Die ersten Partien der neuen Champions-League-Saison sind gespielt. Im Blick auf die Top-Duelle des Spieltags gab es durchaus erste Überraschungen. Die internationalen Pressestimmen beschäftigten sich vor allem mit der Niederlage des BVB.


Von einer Blamage ist gegen ein so hochklassiges Team wie Lazio Rom nicht zu sprechen. Allerdings muss man klar eingestehen, dass Borussia Dortmund von den Italienern die Grenzen aufgezeigt bekommen hat. Die internationalen Zeitungen sehen dies ähnlich, heben aber vor allem das gelungene Königsklassen-Comeback der Römer hervor.


"13 Jahre nach dem letzten Champions-League-Auftritt feiert Lazio Rom sein Comeback mit einem überzeugenden Erfolg. Eine überragende erste Hälfte und eine gute Reaktion auf den Anschlusstreffer bringen dem Inzaghi-Team einen 3:1-Sieg gegen Borussia Dortmund und den besten Start ins europäische Abenteuer", titelt La Repubblica.


"Lazio zerstört Favres Spielzeuge"


Die Corriere dello Sport sah den BVB sogar komplett chancenlos. "Überlegen in allen Belangen hat Lazio sein Königsklassen-Abenteuer im besten Sinne gestartet." Die Calciomercato schreibt von den stumpfen Waffen, mit denen der BVB kämpfte. "In dieser geschichtsträchtigen Nacht, in der Lazio die Favre-Truppe erst schockt und dann Haaland und Sancho - Favres so hochgelobte perfekte Spielzeuge - zerstört."


Sancho wurde größtenteils aus dem Spiel genommen

Auch viel Wille sei der Grund für den Erfolg gewesen. Aus Österreich gab es von der Kronenzeitung dagegen die bittere Bilanz für die Schwarz-Gelben. "So hatte man sich bei Borussia Dortmund den Start in die neue Saison der Champions League wohl nicht vorgestellt: Zu Gast bei Lazio Rom ist der BVB in eine völlig verdiente 1:3-Niederlage geschlittert."


Einige Kilometer westlich wurde in einer weiteren europäischen Hauptstadt zur Königsklasse geladen. Paris Saint-Germain empfing Manchester United. Die Red Devils konnten sich letzten Endes verdient durchsetze. Nach dem 2:1 gab es aus England Lob für den Mut von United.


Manchester verschafft sich Respekt


"Uniteds Selbstvertrauen war die erfreulichste Sache. Sie glaubten auch an einen Sieg, als Anthony Martial's furchtbares Eigentor die Führung durch Bruno Fernandes egalisierte", so The Guardian. Auch für Angreifer Marcus Rashford gab es nach seinem entscheidenden Treffer viel Zuspruch.


"Marcus Rashford's Hammer zeigt, dass er ein Mann für die großen Spiele ist, nachdem er schon wieder gegen PSG sticht", so die Times über den betitelten Matchwinner. Die BBC spricht ihm eine große Zukunft zu. "Er kann Weltklasse-Niveau erreichen", was dieses Spiel gezeigt habe.


Uniteds Rashford verdiente sich großen Zuspruch

Die französischen Medien müssen mit ihrem Vertreter naturgemäß härter ins Gericht gehen. Die L'Équipe spricht gar von einem "unausgewogenen, uninspirierten Auftritt, bei dem sich PSG Manchester United erneut im Parc des Princes beugen muss."


RMC Sport geht noch einen Schritt weiter. Neben berechtigter Kritik wird auch der Zustand nicht außer Acht gelassen, dass PSG im womöglich letzten Jahr mit Neymar und Kylian Mbappé so schlecht gestartet ist. "Es war ein Déjà-vu im Parc des Princes 18 Monate nach der Demütigung durch das Achtelfinale 2019."


Trotz Nullnummer: Lob für Chelsea und Sevilla


Für den FC Chelsea war es ein ungemütlicher Abend. Gegen den FC Sevilla hatten die Blues Probleme in der Offensive, ließen hinten aber zumindest nicht allzu viel zu. Dementsprechend fällt die Einschätzung des Guardian aus. "Chelsea hat sich gegen die Spanier gewehrt, die die besseren Chancen in einem engen Kampf hatten und Lampard die größte Bereicherung daraus ziehen kann, dass seine Mannschaft organisiert gegen einen Gegner blieb, der seiner Mannschaft mit voller Konzentration einiges abverlangte."


Chelsea und Sevilla trennten sich torlos

Die Marca attestierte den Gästen ein gutes Spiel. "Sevilla hat die Tour durch die Champions League mit einem verdienten Unentschieden an der Stamford Bridge gestartet, was zeigt, dass es in diesem Wettbewerb nicht nur ein eingeschüchterter Gast ist. Eine Mannschaft voller Persönlichkeit, Energie und Mut."


Für den FC Barcelona hatte die Marca übrigens nicht allzu viele positive Worte übrig. Von der Mundo Deportivo kommt dagegen viel Rückendeckung für eine Mannschaft, "die nach einem großen Zug von Messi nach dem Kaltstart deutlich gelöster wirkte. Die Jungen enthüllten ihr Talent, in einer großen Nacht für Ansu Fati, Trincão, Dembélé und Pedri."