Inmitten der großen Diskussionen und Spekulationen rund um die Zukunft von David Wagner vermeidet der größte Befürworter, Jochen Schneider, ein klares Bekenntnis, stellt allerdings auch kein Ultimatum aus. Die Frage nach einem etwaigen Nachfolger wollte der Sportvorstand "nicht beantworten".


Für Schalke 04 hat die am Samstag wartende Partie gegen Werder Bremen schon eine Brisanz erreicht, die es selbst in der vergangenen Rückrunde nicht zu geben schien. Trainer David Wagner steht nach einem Dreiviertel Jahr ohne Bundesligasieg massiv in der Kritik, auch die Leistungen der Mannschaft und sein eigenes Verhalten an der Seitenlinie - zu ruhig, Arme anteilnahmslos dauerhaft verschränkt - gehören dazu.


Am Mittwoch stellte sich Sportvorstand Jochen Schneider, wenn auch zeitlich etwas verzögert, den erwartbaren Fragen der anwesenden Presse. Selbstverständlich im Fokus: Bleibt Wagner auch nach dem kommenden Wochenende Trainer? Wenn ja, unter welchen Bedingungen? Der übergeordnete Tenor: Schneider, der nach wie vor größte und intern offenbar beinahe einzige Befürworter des Coaches, vermied ein klares Bekenntnis, stellte allerdings auch kein Ultimatum aus.


S04-Sportvorstand Jochen Schneider steht unter Druck - und auch in der Kritik

Schneider verwehrt ein "öffentliches Ultimatum" - Wagner muss den Turnaround schaffen


"Ich bin keiner, der öffentlich ein Ultimatum stellt", erklärte er diesbezüglich. Schon kurz nach der erneuten Blamage am ersten Spieltag betonte er jedoch, dass es eine klare "Leistungssteigerung" geben müsse. Das oberste Ziel, eine ergebnistechnische Trendwende zu erreichen, läuft nun seit dem Februar - was die spielerischen Auftritte angeht, läuft sie streng genommen schon seit etwa zehn bis elf Monaten.


Die letzten Monaten seien definitiv spürbar, so Schneider weiter (via Bild): "Diese Rückrunde ist natürlich ein Stück weit ein Rucksack, den David Wagner und wir alle mit uns schleppen. Das kann ich nicht beiseite wischen." Es sei klar, so gab er weiter aus, "dass wir ein anderes Auftreten brauchen": "Wir dürfen uns nicht noch einmal so präsentieren. Ein anderes Auftreten wird auch zwangsläufig ein anderes Ergebnis mit sich bringen."


Gegen Bremen könnte das für David Wagner letzte Schalke-Spiel folgen

Blickt man nun auf die Partie gegen Bremen, scheint es nur einen einzigen Hoffnungsschimmer zu geben, der für einen Erfolg für Schalke spricht: Dass Werder selbst ebenfalls schlecht drauf ist. Aus eigener Kraft, so herrscht der Eindruck derzeit vor, hat Königsblau nichts vorzuweisen, was nach ewig langen Monaten für das Erfolgserlebnis spricht. Viel eher ist wohl davon auszugehen, dass das Team zunächst defensiv agiert, um sich Sicherheit zu holen.


Dementsprechend steht die Frage im Fokus, "ob wir den Turnaround schaffen", wie der Sportvorstand es formulierte (via Sportbuzzer). Daran wird auch Wagner selbst gemessen werden. Dass es schon am zweiten Spieltag einer neuen Saison, nach zusätzlich sechs, sieben Wochen Vorbereitung, zu einer solchen Situation überhaupt kommt, ist ein wahres Armutszeugnis für den Verein. Über potenzielle Nachfolger, die dieser Tage bereits genannt werden, wollte er sich indes erst gar nicht äußern.