Seit knapp einem Monat ist Jack Wilshere vereinslos. In einem Interview mit Sky Sports verriet der frühere englische Nationalspieler, dass er sich einen Wechsel in die Bundesliga vorstellen kann - und dass er nachempfinden kann, wie sich Mesut Özil beim FC Arsenal fühlt.


Jack Wilshere galt als eines der begnadetsten Mittelfeld-Talente im englischen Fußball, aufgrund vieler Verletzungen ging es für das einstige Eigengewächs des FC Arsenal aber stetig bergab. Nach einer zwischenzeitlichen Leihe zum AFC Bournemouth wurde er im Sommer 2018 an West Ham United abgegeben, nach dem Transferschluss am 05. Oktober einigten sich beide Parteien aber auf eine einvernehmliche Vertragsauflösung.

"Ich war an dem Punkt angelangt, an dem es mental sehr schwer gewesen wäre, zurückzukommen, wenn ich noch ein Jahr geblieben wäre", begründete Wilshere die Trennung von den Hammers. "Ich hätte nicht noch ein Jahr damit verbringen können, nicht zu spielen, besonders in meinem Alter."


Im Trikot von West Ham United wird Jack Wilshere nicht mehr zu sehen sein

In der abgelaufenen Spielzeit fiel der 28-Jährige wegen einer Wadenverletzung von Oktober bis März aus, nach dem Re-Start im Juni verbrachte er die meiste Zeit auf der Bank. Schon in seiner Premierensaison konnte er seine Fähigkeiten kaum unter Beweis stellen, eine hartnäckige Knöchelverletzung machte ihm monatelang einen Strich durch die Rechnung. In den ersten Pflichtspielen der neuen Saison wurde Wilshere schließlich nicht einmal mehr für den Kader nominiert, einzig im EFL-Cup-Spiel gegen Hull City vor etwas mehr als einem Monat durfte er auf das Spielfeld.


Wilshere: Özil "einer der besten Spieler, mit denen ich zusammengespielt habe"


Das Kapitel West Ham ist nach nur 19 Pflichtspieleinsätzen zwei Jahren beendet. Bei seinem Ex-Klub Arsenal kommt indes auch Mesut Özil nicht mehr zum Zug, Verletzungen waren für die Entscheidung von Trainer Mikel Arteta aber nicht ausschlaggebend. Auch Wilshere war einst bei den Gunners aussortiert worden, die Situation seines früheren Teamkollegen kann er daher nachempfinden: "Als Fußballer willst du die Chance erhalten, um deinen Platz zu kämpfen", so Wilshere, der nur schwer verstehen könne, dass Özil aus dem Kader gestrichen wurde: "Er ist einer der besten Spieler, mit denen ich zusammengespielt habe. Ich kann nur über ihn als Fußballer sprechen und ich weiß was er einer Mannschaft geben kann. Aber ich bin nicht im Verein, ich weiß nicht, was passiert ist. "


Wilshere offen für Bundesliga


Wilshere ist sich sicher, dass Özil bei "vielen Vereinen in England und Europa" ganz oben auf der Wunschliste stehe. Seine eigene Zukunft sei derweil völlig offen: "Ich spreche ab und zu mit meinem Berater. Es haben sich ein paar Dinge ergeben. Ich werde mir aber Zeit lassen, ich will sicherstellen, dass es das Richtige ist."

Persönlich würde er einen Schritt nach Spanien, Italien oder Deutschland bevorzugen, wobei die spanische La Liga als erstes in Frage komme: "Es war immer etwas, worüber ich nachgedacht habe. Ich mag die Liga, es ist technischer als in England. Ich denke, es wäre ein Ort, an dem ich wirklich zeigen könnte, was ich kann."

Viel wichtiger als die Liga sei aber die Wahl des Vereins: "Ich will einfach wieder 25 bis 30 Spiele pro Saison spielen", so Wilshere, "einfach Fußball spielen, so wie ich es getan habe, als ich noch jünger war." Das blieb ihm allen voran wegen seiner vielen Verletzungen verwehrt.