Heute zählt Robert Lewandowski zu den besten Stürmern der Welt. Der Weg bis in die Spitze war allerdings schwer, wie der Torjäger des FC Bayern im Interview mit Spox und Goal verrät.


In den vergangenen zehn Jahren hat Robert Lewandowski einen steilen Aufschwung erlebt. Über Lech Posen wechselte der Stürmer zu Borussia Dortmund, wo er sich unter Jürgen Klopp zu einem echten Top-Spieler entwickeln sollte, der 2014 jedoch zum FC Bayern wechselte. In München ging der Pole den finalen Schritt in Richtung Weltklasse, der mit dem Triple-Gewinn in der abgelaufenen Saison mündete.

Über 50 Tore hat Lewandowski in allen drei Wettbewerben erzielt, belohnt wurde er unter anderem mit der Auszeichnung zu Europas Fußballer des Jahres. Auch Goal verleiht dem 31-Jährigen einen Preis: Bei der Wahl der 50 besten Fußballer der Welt landete er vor Kevin de Bruyne von Manchester City auf Platz eins. Bei den Frauen wurde indes die Dänin Pernille Harder, die im September vom VfL Wolfsburg zum FC Chelsea gewechselt war, zur besten Fußballerin des Jahres gewählt.


Lewandowski: In Warschau aussortiert, in Posen gereift


Dass Lewandowski eines Tages zur Weltspitze gehören würde, war während seiner Jugendzeit nicht absehbar: "Ich war sehr klein und sehr schmal", erinnert er sich im Interview mit Spox und Goal zurück. "Bis ich 17 oder 18 Jahre alt war, habe ich mir oftmals anhören müssen, dass ich zu dünn bin. Der Trainer der U15-Nationalmannschaft sagte mir beispielsweise: 'Tut mir leid, aber Du bist einfach zu schmächtig, um in der Nationalmannschaft zu spielen.’"


Einst aussortiert, heute Champions-League-Sieger: Robert Lewandowski

Vom ersten Tag an wusste ich, dass ich mit dme Wechsel nach Posen alles richtig gemacht habe. Robert Lewandowski

Mit 17 Jahren wurde er schließlich auch aus der Nachwuchsakademie von Legia Warschau aussortiert. Leicht war diese Phase nicht: "Es gab zu diesem Zeitpunkt zugegebenermaßen nicht viele Dinge, die mich positiv stimmen hätten können. Das war nicht einfach für mich, besonders mit Blick auf die Mentalität." Aufgeben kam aber nicht in Frage: "Als ich 18 war, habe ich begonnen, mehr im Kraftraum zu arbeiten und meine Muskulatur aufzubauen. Das hat enorm geholfen."

Auf Vereinsebene half indes ein Schritt zurück. Nach seinem Rausschmiss in Warschau heuerte er im Sommer 2006 beim polnischen Drittligisten Znicz Pruszkow an, zwei Jahre später wechselte er zu Lech Posen. "Ich bekam von Znicz Pruszkow die Chance, als ich wieder einigermaßen fit war, und habe für mich beschlossen, diese Chance wahrzunehmen", blickt Lewandowski zurück. Über seine Zeit in Posen sagt er: "Ich habe erstmals mitbekommen, wie die Abläufe auf hohem Niveau sind. Vom ersten Tag an wusste ich, dass ich mit dem Wechsel nach Posen alles richtig gemacht habe."


Mit Lech wurde Lewandowski polnischer Pokalsieger, Superpokalsieger und Meister, nach zwei Jahren entschied er sich für den Schritt zu Borussia Dortmund. "Ich wusste, dass der nächste Schritt das Ausland sein muss", so Lewandowski, "außerdem wollte ich definitiv zu einem Klub wechseln, der mindestens Europa-League-Ambitionen hatte." Darüber hinaus hatte der BVB noch ein paar weitere überzeugende Argumente: "Dortmund hatte in Jürgen Klopp einen überzeugenden Trainer, eine junge Mannschaft und spielte ein System, das mir entgegenkam. Diese Aspekte haben mich in meinem Vorhaben bestärkt."


Für Robert Lewandowski ging der sportliche Aufstieg beim BVB weiter

Gleich in seiner ersten Saison feierte er den Gewinn der Meisterschaft, an der er mit 8 Toren und 3 Vorlagen in 33 Spielen unmittelbar beteiligt war. Im darauffolgenden Jahr gelang dem BVB das Double, doch bis zu seinem Wechsel zum FC Bayern im Sommer 2014 musste Lewandowski auf einen weiteren Titel warten. Mittlerweile hat er nahezu alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt; einzig die Klub-Weltmeisterschaft und die Wahl zum Weltfußballer des Jahres steht aus.