Zum Abschluss des 27. Spieltages der Bundesliga empfing der 1. FC Köln seine rheinische Nachbarin Fortuna Düsseldorf zum kleinen Derby. Besonders die Düsseldorfer standen nach dem Bremer Sieg am Vortag unter Zugzwang im Absteigskampf und sahen auch lange Zeit wie der sichere Sieger aus. Doch Köln traf spät doppelt und sicherte sich so einen schmeichelhaften Punkt.


Zu Beginn gab es die an diesem und am nächsten Spieltag angesetzte Schweigeminute in Gedenken an die bisherigen Opfer der Corona-Pandemie. In den ersten 15 Minuten spielte sich die Partie vorrangig zwischen den beiden Strafräumen ab. Vor allem die Kölner liefen ihren Gegner hoch an, kamen ihrerseits aber ebensowenig zu klaren Toraktionen, wie die eher abwartend agierenden Düsseldorfer auf der anderen Seite.


Magerkost in der ersten Hälfte - Karaman eröffnet und beschließt


Köln blieb das aktivere Team, doch den ersten richtigen Abschluss der Partie konnte die Fortuna für sich verzeichnen. Karaman prüfte in der 20. Minute Horn mit einem strammen Schuss, doch der Kölner Torwart parierte den Versuch ohne große Anstrengung.


Düsseldorf zeigte sich im weiteren Verlauf als die etwas gefährlichere Mannschaft, doch Zählbares sprang aufgrund von vielen Ungenauigkeiten nicht heraus. Die Fortuna zog das Spiel immer mehr auf ihre Seite, Köln tat sich schwer, seinerseits dagegenzuhalten und operierte nunmehr fast ausschließlich mit langen - ungenauen - Bällen in die Spitze. Vor allem im Bereich Zweikampfstärke ließen sich die Hausherren ein ums andere Mal abkochen.


In der 41. Minute folgte konsequenterweise die Führung für die Gäste - nach einem Fehler von Katterbach im Aufbauspiel fanden die Düsseldorfer ihren Stürmer Karaman im Kölner Strafraum und der Türke ließ Timo Horn mit einem strammen und leicht abgefälschten Schuss in die kurze Ecke keine Abwehrmöglichkeit. Die Kölner Fans reagierten ob der absehbaren Entwicklung ein wenig gereizt:


Bis zur Pause blieb die Fortuna weiter aggressiv und verdiente sich somit die knappe Führung zum Halbzeitpfiff.


Zu Beginn der zweiten Hälfte verzichteten beide Trainer auf personelle Änderungen, jedoch standen die Kölner offensiver ausgerichtet auf dem Feld. In der 51. Minute folgte dann auch endlich der erste Abschluss der Kölner, doch Kastenmeier hatte keine Mühe, den Versuch von Kainz zu halten.


Vier Minuten Später prüfte Jakobs den Schlussmann der Fortuna aus einem extrem spitzen Winkel, doch erneut blieb Kastenmeier der Sieger. Man merkte den Kölnern an, dass sie auf Wiedergutmachung für eine schwache erste Hälfte aus waren.


Düsseldorf nutzt die Kölner Verwirrung


In der 56. Minute scheiterte Uth aus einem Meter Torentfernung zweimal innerhalb von Sekunden am Aluminium und an Kastenmeier, bevor der Kölner Stürmer von Bodzek gefoult wurde. Den fälligen Elfmeter schoss Uth jedoch hochgradig unplatziert und Kastenmeier konnte abwehren, beim Nachschuss standen sich Uth und Jakobs selbst im Weg und somit verpuffte diese große Möglichkeit.


Kurz darauf wechselte der Kölner Trainer Markus Gisdol gleich dreifach und stellte das System um - mit Folgen. Nur Sekunden später nutzte die Fortuna die kurze Verwirrung in der Kölner Hintermannschaft und stellte auf 0:2. Skrzybski hatte bei einem Konter das Auge für Thommy links im Kölner Strafraum und der Flügelspieler brachte den Ball lässig in der langen Ecke unter.


Danach rannte Köln energisch wie planlos an, konnte die Fortuna-Abwehr aber selten in Gefahr bringen. Die Spieler des FC haderten vermehrt mit sich und dem Schiedsrichter und ließen den in so einer Situation wichtigen Zusammenhalt vermissen. Düsseldorf beschränkte sich auf die Defensivarbeit und gewann fast jeden wichtigen Zweikampf.


Das Comeback der Kölner in der Schlussphase


In der 88. Minute kam Köln jedoch noch einmal heran - der eingewechselte Modeste köpfte eine tolle Flanke des ebenfalls von der Bank gekommenen Drexler gegen die Laufrichtung von Kastenmeier ein und sorgte so für eine spannende Schlussphase.


Die Fortuna wirkte plötzlich konsterniert und kassierte nur drei Minuten später den Ausgleich. Erneut der belebende Drexler brachte den Ball von rechts in den Strafraum, wo Córdoba mit ein wenig Glück den Ball per Kopf zum 2:2-Endstand einnetzten konnte - Kastenmeier war noch dran. Die Kölner Fans brachten den Spielverlauf auf den Punkt:


Düsseldorf gab einen eigentlich sicher geglaubten Sieg somit noch aus der Hand und wird weiter tief im Abstiegskampf stecken bleiben. Am kommenden Mittwoch empfängt die Fortuna um 20:30 Uhr die taumelnden Schalker, während der FC zeitgleich in Hoffenheim antreten wird.