Der FC Bayern hat am Sonntagabend in einem wilden Spiel mit einem 4:3 gegen Hertha BSC den Bundesliga-Spieltag beendet. Mann des Spiels: wieder einmal Robert Lewandowski. 90min hat für euch die Erkenntnisse zur Partie.


1. Robert Lewandowski: 4, Hertha BSC: 3

Robert Lewandowski (r.) traf gegen die Hertha vier Mal

Vorneweg der Mann des Spiels. Lewandowski brachte die Bayern in Führung, legte nach der Pause das 2:0 nach, lieferte die Antwort nach der Aufholjagd der Hertha zum 3:2 und traf dann auch noch in der Nachspielzeit per Elfmeter zum 4:3-Endstand und markierte zudem (das nur für die Akten) seinen 100. Bundesliga-Treffer in der Allianz Arena.

Wie gut die Hertha heute auch war und wie schlagbar die Bayern auch gewesen sein mögen: mit Lewandowski konnte dieses Spiel nur einen Sieger davontragen. In der vielleicht besten Mannschaft der Welt ist der Pole der Unterschiedsspieler - und damit eigentlich in einem Atemzug mit den Lionel Messis, Cristiano Ronaldos und Co. zu nennen...


2. Mit der Hertha ist zu rechnen - doch die Abwehrzentrale wackelt

Der Big City Club ist auf dem Weg nach oben

Die Hertha hat am Sonntagabend eindrucksvoll bewiesen, dass sie dem Ruf als "Big City Club" auch sportlich gerecht werden kann. Die Alte Dame machte dem Rekordmeister das Leben schwer und spielte selber mutig nach vorne - Cordoba traf sogar zum 1:0, wurde jedoch aufgrund einer Abseitsposition zurückgepfiffen.

Apropos Cordoba: Der Kolumbianer harmoniert hervorragend mit seinen Sturmkollegen Lukebakio und Cunha. Mit diesem Trio steht Bruno Labbadia wirklich herausragende Qualität in der Offensive zur Verfügung. Übrigens auch zwischen den Pfosten: Neuzugang Schwolow spielte gegen die Bayern erneut bockstark.

Sorgen bereitet jedoch das Abwehrzentrum der Hertha. Jordan Torunarigha fällt verletzt für einige Wochen aus - die Partie gegen die Bayern hat gezeigt, dass Niklas Stark ihn derzeit nicht adäquat ersetzen kann. Mit Karim Rekik steht der vierte Innenverteidiger zudem unmittelbar vor dem Wechsel zum FC Sevilla. Muss die Hertha sogar nochmal auf dem Transfermarkt aktiv werden?


3. Abseits des Rasens spielt auch Musik

Kehrt Douglas Costa zum FC Bayern zurück?

Trotz eines fulminanten Fußballspiels richtete sich viel Aufmerksamkeit am Sonntagabend auf das Geschehen abseits des Rasens. Genauer: auf den Transfermarkt. Der nahm gerade hinsichtlich des FC Bayerns nämlich richtig Fahrt auf!

Die Bayern fixierten die Verpflichtung von Marc Roca und lassen zudem Mickael Cuisance zu Olympique Marseille ziehen. Im Laufe der zweiten Halbzeit machte dann noch eine Bomben-Meldung die Runde: Douglas Costa hat dem FC Bayern wohl "grünes Licht" (kicker) gegeben und steht vor der Rückkehr zum Rekordmeister!

Und auch die Hertha will noch was tun, Reine-Adelaide soll noch für das Mittelfeld kommen, zudem muss eventuell ein weiterer Innenverteidiger her. Und auch der Name Mario Götze geistert noch immer durch das Olympiastadion.


4. Die Bayern sind müde - sind aber trotzdem die Bayern

Der FC Bayern geht langsam auf dem Zahnfleisch

Dünne Personaldecke, viele Spiele, wenig Pause: dem FC Bayern merkt man die Belastung der vergangenen Wochen und Monate an. Der Rekordmeister lässt defensiv erstaunlich viel zu (neun Tore in den letzten drei Spielen) und ist aktuell nicht so dominant, wie es unter Hansi Flick gewöhnlich der Fall ist.

Hoffenheim schlug die Bayern am vergangenen Wochenende, der BVB war unter der Woche im Super-Cup eine Auswechslung davor und auch die Hertha hätte den Bayern im Normalfall heute Punkte abgeknöpft. Die neuen Spieler werden der Mannschaft und der Müdigkeit gut tun.

Und nichtsdestotrotz ist der FC Bayern genau aus diesem Grund das Maß aller Dinge. Obwohl die Hertha gleich zweimal nach einem Rückstand zurückschlug, gewann am Ende der Rekordmeister. Und wenn es einen Elfmeter in der Nachspielzeit dafür braucht. Das sind die Big Points, die den FC Bayern in der Regel so unantastbar machen - denn welche deutsche Mannschaft hätte dieses Spiel am Sonntagabend sonst gewinnen können?!


5. David Alaba baut ab

David Alaba (r.) ist derzeit nicht in Top-Form

Bezüglich David Alaba dominierten in den vergangenen Wochen die zähen Vertragsverhandlungen die Schlagzeilen. Etwas unter geht dabei die Bewertung von Alabas fußballerischen Leistungen. Die sind in der neuen Saison nämlich noch nicht das Maß aller Dinge.

Der Österreicher scheint seit dem Champions-League-Turnier in Lissabon etwas abzubauen - zumindest glänzt Alaba nicht mehr so, wie in der vergangenen Saison. Kann vorerst als kleine Formdelle verbucht werden, sollte jedoch im Auge behalten werden...