Neben spielerischen Defiziten kritisierte Hertha-Trainer Bruno Labbadia nach der jüngsten Heimniederlage - mal wieder - die Kommunikation seiner Spieler auf dem Platz. Bereits während der Vorbereitung war dieses Thema mehrmals bei den Hertha-Verantwortlichen sauer aufgestoßen, nun wird es wieder zum Problem: Nach Bild-Informationen soll Labbadia seinen Spielern nun deshalb eine "Deutsch-Kurs-Pflicht" verordnet haben.


Ein bis zwei Mal pro Woche werden die Hertha-Profis in Zukunft zum Gruppen- oder Einzelunterricht gebeten. Mit Dedryck Boyata spricht unter anderem auch Herthas neuer Kapitän noch wenig bis kein Deutsch - kein Wunder, dass auf dem Platz bei Hertha kaum kommuniziert wird. Mit Jhon Córdoba, Lucas Tousart und Matheus Cunha standen gegen Stuttgart weitere Spieler auf dem Platz, die noch nicht allzu lang in Deutschland spielen oder kein besonders gutes Deutsch sprechen.


"Es kann doch nicht sein, dass keiner auf dem Feld etwas sagt, keiner Verantwortung übernimmt. Da muss ich Kommandos reinrufen, bin lauter als alle zusammen. Das darf nicht sein", äußerte sich Trainer Bruno Labbadia zu Herthas Kommunikationsproblem - das sicher auch, aber eben nicht nur durch die Sprachbarriere verursacht wird. Hertha haben im Sommer zahllose Führungsspieler verlassen (unter anderem Skjelbred, Ibisevic, Kalou), nun sucht der Verein nach einer neuen Achse mit Spielern, die auf dem Platz Verantwortung übernehmen.


Auch an dieser Stelle könnte derweil Mattéo Guendouzi Abhilfe leisten, der französische Leihspieler vom FC Arsenal könnte Hertha mit seiner Mentalität und seinem Einsatz sicherlich weiterhelfen. Als großer Kommunikator wird auch er wegen der Sprachbarriere und seines jungen Alters wohl nicht auffallen, trotzdem verfügt er über die Fähigkeit, seine Mitspieler mitzureißen - und kann auch durchaus Verantwortung übernehmen: Guendouzi ist immerhin Kapitän der französischen U21-Nationalmannschaft.