Bisher standen die Zeichen bei Philippe Coutinho auf einen Abschied vom FC Bayern. Wie Sport1 berichtet, könnte der Brasilianer unter Umständen jedoch länger beim Rekordmeister bleiben. Eine Verlängerung des Leihgeschäfts kommt laut dem TV-Sender aber nicht in Frage.


Auch beim FC Bayern hat Philippe Coutinho sein Glück noch nicht gefunden. Der Spielmacher wurde für diese Saison vom FC Barcelona ausgeliehen und zeigte trotz 17 Torbeteiligungen in 32 Einsätzen überwiegend mäßige Leistungen. Dass die Kaufoption in Höhe von 120 Millionen Euro gezogen wird, gilt nicht zuletzt wegen der Corona-Krise als ausgeschlossen, doch auch so dürfte Coutinho kaum für eine dreistellige Millionensumme wechseln.

Wohin die Reise des Brasilianers gehen wird, ist unklar. In den vergangenen Monaten häuften sich die Gerüchte um eine Rückkehr in die Premier League, die spanische Mundo Deportivo brachte jüngst dagegen eine Verlängerung der Leihe ins Spiel. Stand jetzt wird Coutinho die Münchner zum 30. Juni verlassen, jedoch plant die UEFA, die Europapokalwettbewerbe im August fortzusetzen.


Coutinho-Berater: "Noch keine Entscheidung gefallen"


"Bezüglich seiner Zukunft ist noch keine Entscheidung gefallen", erklärte Berater Kia Joorabchian gegenüber Sport1. "Wie ich schon häufiger in unsicheren Zeiten wie diesen gesagt habe: Wir sprechen derzeit nicht über irgendwelche Transfers oder Zukunftspläne und haben darüber auch noch nicht diskutiert."


Nach Informationen des TV-Senders ist ein erneutes Leihgeschäft kein Thema. Coutinho, heißt es, soll entweder fest verpflichtet werden oder nach Barcelona zurückkehren. Innerhalb des Klubs gebe es Befürworter eines Transfers, darunter Cheftrainer Hansi Flick. So hoffe man darauf, dass Coutinho bei einer kompletten Sommervorbereitung der Durchbruch gelingt.

Für ein längerfristiges Engagement beim Rekordmeister kann er sich derzeit aufgrund einer Sprunggelenksverletzung aber nicht empfehlen. Wie lange Coutinho genau ausfallen wird, ist unklar, laut Sport1 sei er optimistisch, in drei bis vier Wochen wieder auf dem Platz stehen zu können.


"Ich kann sagen, dass Philippe in München sehr glücklich ist" Kia Joorabchian über Philippe Coutinho

"Das Wichtigste für ihn ist jetzt, sich auf eine schnelle Genesung zu konzentrieren, um seinem Team so schnell wie möglich wieder auf dem Platz helfen zu können", so Joorabchian, der durchklingen ließ, dass sich Coutinho einen Verbleib durchaus vorstellen kann: "Ich kann sagen, dass Philippe in München sehr glücklich ist. Er mag den Verein und dessen hohes Maß an Professionalität."


Wie realistisch ist ein Verbleib?


Eine Weiterbeschäftigung ist allerdings an die weitere Kaderplanung gebunden. Einerseits arbeiten die Münchner intensiv an einer Verpflichtung von Leroy Sané, andererseits wird nach einem neuen Rechtsverteidiger gefahndet. Realistisch erscheint eine Ablösesumme im mittleren zweistelligen Millionenbereich, abhängig ist diese jedoch vom Transferbudget, das im Sommer zur Verfügung steht. "Auch der FC Bayern steht vor großen wirtschaftlichen Herausforderungen und wird den Gürtel enger schnallen müssen", sagte Vorstandsvositzender Karl-Heinz Rummenigge gegenüber Sport Bild.

Nach Informationen vom kicker fordert Manchester City 50 Millionen Euro für Sané, Sport1 nennt eine Summe "zwischen 50 und 65 Millionen Euro". Dass Coutinho für eine ähnliche Summe verpflichtet wird, ist auch wegen Kai Havertz fraglich.

Der offensive Mittelfeldspieler ist noch bis 2022 an Bayer Leverkusen gebunden. Angeblich wollen die Verantwortlichen nicht von ihren Ablöseforderungen im dreistelligen Millionenbereich abrücken. Ein Verbleib wäre insofern vorstellbar.


Das Interesse des FC Bayern an Kai Havertz ist ein offenes Geheimnis. Coutinhos Zukunft hängt mit dem Leverkusener Juwel zusammen.

Gegenüber Sport Bild sprach Havertz im April jedoch von einem Wechsel: "Leverkusen ist ein toller Verein, ich fühle mich wohl. Meinen nächsten Schritt in der Karriere will ich aber natürlich irgendwann gehen. Das ist mein Anspruch." Er sei "bereit, einen großen Schritt zu machen" und möge Herausforderungen, dazu zähle für ihn auch ein Wechsel ins Ausland.

Erst, wenn sich ein Havertz-Transfer zerschlagen sollte, dürfte Coutinho wieder interessanter werden; dann allerdings nur für eine angemessene Summe. Aufgrund der einst gezahlten Ablöse von 145 Millionen Euro dürfte Barça nicht wenig Geld verlangen, jedoch wäre nach den bisher gezeigten Leistungen eine Ablöse im Bereich von 40 bis 50 Millionen Euro kaum vertretbar. Ob beide Parteien auf einen gemeinsamen Nenner kommen werden, darf insofern angezweifelt werden.