In der Serie A wird es nie langweilig. Weder auf dem Platz, noch daneben. Der neueste Aufreger in bella Italia, hervorgerufen durch Lazio Rom, ist dann aber doch deutlich zu viel des Guten.


Gegen die Laziali werden aktuell schwere Vorwürfe erhoben. Die Hauptstädter, unter anderem Champions-League-Gruppengegner des BVB, sollen bei den obligatorischen Coronatests betrogen und die Ergebnisse manipuliert haben. Das berichtet die Gazzetta dello Sport, die weiter ausführt, dass die italienische Polizei bereits sämtliche Unterlagen und Gesundheitsakten vom Trainingsgeländer der Römer beschlagnahmt hat. Auch das Labor, das für Lazio die Coronatests durchführt, wurde von der Staatsanwaltschaft durchleuchtet.


Hintergrund der Ermittlungen sind auffällige Coronatests dreier Lazio-Spieler. Vor dem Champions-League-Spiel der Italiener gegen Club Brügge wurden Ciro Immobile, Lucas Leiva und Thomas Strakosha - allesamt absolute Leistungsträger ihres Teams - positiv auf das Coronavirus getestet. Die Partie gegen die Belgier verpasste das Trio somit. Das war am 27. Oktober.

Nur drei Tage später wurden die Profis aber schon wieder negativ getestet - die Tests wurden von Lazio an ein Labor in Avellino (knapp 220km von Rom entfernt) in Auftrag gegeben. Somit konnten die drei Leistungsträger im folgenden Serie-A-Spiel gegen den FC Turin schon wieder auflaufen, Immobile sorgte mit seinem 3:3-Ausgleichstreffer sogar für den späteren 4:3-Sieg seines Teams in einer ganz wilden Partie.


Doch dann - und jetzt wird es kurios - stand erneut ein Spiel in der Champions League, diesmal gegen Zenit St. Petersburg, an. Vor der Begegnung war natürlich die UEFA für die Coronatests verantwortlich - und siehe da: Immobile, Leiva und Strakosha wurden erneut positiv getestet. Dadurch durften sie in der Königsklasse wieder nicht auflaufen. Lazio wollte das allerdings nicht wahr haben und beauftragte seinerseits erneut das Labor in Avellino, um vor dem kommenden Topspiel gegen Juventus Turin die Coronatests durchzuführen. Und wieder wurde das Trio negativ getestet! Die Römer sahen sich im Recht, wollten die drei Stars auch gegen die Alte Dame einsetzen.


Diese Ungereimtheiten der Coronatests blieben aber natürlich nicht den Behörden verborgen. Das römische Gesundheitsamt bestand vor dem Juve-Spiel auf einen weiteren Test, der vor Ort (und nicht vom dubiosen Labor in Avellino) durchgeführt wurde. Die Ergebnisse: coronapositiv. Immobile, Leiva und Strakosha mussten sich umgehend in Isolation begeben und verpassten doch noch das Spiel gegen den italienischen Rekordchampion.


Für Lazio und das Labor in Avellino dürften diese auffälligen Tests aber noch ein Nachspiel haben. Ihnen wird Manipulation der Ergebnisse vorgeworfen - dem Traditionsklub droht minimum eine Geldstrafe. Im schlimmeren Fall kann es aber auch Punktabzüge oder sogar einen Ausschluss aus der Serie A geben.


Die Serie A hat derweil erste Konsequenzen auf dieser Farce gezogen: Zukünftig sollen alle Tests zentralisiert beim renommierten Labordiagnostik-Anbieter Synlab durchgeführt werden.