Vor gut drei Monaten galt Mauricio Pochettino (48) als ein heißer Kandidat auf den Trainerstuhl bei Real Madrid. Seine Vergangenheit als Perico (Pochettino war sowohl Spieler als auch Trainer bei Espanyol Barcelona) und nicht zuletzt sein erfolgreiches Wirken an der White Hart Lane ließen den Argentinier als idealen Trainer der Königlichen erscheinen. Doch mittlerweile plant Real wieder fest mit Zinédine Zidane. Und auch Pochettino scheint mit dem Projekt Newcastle United eine attraktive Alternative gefunden zu haben. Doch jetzt steigt ein weiterer Klub in das Rennen um den ehemaligen Spurs-Coach ein.


Experte sieht Wahrscheinlichkeit gering


Und das ist Benfica Lissabon. Ein großer Klub also, aber kein Klub aus einer der großen Ligen Europas. Ob diese Destination einen so begehrten Übungsleiter wie Pochettino wirklich reizen kann? Dem Portugal-Experten des Internetportals transfermarkt, Marcel de Almeida, zufolge stehen die Chancen, dass die Adler sich Pochettino krallen, tatsächlich eher gering. "Pochettino wäre eine Überraschung und eine absolute Bereicherung für die Liga" , sagt de Almeida. "Wenn er Lust auf das 'Projekt Benfica' und nicht allzu hohe Gehaltsforderungen hat, könnte das klappen. Ich sehe es dennoch nicht sehr realistisch, da die Liga zu schwach für so einen Trainer ist und er mit Sicherheit attraktivere Angebote vorliegen hat oder haben wird. Ich persönlich würde mich aber sehr freuen, wenn so ein Trainer in den portugiesischen Fußball kommt.“


Doch vor allem die finanziellen Aspekte der Operation lassen es unwahrscheinlich erscheinen. Bei den Spurs verdiente Pochettino zuletzt 9,4 Millionen Euro im Jahr. Damit war er einer der bestbezahlten Trainer weltweit. Und Benfica wiederum hat in den letzten Jahrzehnten immer wieder mal sehr renommierte Trainer von einem Engagement am westlichen Rand Europas überzeugen können. Jupp Heynckes, José Mourinho, Giovanni Trapattoni, Ronald Koeman oder Quique Flores, um nur einige zu nennen, wirkten beim portuguiesischen Rekordmeister. Pochettino wäre der dritte Argentinier auf der Trainerbank von Benfica, der erste seit über fünfundsechzig Jahren.


Verkauf der Magpies ist ins Stocken geraten - die Chance für Benfica?


Zuletzt schien die Spur von Pochettino jedoch nicht ganz so weit von London weg zu führen. Der vielleicht bald durch saudi-arabisches Kapital aufgepimpte Premier-League-Klub Newcastle United schien durch die Verpflichtung von Pochettino ein erstes starkes Signal auf dem diesjährigen Transfermarkt aussenden zu wollen. Doch der Verkauf des Klubs stockt seit einiger Zeit -und genau da sieht Benfica jetzt seine Chance.


Bruno Lage steht bei Benfica kurz vor dem Aus


Der aktuelle Trainer der Águias, Bruno Lage, steht derzeit heftig in der Kritik. Nach dem Neu-Start hat seine Mannschaft nur eines von sechs Spielen gewinnen können. Dadurch kam der Verfolger FC Porto nicht nur ran an den Tabellenführer, sondern hat ihn mittlerweile sogar überholt. Durch die gestrige Niederlage Benficas bei Maritimo Funchal (und des gleichzeitigen Sieges der Drachen bei Paços de Ferreira) ist die Lücke zwischen den beiden mittlerweile schon auf sechs Punkte angewachsen.


Bruno Lages Tage bei Benfica scheinen gezählt!

Die Meisterschaft also schon so gut wie entronnen, richtet sich der Fokus jetzt auf das Pokalfinale gegen denselben Rivalen. Ein Sieg in diesem prestigeträchtigen Duell wäre die einzig denkbare Variante, unter der eine Weiterbeschäftigung Lages möglich wäre. Doch ob es tatsächlich Pochettino sein wird, der Lage beerbt, ist weiterhin zu bezweifeln.