Im Dezember erzielte Milot Rashica seinen bislang letzten Treffer für Werder Bremen. Seitdem kämpft der Kosovare gegen einen Negativtrend an. Für Florian Kohfeldt reichte seine Einstellung schon im entscheidenden Matchball nicht mehr aus.


Die Ernüchterung ist fast ungreifbar. Mit gesenkten Köpfen trat der SVW die wohl stille Heimreise aus Mainz an. Speziell Milot Rashica dürfte sehr ernüchtert in den Mannschaftsbus gestiegen sein. Gegen die 05er ließ Trainer Florian Kohfeldt "Rocket" über 90 Minuten auf der Bank schmoren.


Dabei war der 23-Jährige nicht angeschlagen. An Schonung war so kurz vor dem Saisonfinale ebenfalls nicht zu denken. Deshalb muss die Ausbootung einen triftigen Grund gehabt haben. Wie Kohfeldt bestätigt, habe das nicht nur mit den Spekulationen um seinen Wechsel nach Leipzig zu tun.


Kohfeldt vermisste den alten Rashica


"Bei Milot hatte ich in den vergangenen Wochen das Gefühl, dass er in den Spielen, in denen er von Anfang an gespielt hat, nicht zu torgefährlichen Aktionen gekommen ist“, sagte der Übungsleiter laut Deichstube. Seitdem vor Monaten die Gerüchte um seinen Abgang die Runde machten, fehlte es dem jungen Angreifer immer öfter an Genie und Selbstbewusstsein.


Im selben Zug musste auch Kohfeldt die Rolle des Top-Talents überdenken. Leicht wird es ihm nicht gefallen sein, die immer durchschnittlicher werdenden Leistungen von Rashica zu verfolgen. Und obwohl die Versetzung auf die Bank keine allzu große Überraschung ist, schmerzt die Gewissheit schon sehr.


Florian Kohfeldt und Milot Rashica haben immer mehr den Draht zueinander verloren

"Ich hatte gehofft, dass das Spiel irgendwann offener wird – im Sinne einer Führung für uns, damit Milot dann seine Geschwindigkeit ausspielen kann und der Knoten bei ihm platzt." Diesen Gefallen taten die Rheinländer den Bremern nicht. "Beides hat nicht funktioniert. Ich kann es nur so erklären.“


Ob Rashica mit seinem Kopf darüberhinaus bereits in Leipzig ist, oder er einfach nie für den Abstiegskampf gemacht war, bleibt offen. Seine persönliche Entwicklung steht in jedem Fall sinnbildlich für die Katastrophen-Saison der Grün-Weißen. Für den 23-Jährigen geht es dennoch vermutlich in der ersten Liga weiter, während Werder wohl den bitteren Gang ins Unterhaus antreten muss. Eine Chance auf einen versöhnliche Abschluss bleibt zumindest noch.