In einer Woche endet für Werder Bremen die lange Zwangspause. Befremdlicher könnte die aktuelle Situation allerdings kaum sein. Mit dem Neustart wartet der harte Kampf gegen den Abstieg. Doch wie schon vor der Unterbrechung, gibt sich Trainer Florian Kohfeldt überzeugt und optimistisch.


Als Tabellensiebzehnter hat Werder Bremen noch alles in der Hand. Um wirklich noch einen Abstieg zu verhindern, braucht es nun aber die bitter benötigten Punkte. Der Glaube des eigenen Trainers ist weiterhin groß. "Ich glaube aus tiefster Überzeugung: Irgendwann werden wir dafür belohnt, dass wir nicht aufgeben, sondern immer wieder dagegen angehen“, so Übungsleiter Kohfeldt im Weserkurier.


Seit dem Winter überzeugten selbst die Durchhalteparolen kaum noch. Mit der wochenlangen Unterbrechung sind die Voraussetzungen für alle Teams aber wieder gleich. Eine solche Chance wird Werder wohl nie wieder bekommen. "Ich kann jedem garantieren: Wir werden auch jetzt nicht aufgeben!“


Kohfeldt: Zur Not über die Relegation


Nur wenig konnte die fast abgeschlagenen Bremer zuletzt aufmuntern. Dennoch haben sie mit einem Spiel weniger noch genug Zeit, das Ruder herumzureißen. "Wir haben noch zehn Spiele, das ist fast ein Drittel der Saison! Man sollte jetzt nicht so tun, als wenn wir schon den drittletzten Spieltag und vier Punkte Rückstand hätten", so der 37-Jährige.


Kohfeldt appelliert weiterhin an den Zusammenhalt

Schlimmstenfalls würde der Trainer auch in der Relegation um die Ligazugehörigkeit kämpfen. "Wir haben in unseren Köpfen, dass wir den Klassenerhalt noch direkt schaffen. Und sonst schaffen wir es über die Relegation im Juli. Wie auch immer: Wir schaffen den Klassenerhalt!" Speziell in diesen Zeiten geht es für Kohfeldt darum, den Fokus auf die vielen Besonderheiten der Saison nicht zu verlieren.


So oder so vermittelt Werders Übungsleiter neue Aufbruchsstimmung. Denn große Alternativen hat der SVW nicht. Positive Folgen eines möglichen Abstieg hält Kohfeldt für undenkbar. "Ich bin überhaupt kein Anhänger der These, dass ein Abstieg vielleicht auch mal gut sei, um einen Neuanfang zu starten. Das ist für mich der größte Humbug, den es gibt."


Fällt Werder in alte Muster?


Werder muss und will auch augenscheinlich um die Klasse kämpfen. Die Aussagen von Kohfeldt hätten dennoch gut und gerne bereits im Februar aufgezeichnet worden sein. Dort fanden seine mutigen Ansätze oft kein Gehör. Wie vor einigen Monaten bleibt dem Trainer erneut keine Wahl. Den großen Druck, den er auf die Mannschaft ausübt, will er zum Vorteil machen.


Noch immer bietet sich Werder die Gelegenheit, eine völlig verkorkste Saison geradezubiegen. Dazu brauch es eine klare Leistungssteigerung, aber auch das nötige Selbstbewusstsein. Kohfeldt versprüht dieses weiterhin par excellence. Es bleibt abzuwarten, ob seine Mannschaft nun endlich mitzieht. Das Wichtigste hat der 38-Jährige allerdings erkannt: nur die gemeinsame Verantwortung kann den SVW jetzt noch retten.