Tanguy Nianzou Kouassi ist offiziell beim FC Bayern angekommen. Am Mittwoch wurde das Innenverteidiger-Talent in einer Medienrunde vorgestellt. 90min fasst die wichtigsten Aussagen zusammen.


Der FC Bayern hat am Mittwoch ein offenes Geheimnis gelüftet: Tanguy Nianzou Kouassi kommt ablösefrei von Paris St. Germain und erhält einen Vertrag bis 2024. "Ich habe mich für Bayern entschlossen, denn ich möchte vorankommen. Auch was meine Ausbildung betrifft", sagte der 18-jährige Neuzugang bei seiner Vorstellung (zitiert via fcbayern.com).


Wir haben eine Vision, bei der viele Puzzleteile ineinanderpassen müssen. Hasan Salihamidzic

Mit Kouassi erhalten die Bayern eines der größten Abwehrtalente Frankreichs. "Wir sind sehr froh, dass wir ihn verpflichten konnten", sagte Hasan Salihamidzic. Der Sportvorstand war voll des Lobes für den Neuzugang: "Als Innenverteidiger ist er schon sehr weit, er hat eine sehr hohe Qualität im Spielaufbau. Das Anforderungsprofil passt zu unserer Mannschaft. In den letzten Monaten hat Hansi Flick mit seinem Trainerteam gezeigt, dass sie junge Talente weiterentwickeln können. Wir sind stolz darauf, dass junge Leute wie (Joshua) Kimmich und (Kingsley) Coman einen guten Weg gemacht haben und sind überzeugt, dass auch Tanguy diesen Weg gehen wird."

Flexibilität und Mentalität seien in der Kaderplanung zwei wichtige Kriterien - und Kouassi erfülle beide: "Wir haben eine Vision, bei der viele Puzzleteile ineinanderpassen müssen. Vor allem muss die Mentalität stimmen. Da passt Tanguy super rein", so Salihamdizic. Seine neuen Mannschaftskollegen wird Kouassi allerdings erst in der Sommervorbereitung kennenlernen: "Das Trainerteam hat sich mit Tanguy unterhalten. Er hat ein Programm bekommen und wird erstmal in den Urlaub gehen. Wir wollen, dass er topfit ist, wenn es in der nächsten Saison los geht."


Kouassi: "Ich wollte mich verändern und weiterentwickeln"


Kouassi, der Nianzou genannt werden will, beschreibt sich selbst als variablen Spieler: "Ich wurde bei PSG als Innenverteidiger ausgebildet. Im letzten Jahr habe ich auf der Sechs gespielt, ich kann mich anpassen. Und ich habe kein Problem, auf anderen Positionen zu spielen."

In Paris ist der Ärger über seinen Wechsel groß, Trainer Thomas Tuchel drückte sein Unverständnis bei einer Pressekonferenz in aller Deutlichkeit aus: "Er war einer unserer Schlüsselspieler. Ich kann den Wechsel nicht verstehen und ich bin traurig", sagte der 46-Jährige. Kouassi nimmt die Kritik gelassen: "Ich hatte eine sehr gute Beziehung mit diesem Trainer. Aber ich habe mich entscheiden, zum FCB zu gehen." Er wolle sich "verändern und weiterentwickeln", habe sich deshalb für den FC Bayern entschieden. Das Kapitel PSG ist mit dem Wechsel beendet: "Ich konzentriere mich jetzt auf meinen neuen Verein."


Sané-Transfer: FC Bayern "in sehr guten Gesprächen" mit Manchester City


Kouassi wird höchstwahrscheinlich nicht der letzte Neuzugang sein, übereinstimmenden Medienberichten zufolge haben sich der FC Bayern und Manchester City auf einen Transfer von Leroy Sané geeinigt. "Wir sind mit dem Management von Leroy Sané und auch von Manchester City in sehr guten Gesprächen", sagte Salihamidzic über den Staus quo, in trockenen Tüchern sei der Transfer aber noch nicht: "Jetzt müssen wir uns aber noch gedulden, mehr gibt es nicht zu sagen."


Auch City-Coach Pep Guardiola hat mittlerweile bestätigt, dass "Sané wahrscheinlich nach München geht". Der Königstransfer ist also ebenfalls endlich vollzogen.


Weitere Transfers? "Halten immer die Augen offen"


Generell äußerte sich der 43-Jährige zurückhaltend über die Kaderplanung: "Wir sind erst einmal sehr glücklich, dass wir Tanguy vom FC Bayern überzeugen konnten. Alles andere werden wir sehen. Wir halten immer die Augen offen, das Transferfenster geht bis Mitte Oktober."

Das schließt auch die von Hansi Flick geforderte Verpflichtung eines neuen Rechtsverteidigers ein. "Wir sind sehr gut besetzt in der Defensive", befindet Salihamidzic, dennoch wolle man sich sämtliche Möglichkeiten offenhalten, den Kader qualitativ und quantitativ zu ergänzen. Aufgrund der Corona-Pandemie wolle man allerdings nicht zu tief in die Tasche greifen: "Die finanziellen Möglichkeiten sind in diesen Zeiten nicht unendlich. Wir müssen daher sehr kreativ sein und versuchen, mit einer guten Mannschaft in die nächste Saison gehen."

Einzig bei den Leihspielern Alvaro Odriozola, Philippe Coutinho und Ivan Perisic wurden daher bislang Nägel mit Köpfen gemacht. Wie von Cheftrainer Hansi Flick gewünscht, wird das Trio auch in der Champions League für die Bayern auflaufen. "Wir sind sehr glücklich, dass wir alle drei Leihspieler auch in den nächsten zwei Monaten bis zum Ende der Saison gewinnen konnten und sie uns in den wichtigen Spielen helfen können", sagte Salihamidzic.