Durchatmen. In einem hitzigen Spiel gegen den russischen Topklub Lokomotive Moskau geht der FC Bayern München als Sieger hervor. Der deutsche Rekordmeister besiegt die Heimmannschaft am Ende mit 2:1, zwischenzeitlich schnupperten die Russen allerdings an einer Sensation.


Die Vorzeichen vor der Partie standen aus der deutscher Sicht optimal. Der FCB ging mit mächtig Rückenwind aus dem 4:0-Erfolg gegen Atletico in die Champions League-Partie, zudem konnten die Münchner am Wochenende mit 5:0 gegen Eintracht Frankfurt überzeugen. Bayern-Coach Hansi Flick konnte zudem (fast) aus dem Vollen schöpfen. Bis auf Alphonso Davies standen dem Trainer alle (Stamm-)Kräfte zur Verfügung.



Aufstellung und Spielernoten des FC Bayern München:


Neuer (3) - Hernandez (4,5), Alaba (4), Süle (4), Pavard (2) - Kimmich (2,5), Goretzka (2, ab 46' Martinez (4) ) - Coman (4, ab 69' Coman), Tolisso (2,5), Müller (4,5; ab 46' Gnabry (4) ) - Lewandowski (4,5)



Besser in die Partie kamen allerdings die Gastgeber. Bereits in der dritten Spielminute köpfte Lok-Stürmer Fedor Smolov freistehend aufs Bayern-Tor. Neuer hatte mit der ersten Chance des Spiels allerdings keine Probleme. Dennoch: Frecher Start Moskaus.


Sehenswert: Goretzka trifft nach Pavard-Assist


Das erste Tor der Partie fiel dann allerdings auf der anderen Seite. Nach einer sehenswerten Kombination über Corentin Tolisso und Benjamin Pavard köpfte Leon Goretzka ins Lok-Tor (14'). Besonders schön fürs Auge war die Flanke Pavards, der den Heber von Tolisso per Volley in den Strafraum legte. Goretzka hatte nach der tollen Vorarbeit keine Probleme mit dem Treffer, dafür allerdings mit seinem Trikot, das durch den angespannten Oberarm beim Torjubel riss...


Knapp zehn Minuten später der nächste Aufreger im Lok-Strafraum. Kingsley Coman schoss nach einer erneuten Volley-Flanke von Pavard an den linken Pfosten. Der FCB verpasste es, sich früh ein komfortables Tore-Polster zuzulegen.


Bis zur Pause wartete man in der RZD Arena auf weitere große Highlights, allerdings versteckte sich Lok vor dem Favoriten keineswegs. Vielmehr sorgten die Moskauer immer wieder für Nadelstiche, sodass sich die Bayern-Defensive durchgehend konzentrieren musste.


Zur Pause wechselte Flick doppelt, Serge Gnabry und Javi Martinez kamen für Thomas Müller und Goretzka ins Team. Auch Lok tauschte das Personal, der angeschlagene Ex-Leverkusener Vedran Corluka wurde von Ex-Hamburger Slobodan Rajkovic ersetzt.


Dicke Chancen auf beiden Seiten - VAR revidiert Elfer-Entscheidung


Der amtierende Champions League-Sieger hatte den besseren Start nach Wiederanpfiff. Martinez (55') und Kimmich (57', nach abermaligen Volleyflanke Pavards) verbuchten Chancen auf das 2:0. Besonders Letzterer hätte aus kurzer Distanz das Tor erzielen müssen, allerdings rettete Rajkovic seine Farben.


In der 64. Minute der nächste Aufreger: Schiedsrichter Istvan Kovacs zeigte nach einem dummen Einsteigen von Daniil Kulikov gegen Robert Lewandowski auf den Punkt. Doch es herrschte Klärungsbedarf. War das Foul innerhalb oder außerhalb des Strafraums? Der VAR räumte die Diskussion pragmatisch aus dem Weg: Lewandowski stand vor der Aktion im Abseits, wodurch die Elfmeterentscheidung zurückgezogen wurde.


Nun begann das Spiel richtig Fahrt aufzunehmen. Ignatiev (68') und Coman (69') hatten gute Möglichkeiten auf einen Treffer. Schließlich sorgte Anton Miranchuk für das nicht unverdiente 1:1. Das Moskauer Eigengewächs schob nach einem Pass von Ze Luis locker ein. Beim schnellen Vorstoßen der Gastgeber offenbarte die Bayern-Defensive große Schwächen in der Rückwärtsbewegung.


Lok-Knockout durch Kimmich


Moskau drückte nun gewaltig auf die Überraschung, mitunter wirkte der FCB zu passiv gegen die Angriffsbemühungen der Heimmannschaft. Dennoch fiel das entscheidende Tor auf Seiten der Bayern. In der 79. Minute traf ein sehenswerter Schuss von Joshua Kimmich die Russen ins Mark.


Den abermaligen Rückstand konnte Lock trotz letzter Anstrengungen nicht mehr aufholen, sodass der FC Bayern am Ende mehr oder wenig glücklich die drei Punkte mit nach Hause nehmen darf. Lok bleibt am Ende ohne Lohn, auch wenn Einstellung und Einsatz gegen den Favoriten stimmten.