Nachdem der FC Barcelona die Frist für einen Verkauf von Philippe Coutinho an diesem Wochenende hat verstreichen lassen, mehren sich die Anzeichen, dass auf den frisch gebackenen Champions-League-Sieger doch noch eine positive Zukunft am Mittelmeer warten kann.


Die Entscheidung des Klubs, den 28-jährigen Brasiianer in diesem Sommer doch nicht ziehen zu lassen, hängt natürlich zum einen mit der schwierigen Lage auf dem corona-gestörten Transfermarkt zusammen. Aber auch mit dem neuen starken Mann an der Seitenlinie. Ronald Koeman, als Spieler schon eine Klub-Legende, hat nun das Sagen in Can Barça - und traut sich durchaus zu, den Rekordtransfer des Klubs (kam 2018 für 145 Millionen Euro vom FC Liverpool) wieder in die richtige Spur zu bringen.


Coutinho soll unter Koeman wieder wichtig werden für Barça


Kurz nach dem Triumph der Bayern im Champions-League-Finale gegen PSG rief der Holländer den offensiven Mittelfeldspieler an. Und zwar nicht nur, um diesem zum Gewinn des Henkelpotts zu gratulieren. Vielmehr wollte der frühere Bonds-Coach seinem neuen Schützling klar machen, dass er auf ihn baue. Dass er bei ihm spielen werde. Und - kurzum: dass der Brasilianer für ihn ein wichtiges Teil im System sei. Ein Weggang in diesem Jahr ist also endgültig vom Tisch.


Fati jagd weiterhin Rekorde


Über einen Weggang nicht mal ansatzweise nachdenken wollen die Azulgrana bei Ansu Fati, einer weiteren hochinteressanten Personalie im schillernden Barça-Kader (der weiterhin und zumindest für ein Jahr von dem Licht des alles überstrahlenden Lionel Messi beleuchtet wird). Das Wunderkind macht weiterhin fleißig Werbung in eigener Sache - und verewigte sich am gestrigen Sonntag in den großen Annalen des Weltfußballs. Mit seinem Tor zum 3:0 im Nations-League-Spiel gegen die Ukraine (Endstand: 4:0) schwang sich der in Guinea-Bissau geborene Fati zum jüngsten Torschützen in der Länderspielchronik Spaniens auf. 17 Jahre und 311 Tage brauchte Fati dafür.


Die bisherige Bestmarke datierte noch von der Zwischenkriegszeit und dürfte nur eingefleischten Fußballhistorikern ein Begriff sein. Ein gewisser Juan Errazquin schoss 1925 mit 18 Jahren und 344 Tagen sein erstes Tor für La Roja. Was dieser Baske dem heutigen Barça-Wunderkind voraus hatte: er schoss gleich alle drei Tore seines Teams - und das in nur 20 Minuten. Und auch noch bei seinem Debüt! Während es für Fati nach seinem Kurzeinsatz gegen Deutschland bereits das zweite Spiel mit der Furia Roja war.


Neben seinem unbestrittenen fußballerischen Potential, beeindruckt vor allem die Reife des Teenagers. Weit von Star-Allüren entfernt, betonte der glückliche Debüt-Torschütze, dass er nun erst mal "mit Bescheidenheit weiterarbeiten" wolle und alles andere dann schon von allein käme. Sein erstes Tor im A-Nationaldress widmete Fati seiner Schwester, die gestern ihren Geburtstag feierte.


Koeman sieht in Fati mehr einen Mittelstürmer als einen Flügelflitzer


Fatis neuer Boss im Nou Camp plant übrigens, anders als seine Vorgänger, mit Fati als Neuner. Für die Flügel, auf denen Fati bei Ernesto Valverde und Quique Setién meist aufgestellt wurde, favorisiert Koeman für sein System den Franzosen Ousmane Dembélé und den portugiesischen Neuzugang Francisco Trincão.