Die Bayern sind zum achten Mal in Folge Meister - und das enorm dominant. Das sieht auch Ehrenpräsident Uli Hoeneß so. Nicht nur für die letzten Aufgaben in dieser Saison traut er dem Rekordmeister darüber hinaus einiges zu.


Seine erste Halbserie als Ehrenpräsident konnte Uli Hoeneß wahrlich genießen. Ohne den großen Stress der alten Tage konnte er gut verfolgen, wie seine Bayern konsequent in Richtung Meisterschaft stürmten. Für den erfolgsverwöhnten 68-Jährigen könnte es in dieser Saison aber noch höher hinaus gehen.


"Wenn unsere Mannschaft diese Form konservieren kann, haben wir eine gute Chance, alles zu gewinnen“, so Hoeneß am Sonntag im Bayrischen Rundfunk. Am Samstag steht das Pokalfinale an. Auch in der Champions League stehen die Bayern kurz vor dem Einzug ins Viertelfinale. "Ich hoffe, dass die Mannschaft den Rhythmus halten kann."


Hoeneß sieht Bundesliga-Konkurrenten in der Pflicht


Abgesehen von den eigenen Aufgaben, richtete sich Hoeneß auch an die nationale Konkurrenz. Die ewige Dominanz der Bayern hätten nicht nur mit den starken Leistungen und guten Planungen des Rekordmeisters zu tun. Die anderen Klubs müssten ebenfalls bessere Strukturen schaffen, um so die Spannung zu erhöhen. "Man kann vom FC Bayern nicht erwarten, dass sie nur halbtags arbeiten, damit die Bundesliga spannender wird.“


Wenn wir international mitspielen wollen, müssen wir mit den Wölfen heulen. Uli Hoeneß

Der BVB, Gladbach oder Leipzig müssten "sich einfach noch mehr anstrengen." Dem Ehrenpräsidenten schwebt allerdings vor, dass dies auch in Zukunft ein kompliziertes Unterfangen wird. "Es wird für die anderen auch in Zukunft schwierig werden, uns da oben runterzuholen“, so der 68-Jährige.


Neben seinem Appell an die Liga äußerte sich Hoeneß auch zu den viel diskutierten TV-Geldern. Dort sieht er die Notwendigkeit speziell in der internationalen Konkurrenzfähigkeit. "Ich war immer ein großer Freund des Free-TV. Trotzdem ist es wichtig, dass es Pay-TV gibt. Wenn wir international mitspielen wollen, müssen wir mit den Wölfen heulen. Wenn die Engländer in Zukunft weniger kriegen, hab ich damit auch kein Problem, wenn wir weniger kriegen.“


Gehaltsobergrenzen für Hoeneß kein Thema


In Sachen Gehaltsobergrenzen hat der Ehrenpräsident ebenfalls eine klare Meinung. "Salary Cap können sie vergessen, weil das überhaupt nicht durchführbar ist. Die schwärmen alle vom Salary Cap in den USA, in der NFL, in der NBA. Aber da wird nicht der Salary Cap für den Einzelnen beschrieben, sondern für den ganzen Klub", so Hoeneß in der Bild zitiert.


"Das sind alles scheinheilige Diskussionen" Uli Honeß über Gehaltsobergrenzen

"Das heißt, die dürfen 300 Millionen ausgeben, aber das heißt trotzdem, dass einer 80 Millionen verdient. Sie dürfen nur insgesamt nicht mehr ausgeben. Das bringt uns nicht weiter. Das sind alles scheinheilige Diskussionen.“


Eine Debatte über die Gehälter würde eine solche Obergrenze nicht beenden, sondern nur verschieben. Viel eher bräuchte es ganz klare Richtlinien, oder eben nach Hoeneß überhaupt keine. Realistisch wäre es allerdings schon, dass ein solches Modell wie in den USA keine große Wirkung in der Bundesliga hätte.