Nachdem der FC Bayern im Spitzenspiel in Dortmund Joshua Kimmich verletzt auswechseln musste, zeichnet sich nun beim 25-Jährigen ein Ausfall von mehreren Wochen ab. Kompensiert der deutsche Rekordmeister den Ausfall mit bereits im Kader befindlichen Spielern oder verstärkt man sich im kommenden Winter-Transferfenster noch einmal?


Der kicker geht von einem Meniskuseinriss im rechten Knie aus, eine Operation scheint für Kimmich unumgänglich. Damit würde der sich zuvor in bestechender Form befindliche Nationalspieler mehrere Wochen ausfallen - je nach Verlauf des Heilungsprozesses eventuell sogar mehrere Monate.

Sicher scheint nur, dass Kimmich in diesem Kalenderjahr nicht mehr auf dem Platz stehen wird.


Enge Taktung der Saison zwingt Salihamidzic zum Kraftakt


Der Bayern-Kader ist sicherlich beeindruckend tief besetzt, doch neben Müller, Neuer und Lewandowski ist auch Kimmich ein Spieler, der zu den absoluten Schlüsselspielern gehört und damit nicht ohne Qualitätsverlust zu ersetzen sein wird.

Neben Tolisso, der in Dortmund für Kimmich in die Partie kam und zeigte, dass er ein anderer Spielertyp ist, haben die Bayern mit Martinez, den Neuzugängen Roca und Dantas, sowie dem 19-Jährigen Stiller schlicht keinen Spieler, der guten Gewissens das Niveau von Kimmich kompensieren kann.

Denn nicht nur Kimmichs Spielanlage, bei der er hartes Arbeiten mit Spielmacher-Attributen verbindet, sondern auch sein Stellenwert innerhalb der Mannschaft und seine Fähigkeit, die eigene Moral auf die Mitspieler zu übertragen, werden den Bayern immens fehlen.


Hasan Salihamidzic steht vor einer schwierigen Abwägung

Bis zur Öffnung des nächsten Transferfensters Anfang des kommenden Jahres, muss Sport-Vorstand Hasan Salihamidzic die Entwicklung von Kimmichs Verletzung beobachten und dann abwägen, ob die Bayern noch einmal aktiv werden.

Die in diesem Jahr absurd enge Taktung der Spiele sorgt dafür, dass die "Winterpause" auf die letzten knapp zwei Dezember-Wochen beschränkt sein wird. Der FC Bayern wird in der Liga bis dahin noch auf die Top-Teams aus Leipzig (05.12.2020) und - zum Abschluss des Kalenderjahres - Leverkusen (19.12.2020) treffen - die restlichen Spiele gegen Bremen, Stuttgart, Union und Wolfsburg erscheinen weniger bedrohlich. Am 02.01.2021 geht es dann schon gegen Mainz weiter, eine Woche später reist man nach Gladbach.

In der Champions League stehen bis zum 09.12.2020 zudem noch die Rückspiele in der Gruppe an, doch haben die Bayern mit drei Siegen aus den Hinspielen und einem aktuellen Vorsprung von fünf Punkten auf den Gruppen-Zweiten eine fast nicht zu verspielende Ausgangslage geschaffen.

Nach dem Liga-Spiel in Leverkusen wird Salihamidzic genau überlegen müssen, ob man im Januar auf dem Transfermarkt aktiv werden sollte. Die Entscheidung, sich eventuell im traditionell hochpreisigen Winter-Transferfenster mit einer kurzfristigen Lösung zu verstärken, wird stark von Kimmichs Gesundheitszustand abhängen.