Die Vorbereitung von Werder Bremen war überwiegend positiv. Ein großer Gewinner des Trainingslagers ist anscheinend Josh Sargent. Vor der neuen Saison hält Trainer Florian Kohfeldt große Stücke auf den US-Amerikaner.


Zur neuen Spielzeit ist der SVW wohl eine Wundertüte. Die Tendenz könnte erneut auf einen erbitterten Abstiegskampf deuten. Doch auch ein deutlich besseres Abschneiden ist in der aktuellen Verfassung durchaus möglich.


Für Übungsleiter Florian Kohfeldt könnte dies vor allem mit einem Spieler zusammenhängen. Angreifer Josh Sargent hat sich in der Sturmspitze der Bremer bewährt. "Er ist für mich in der Pole Position für den Saisonstart", so der Fußballlehrer in der Deichstube. Dabei ist beachtlich, gegen welche Konkurrenz sich der Youngster durchsetzt.


Kohfeldt probiert auch die Doppelspitze


Um die Eindrücke zu bestätigen, möchte Kohfeldt vor den kommenden Testspielen gegen den FC Groningen und St. Pauli mit einer Doppelspitze spielen. Mit Niclas Füllkrug, Davie Selke, Johannes Eggestein und Yuya Osako stehen weitere Stürmer zur Verfügung, die ihre Qualitäten zeigen sollen. Doch am jungen Sargent führt vorerst kein Weg vorbei.


"Ich kann mir momentan keine Startaufstellung am ersten Spieltag ohne Josh vorstellen", so Kohfeldt. Mit Tempo und einem guten Timing fiel Sargent in der vergangenen Saison bereits immer wieder positiv auf. Allerdings fehlt es dem 20-Jährigen noch etwas am Killerinstinkt. Daran soll Sargent nun arbeiten.


Die Rückendeckung hat er sich dabei selbst erarbeitet. "Er vereint sehr viel. Er kann den Flügelstürmer spielen, er kann den zentralen Angreifer in einem 4-3-3 spielen und er kann im 4-4-2 den zweiten Stürmer spielen. Er hat sich zum Ende der vergangenen Saison mit seiner Leistung einiges erarbeitet", so Kohfeldt.


Sargent "nicht mehr der Herausforderer"


Dennoch müssen die Bremer abwarten, welche Entwicklung der Angreifer noch machen kann und inwieweit sich die Konkurrenz wieder anbietet. Deshalb darf Kohfeldts Ansage auch nicht als Garantie angesehen werden.


Doch seine Kollegen können sich einiges von Sargent abschauen. "Josh ist nicht mehr der Herausforderer, das ist es, was ich zum Ausdruck bringen möchte. Die Kombination aus spielerischer Stärke, Physis, Arbeit gegen den Ball, der Fortschritt im taktischen Verständnis und die Flexibilität auf den Positionen – das alles spricht extrem für ihn.“


Auch wenn sich der US-Boy einen Vorteil verschafft hat, ist das Rennen weiter offen. Nun haben die Werderaner das, was in der vergangenen Saison fehlte. Sollten sich die Offensivspieler in Höchstform gegenseitig an die Grenze bringen, spricht einiges für die erhoffte Steigerung - nicht nur für Sargent.