in Sachen Physis scheint Goretzka in jüngerer Vergangenheit viel getan zu haben, wie auf diversen Bildern zu erkennen ist.


Bei all der Physis hat Goretzka aber nichts an seiner Dynamik verloren, die ihn auch nach Joachim Löws Meinung auszeichnet. Zudem besitze er eine sehr gute Technik und ein gutes Orientierungsvermögen, Löw lobte auch die Torgefährlichkeit. "Deshalb sehe ich ihn in den kommenden Jahren in der zentralen Position", sagte der Bundestrainer. Goretzka könne dort sowohl auf der Sechs als auch auf der Acht oder Zehn spielen.


Bei all den Fähigkeiten hatte Löw in der Vergangenheit aber auch mal einen anderen Plan mit Goretzka: "Es war zudem immer meine Vorstellung ihn, - weil er auch dieser Typ ist - als rechten Außenverteidiger einzusetzen." Dazu sei es aber nie gekommen, weil der gebürtige Bochumer keinerlei Erfahrung auf dieser Position hatte. "Mit seiner Dynamik, seinem Ballgefühl und Spielverständnis wäre er eine Möglichkeit gewesen."


"Mit seiner Einstellung ein Vorbild"


Neben Goretzkas Fähigkeiten auf dem Rasen hob Löw auch die menschliche Seite hervor: "Leon ist ein Mann, auf den man sich verlassen kann. Als Mensch und als Spieler. Er hat einen gewissen Tiefgang, ist sehr professionell, lebt sehr bewusst, ist sich über seine Rolle im Klaren und mit seiner Einstellung ein Vorbild." Als Trainer könne man sich freuen, einen Spieler wie Leon Goretzka zu haben.


Löws Meinung, der FCB-Profi sei ein "sehr aufmerksamer Zeitgeist, der genau verfolgt, was um ihn herum passiert" und dass "man merkt, dass er über den Tellerrand hinausschaut", lässt sich einfach untermauern: Goretzka zeigt auch öffentlich stets klare Kante gegen Rassismus und startete gemeinsam mit Joshua Kimmich die Initiative "We Kick Corona", was nur zwei Beispiele für seine Tätigkeiten abseits des Rasens sind.


"Leon weiß, dass er eine privilegierte Position hat. Davon will er etwas zurückgeben", sagte Löw. "Er ist sich seiner Vorbildfunktion als Nationalspieler bewusst und engagiert sich für Dinge, die im Leben wichtig sind und Sinn für den Mitmenschen ergeben. Er ist verantwortungsbewusst." Deshalb ist es für den 60-Jährigen auch keine Frage, dass Goretzka auch in Zukunft eine feste Größe in der DFB-Elf sein wird: "Auf jeden Fall."