Die Corona-Pandemie hat auch die Transferaktivitäten des FC Bayern ins Stocken gebracht. Cheftrainer Hansi Flick fordert einen breiteren Kader, durfte sich bislang aber nur über die Ankunft von Ersatztorwart Alexander Nübel, Defensiv-Talent Tanguy Nianzou und Königstransfer Leroy Sané freuen. Gegenüber der tz erklärte Sportvorstand Hasan Salihamidzic, was die Spielersuche so schwer macht.


Am liebsten hätte Flick noch einen vierten Flügelspieler, wohl auch eine zusätzliche Alternative auf der rechten Abwehrseite, und ein zentraler Mittelfeldspieler soll dem Vernehmen nach unabhängig vom bevorstehenden Abschied von Thiago verpflichtet werden. Viel hat sich beim FC Bayern aber nicht getan, seit der Transfer von Leroy Sané Anfang Juli verkündet wurde.

Etwas weniger als 50 Millionen Euro soll der 24-Jährige gekostet haben, kein anderer Bundesligist hat bisher auch nur ansatzweise so viel investiert. Allzu viel Geld, so scheint es, wollen die Münchner trotz des Bedarfs aber nicht mehr ausgeben. Der Kader soll breiter werden, ja - aufgrund dessen soll aber verstärkt der eigene Nachwuchs in den Fokus rücken: "In der Spitze sind wir sowieso top aufgestellt mit 16, 17 Nationalspielern. Deshalb haben wir jetzt Interesse daran, dass der eine oder andere Spieler aus der Jugend nachwächst, um den Kader in der Breite zu verstärken", sagte Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge in der Abendzeitung München.


FC Bayern sucht flexible und entwicklungsfähige Spieler


Die Verantwortlichen wandern auf einem schmalen Grat, wie Salihamidzic gegenüber der tz erklärt. Man wolle "dem Trainer auch für die neue Saison eine Mannschaft stellen, mit der er Titel gewinnen kann", gleichzeitig aber "keine Transfers machen, die die wirtschaftliche Gesundheit gefährden."


Kostspielige Transfers im mittleren bis höheren zweistelligen Millionenbereich scheinen also nicht geplant; zumindest, solange keine Transfereinnahmen reinvestiert werden können. Der Fokus liege stattdessen auf jungen, entwicklungsfähigen und variablen Spielern, so Salihamidzic: "Deshalb werden wir beispielsweise weiter darauf achten, Spieler zu finden, die vielseitig einsetzbar sind. Und wir müssen Spieler finden, die das Trainerteam entwickeln kann."