Die (vorerst) geplatzte Vertragsverlängerung von David Alaba zeigt, dass auch der FC Bayern München seine Stars nicht um jeden Preis hält. Gerade in Zeiten der Coronakrise ist das das richtige Zeichen. Dem realitätsfernen Österreicher sollte man keine Steine in den Weg legen. Dennoch träfe sein Abgang den Klub zumindest emotional ziemlich stark.


Nach langem Hin und Her platzt dem FC Bayern der Kragen. Alaba stellt sich trotz lukrativem Angebot weiterhin quer, missachtet die Frist des Rekordmeisters, bis Ende Oktober für Klarheit zu sorgen und fordert die Verantwortlichen auf, noch einmal nachzudenken. Mit dem gebotenen Jahresgehalt in Höhe von elf Millionen Euro samt möglicher Bonuszahlungen, die sein Salär gar auf bis zu 18 Millionen Euro aufstocken, gibt sich der Österreicher nicht zufrieden.


David Alaba (28) bringt die Bayern auf die Palme

Alabas im Juni 2021 auslaufender Kontrakt steht mehr denn je auf der Kippe. "Wir haben uns entschlossen, das Angebot komplett vom Tisch zu nehmen - das heißt, es gibt kein Angebot mehr", erklärte Bayern-Präsident Herbert Hainer am Sonntagabend im BR-Fernsehen. Alle Zeichen stehen auf Abschied. Alaba würde den Klub nach zwölf Jahren und ganzen 25 (!) Titeln im Sommer ablösefrei oder aber bereits im Winter für ein kleines Sümmchen verlassen.


FC Bayern weist realitätsfernen Alaba ab


Der harte Entschluss der Verantwortlichen zeigt: sie lassen sich keinesfalls an der Nase herumführen. Auch die Bayern wissen, wann Grenzen überschritten sind. Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie können auch sie nicht das Geld zum Fenster hinauswerfen. Während die gesamte Weltwirtschaft bröckelt, fordert ein realitätsferner Alaba mehr und mehr Geld. Leute, die den Hals in diesen Zeiten nicht vollkriegen, sollte man keinesfalls aufhalten. Den Hauptgrund des nervtötenden Vertragspokers bildet übrigens sein Berater, der "geldgierige Piranha" Pini Zahavi.


Nicht unschuldig für Alabas Geldgier: Star-Berater Pini Zahavi (77)

"Was der Berater für einen Schmarrn erzählt, ist unfassbar. Der verlangt einen zweistelligen Millionenbetrag nur für die Unterschrift", ließ Ehrenpräsident Uli Hoeneß unlängst im Sport1-Doppelpass verlauten. "Bei den Gehältern scheint im Spitzenbereich der ein oder andere Berater der Meinung zu sein, dass trotz Corona in der Welt die Sonne draußen noch hell scheint", stichelte auch Karl-Heinz Rummenigge im Sommer indirekt gegen Zahavi.


Bayern hält Stars nicht um jeden Preis


Die Causa Alaba gilt als Paradebeispiel für den Mut der Bayern. Sie zeigt, dass sie ihre Stars keineswegs um jeden Preis halten. Bereits in der Vergangenheit zogen die Münchener lukrative Offerten für ihre Spieler öffentlich zurück. So etwa die für DFB-Kapitän Michael Ballack vor seinem Transfer zum FC Chelsea im Sommer 2006. Auch die gescheiterten Vertragsverhandlungen mit Spielmacher Toni Kroos im Jahr 2014 und sein daraufhin erfolgter Wechsel zu Real Madrid, um noch Ablöse zu generieren, zeigen eindrucksvoll, dass sich der Rekordmeister nicht herumkommandieren lässt.


Der Abgang von Alaba dürfte allerdings gleich doppelt schmerzen. Immerhin war Bayerns Verteidiger an zwei Triple-Siegen maßgeblich beteiligt. Mit seinen 28 Jahren und 394 Pflichtspielen im rot-weißen Dress gehört er schon jetzt zu den erfolgreichsten Profis, die jemals für den Klub aufliefen. Egal, was in letzter Zeit neben dem Platz ablief, sein potenzieller Abgang tut den Bayern in der Seele weh - dennoch ist er durchaus kompensierbar. Mit Jérôme Boateng, Niklas Süle, Lucas Hernández und den Youngsters Chris Richards sowie Tanguy Nianzou stehen Cheftrainer Hansi Flick weiterhin fünf gelernte Innenverteidiger zur Verfügung. Obendrein könnte auch ein Benjamin Pavard im Notfall durchaus in der Abwehrzentrale aushelfen.


Zog den Schlussstrich: Bayern-Präsident Herbert Hainer (66)

"Ich will noch mal dazu sagen, dass wir David unheimlich schätzen, er ist ein liebenswerter Kerl, er ist Publikumsliebling, er ist ein Eigengewächs des FC Bayern München, und deswegen würden wir es auch so bedauern, wenn wir getrennte Wege am Ende der Saison gehen müssen", sagte Hainer dem Bayerischen Rundfunk abschließend. Fakt ist jedoch, dass die Bayern ihre Offerte zurückgezogen haben. Dass Alaba samt Berater nun doch noch einknicken, scheint unwahrscheinlich. Sämtliche Topklubs Europas stehen Schlange und winken mit den Geldscheinen ihrer Investoren. Alabas Kapitel bei den Bayern nimmt spätestens im Sommer ein Ende.