Beim 2:0-Erfolg des FC Bayern über Union Berlin hat Robert Lewandowski die Torejagd wieder aufgenommen. Der Pole erzielte per Strafstoß sein 26. Bundesligator und hat Gerd Müllers Bestmarke von 40 Treffern noch immer im Visier. "Das wird nicht einfach, aber er hat die Qualität", sagte Cheftrainer Hansi Flick nach dem Spiel - dafür wird Lewandowski im Saisonfinale allerdings liefern müssen.


Die Zahlen lügen nicht: Robert Lewandowski ist in dieser Saison der Schlüsselspieler des FC Bayern. In 27 von 34 Pflichtspielen erzielte der Pole mindestens ein Tor. Allein in der Bundesliga war er an den ersten elf Spieltagen jeweils zur Stelle, auch traf er in jedem Champions-League-Spiel, in dem er mit von der Partie war.


Liefert Tore wie am Fließband: Robert Lewandowski jagt den Rekord von Gerd Müller

Am Sonntagabend knackte Lewandowski die Marke von 40 Pflichtspieltoren und baute mit seinem 26. Bundesligator den Vorsprung in der Torschützenliste auf Timo Werner (21) weiter aus. Aufgrund seiner Schienbeinverletzung im Achtelfinal-Hinspiel der Königsklasse beim FC Chelsea schien der Tor-Rekord von Gerd Müller außer Reichweite, wegen der Saisonunterbrechung ist in den übrigen Partien jedoch wieder alles drin.

"Er hat noch acht Spieltage, um den Rekord zu brechen. Das wird nicht einfach, aber er hat die Qualität", sagte Hansi Flick laut Sport1 auf der Pressekonferenz nach dem Spiel. Der Bayern-Coach ist sich sicher: "Wenn es einer packt, dann ist er das."


Rekordjäger Lewandowski


Lewandowski hat sich längst in die Geschichtsbücher eingetragen. Der vierfache Torschützenkönig belegt in der Liste der ewigen Rekord-Torschützen mit 228 Toren den 3. Platz, erfolgreicher waren nur Klaus Fischer (268) und Gerd Müller (365).

In der laufenden Bundesligasaison erzielte der 31-Jährige im Schnitt 1,08 Tore pro Spiel. Unter Niko Kovac war er für 56 Prozent der Bayern-Tore verantwortlich, unter Flick gehen 24 Prozent aller Tore auf sein Konto. Mit Lewandowski an der Spitze wird die Meisterschaft auch in diesem Jahr nur über den FC Bayern gehen, eine Vorentscheidung könnte im Spitzenspiel gegen Borussia Dortmund am 26. Mai fallen.


Gemischtes Restprogramm


Jedoch wird Lewandowski seinen Schnitt noch einmal anheben müssen. Will er die 40-Tore-Marke knacken, benötigt er in den übrigen 8 Spielen durchschnittlich 1,75 Tore pro Spiel. Hoffnung macht das Restprogramm: In der Gesamtbilanz traf er gegen fünf der acht kommenden Gegner zweistellig, allerdings wartet mit Fortuna Düsseldorf auch eine Mannschaft, gegen die Lewandowski noch nie getroffen hat.

Gegen den kommenden Gegner Eintracht Frankfurt war er bereits 10 Mal erfolgreich, gegen die Ex-Kollegen aus Dortmund sogar 19 Mal. Doch nicht nur gegen Düsseldorf, auch gegen Bayer Leverkusen (5 Tore) und Borussia Mönchengladbach (4 Tore) tut sich Lewandowski schwer. In den anschließenden drei Partien warten mit Werder Bremen (18 Tore), dem SC Freiburg (15 Tore) und dem VfL Wolfsburg (21 Tore) wieder drei Mannschaften, gegen die der 31-Jährige seinen Torinstinkt häufiger unter Beweis gestellt hat.


Ein mögliches, aber schwer zu erreichendes Ziel


Allerdings müssen die Bayern ihren Torjäger häufiger in Szene setzen als am Sonntag, wenn Lewandowski Geschichte schreiben soll. "Wir haben es heute versäumt, ihn öfter mit ins Spiel einzubinden", sagte Flick nach dem Arbeitssieg an der Alten Försterei. Abgesehen von seinem verwandelten Strafstoß blieb Lewandowski über 90 Minuten blass, Unions Fünferkette hatte ihn stets im Griff.


In den übrigen Spielen dürfte es allen voran an Thomas Müller liegen, Räume für seinen Sturmpartner zu eröffnen, in denen er sich in aussichtsreiche Schusspositionen bringen kann. Dann könnte Lewandowski, der bereits zwei Mal 30 Tore erzielt hat, die 40-Tore-Marke knacken.