Der stagnierte Vertragspoker zwischen David Alaba und Bayern München geht womöglich nicht in die nächste Runde. Stattdessen bahnt sich der lange kolportierte Wechsel des 28-Jährigen in die Serie A zu Rekordmeister Juventus Turin an. Italienische Medien berichten von fortgeschrittenen Gesprächen zwischen Spielerseite und Klub.


Dass er zwölf Jahre nach seinem Wechsel von Austria Wien zum deutschen Rekordmeister zu den besten und vielseitigsten Verteidigern des Weltfußballs zählt, hätte sich der damals 16-jährige Alaba in keinem Traum der Welt vorstellen können. Mittlerweile hat der Österreicher satte 268 Bundesliga-Spiele auf dem Buckel, gewann neun Mal die Meisterschaft, sechs Mal den Pokal und zwei Mal die Champions League. Seine Flexibilität, Spielklasse, Übersicht und Gelassenheit machen den 28-Jährigen zur absoluten Stütze des FC Bayern.



Jetzt zugreifen: Hol dir die neue Bayern-Ausrüstung im offiziellen Fanshop!



Im Sommer 2021 läuft Alabas Vertrag in München jedoch aus. Aufgrund seiner Wichtigkeit innerhalb des Klubs kann und will er in den neuen Vertragsgesprächen eine Menge Geld fordern. Laut Sport1 lehnte der 73-fache Nationalspieler Österreichs unlängst ein Angebot in Höhe von elf Millionen Euro jährlich inklusive weiterer Boni in Höhe von sechs Millionen Euro ab. Die Vertragsgespräche zwischen Klub und Spieler wackeln seit Wochen.


Hasan Salihamidzic, einst selber Juve-Spieler, setzt Alaba kein Ultimatum

Ein Ultimatum setzen die Bayern ihrem langjährigen Star allerdings nicht. "David ist unser Spieler und schon zwölf Jahre im Club. Wir werden ihm kein Ultimatum setzen, wir wissen alle, was wir an David haben. Wir versuchen, ihn zu überzeugen und würden uns selbstverständlich freuen, wenn er in München bleibt", kommentierte Bayerns Sportvorstand Hasan Salihamidzic am Montag auf der Pressekonferenz im Rahmen der Neuzugangsvorstellung von Eric Maxim Choupo-Moting und Bouna Sarr.


Alaba-Abgang konkretisiert sich


Dass Alaba mit den Bayern erneut in die Verlängerung geht, wird von Tag zu Tag unwahrscheinlicher. Bereits seit knapp zwei Jahren wird das Abwehrass immer wieder mit einem Transfer zu Juventus Turin in Verbindung gebracht. Sogar Cristiano Ronaldo soll einst einen Wechsel des Wieners befürwortet haben. Nun scheint sich ein Abgang Alabas zu konkretisieren.


Wie die italienische Mediengruppe Sport Mediaset berichtet, befinden sich die Verantwortlichen des Serie-A-Meisters in guten Gesprächen mit Alaba und dessen Berater Pini Zahavi. Man sei sich weitestgehend einig und der Transfer gehe entweder im Sommer 2021 ablösefrei oder bereits während des Winter-Transferfensters im Januar über die Bühne. Grund dafür sei insbesondere das gute Verhältnis zwischen den zwei Rekordmeistern, welches aufgrund der Costa-Leihe erst neulich aufgefrischt wurde.


Sport1-Chef Florian Plettenberg kann die kolportierte Vereinbarung zwischen Juventus und Alaba zwar nicht bestätigen, weiß allerdings auch von einem hohen Interesse der Alten Dame. In München gehe man weiterhin von einem Verbleib des Shootingstars aus. Das Vertragsangebot wolle man allerdings kein weiteres Mal nach oben schrauben, berichtet der kicker. Die Fronten bleiben somit verhärtet.


David Alaba und Cristiano Ronaldo: Einst Gegenspieler, bald Kollegen?

Gut möglich also, dass Alaba sich nach zwölf Jahren anderweitig umschaut und in der italienischen Serie A den langersehnten, zweiten Henkelpott-Sieg der Turiner seit 1996 angeht. Insbesondere auf der linken Verteidigerseite benötigt Chefcoach Andrea Pirlo ohnehin dringend Verstärkung. Der aktuell verletzte Alex Sandro überzeugte in der vergangenen Saison kaum, Gianluca Frabotta ist noch zu jung und eigentlich für die U23 des Klubs angedacht und der zuletzt links eingesetzt Juan Cuadrado beackert für gewöhnlich die rechte Außenbahn des Klubs.