Seit inzwischen mehr als neun Jahren spielt Jerome Boateng nun schon für den FC Bayern. Doch sein Vertrag läuft zum Saisonende aus, während die Zeichen auf Abschied zu stehen scheinen - zumindest seitens des Klubs.


Vor anderthalb Jahren schien es bereits geklärt zu sein: Jerome Boateng würde den FC Bayern im Sommer 2019 verlassen. Seine Körpersprache sprach Bände, während Uli Hoeneß ihm in der Öffentlichkeit dazu riet, den Verein zu verlassen. "Er wirkt wie ein Fremdkörper", sagte der heute Ehrenpräsident damals. Wie gut, dass der Ex-Nationalspieler nicht auf ihn gehört hat.


Seitdem haben Boateng und der FCB wieder zueinander gefunden. In der bisherigen Saison (wie zum Großteil im Vorjahr auch) ist er unter Trainer Hansi Flick als Stammspieler gesetzt, steht in den meisten Spielen in der Startelf und ist somit nur selten auf der Bank zu finden - trotz namhafter und sehr starker Konkurrenz. Seine Leistungen unterstreichen dieses zurückgewonnene Vertrauen, sodass er immer wieder in einem Atemzug mit Mats Hummels und Thomas Müller genannt wird, wenn es um ein potenzielles Comeback in der deutschen Nationalelf geht.


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"Keine konkreten Gespräche": Die Zeichen stehen auf Boateng-Abschied im Sommer


Und dennoch, so macht es derzeit den Anschein, wird es keine fortführende Zusammenarbeit über den nächsten Sommer hinaus geben. Unabhängig von den guten und zahlreichen Einsätzen "stehen die Zeichen trotzdem momentan absolut auf Abschied", schätzt Sky-Reporter Marc Behrenbeck bei Transfer Update - die Show die Lage ein. Der Knackpunkt: Der Vertrag des 32-Jährigen läuft am Ende der laufenden Saison aus.


"Es gibt keine konkreten Gespräche, es sollen auch keine geführt werden", so Behrenbeck weiter, nach dessen Informationen es also auf ein Ende der dann zehnjährigen Beziehung hinauslaufen wird. In diesem Falle dürfte es aber ziemlich sicher mehrere Klubs geben, die als Abnehmer fungieren könnten - immerhin spielt Boateng über die letzten Monate viel zu beständig und gut auf.


Es läuft beim FC Bayern und auch persönlich für Jerome Boateng

Ob es dann im Sommer tatsächlich zur Trennung nach dann vermutlich über 350 Pflichtspiele für die Münchener kommen wird, könnte aber auch noch von der Personalie David Alaba abhängen. Auch wenn die Tür für eine Vertragsverlängerung des Österreichers nahezu geschlossen ist, so gibt es noch einen kleinen Spalt, der sich öffnen könnte, insofern er seine vermeintlich hohen Ansprüche senkt.


Tut er das nicht, sollte auch er dementsprechend den Verein im Sommer verlassen, müsste der FCB in der Innenverteidigung handeln - trotz Niklas Süle, Lucas Hernandez und Neuzugang Tanguy Nianzou. Schließlich hat der amtierende Triple-Sieger nicht nur die zahlreichen Wettbewerbe zu absolvieren, sondern im Bestfall zu gewinnen. Dann könnte eine Vertragsverlängerung mit Boateng, sobald Alaba eine endgültige Entscheidung gefällt hat, womöglich doch nur für ein, zwei Jahre bleiben - auch wenn dies eine derzeit unwahrscheinliche Ausnahmesituation wäre.