Der Klassenerhalt ist erreicht, im Sommer wartet die nächste große Aufgabe auf Horst Heldt und Markus Gisdol: Der 1. FC Köln muss für die nächste Saison gewappnet werden. Neben zahlreichen geplanten Abgängen soll es aber auch Vertragsverlängerungen und sonstige Kader-Deals geben.


Inmitten einer sportlich krisenhaften Lage übernahm Horst Heldt als neuer Sport-Geschäftsführer das Ruder beim 1. FC Köln, suchte Markus Gisdol als den Trainer aus, der die zu diesem Zeitpunkt sehr unsichere Mission Klassenerhalt meistern sollte. Nun, einen Spieltag vor dem Ende der Saison, muss den beiden für diese Leistung gratuliert werden. Der Effzeh hat mit dem Abstiegskampf schon über längere Zeit nur noch wenig zu tun gehabt.


Kaum ist ein Haken an der ersten großen Aufgabe, müssen sich die beiden an die nächste Herausforderung begeben: Über die Sommerpause wird ein großer Umbruch im Kader nicht nur angegangen, sondern schlicht notwendig. Ganze zehn verliehene Spieler kommen zurück, andere sollen verkauft werden, manch einer soll seinen Vertrag verlängern. So auch Heldt und Gisdol selbst, die bis 2023 in der Domstadt bleiben werden.


"Es gibt viel zu tun": Heldt schwört 1. FC Köln auf arbeitsintensive Sommerpause ein


"Die Leitplanken sind eng. Deswegen wird es spannend", so Heldt gegenüber der Bild. Den erfahrenen Fußball-Manager erwartet eine neue Herausforderung, die er mit seinem Team angehen wird. Dieser Lage ist er sich jedoch vollkommen bewusst: "Es gibt viel zu tun und wir müssen einige Entscheidungen treffen. Da geht es ans Eingemachte."


Bei den zehn Leihspielern, die zum Saisonende wieder zum Effzeh zurückkehren werden, sollen nur zwei bleiben. Die Bild berichtet, dass sich lediglich Frederik Sörensen und Salih Özcan Hoffnungen auf eine Zukunft in Köln machen dürfen. Sörensen ist zurzeit in die Schweiz an Young Boys Bern verliehen, die den Innenverteidiger aber wohl auch - zumindest theoretisch - halten könnten.


Für Markus Gisdol und Horst Heldt steht im Sommer einiges an Arbeit an

Alle anderen acht Rückkehrer scheint kein Verbleib in Aussicht gestellt zu werden. Darunter auch Namen wie Louis Schaub (Hamburger SV), Lasse Sobiech (Royal Excel Mouscron) und Vincent Koziello (Paris FC). Vorerst wird der gesamte Kölner Kader satte 37 Spieler umfassen - wenig verwunderlich also, dass einige Spieler gehen müssen. Am Ende, so das wohl formulierte Ziel, sollen 26 Feldspieler übrig bleiben.


Neben aktuellen Leihspielern, die abgegeben werden sollen, soll es auch weitere Verkäufe aus der Mannschaft der momentanen Saison geben. So soll sich der Effzeh vor allem von Jorge Meré, Kingsley Schindler und Niklas Hauptmann trennen wollen. Sie spielten unter Gisdol keine Rolle mehr, könnten somit noch zu Geld gemacht werden. Sollte kein direkter Verkauf möglich sein, wäre wohl zumindest eine Leihe angedacht, um das ansonsten anfallende Gehalt einsparen zu können.


Unsicherheit gemischt mit Handlungsbedarf: Cordoba und Uth sollen im besten Fall bleiben


Fragezeichen schweben derweil noch über Personalien wie Christian Clemens, Marco Höger oder Simon Terodde. Noch ist unklar, ob das Trainerteam mit ihnen planen möchte, oder ob auch sie keine Zukunft mehr beim traditionsreichen Bundesligisten haben. Das Gleiche soll für Benno Schmitz und Marcel Risse gelten, auch sie könnten den Klub theoretisch verlassen.


Die Einsparungen und potenziellen Ablösesummen kann Heldt gut gebrauchen. Schließlich sollen nicht nur Spieler verkauft und abgegeben, sondern auch neue Akteure verpflichtet oder bestehende Verträge verlängert werden.


Mark Uth steht vor der Rückkehr zum S04 - Ein Verbleib ist äußerst unwahrscheinlich

In der Offensive herrscht noch Handlungsbedarf. Jhon Cordoba, ausgestattet mit einem Arbeitspapier bis 2021, soll darüber hinaus noch auf Torejagd für Köln gehen. Gleichzeitig schwirrt der Name Mark Uth noch immer in den Köpfen der Vereinsführung. Aus sportlicher Sicht wird der Effzeh den gebürtigen Kölner definitiv halten wollen - müsste dafür aber zehn Millionen Euro an Schalke 04 zahlen, um die Ausstiegsklausel zu aktivieren.

Eine verlängerte Leihe wäre wohl der größtmögliche Erfolg, aber auch unwahrscheinlich, da der S04 ebenso wenig Geld zur Verfügung hat, während die eigene Offensive verstärkt werden muss. Für beide Ziele müsste ohnehin ein gutes Budget zur Verfügung stehen.


Großer Kader-Umbruch wartet: Mehr als ein Dutzend Spieler könnten Köln verlassen


Des Weiteren sind laut Bild Stammspieler wie Timo Horn, Ismail Jakobs, Anthony Modeste oder Florian Kainz fest für die nächste Saison eingeplant. Auch weitere Youngsters wie Noah Katterbach oder Jan Thielmann - neben Jakobs - sollen definitiv bleiben.


Abwehr-Youngster Noah Katterbach hat zuletzt bis 2024 verlängert

Eine nicht zu unterschätzende Aufgabe wird aber das Verkaufen und Abgeben zahlreicher Spieler, die zunächst im Kader und somit auch auf der Gehaltsliste stehen werden. Ein sattes Dutzend an Profis soll laut Übersicht der Bild gehen - nicht mit inbegriffen: Die Spieler, über deren Zukunft noch nicht final entschieden ist. Horst Heldt wird ganze Arbeit leisten müssen, um den Verein und das Team möglichst kostengünstig krisensicher und gleichzeitig konkurrenzfähig zu machen.