Kein Verein bleibt von den Folgen der Corona-Krise verschont, auch die Hertha aus der Hauptstadt nicht. Der Finanz-Geschäftsführer erklärte nun, der Klub rechne mit Verlusten um die zehn Millionen Euro. Durch den Rückhalt von Investor Lars Windhorst droht jedoch keine unmittelbare Gefahr.


Die Geisterspiele haben nicht nur negative Folgen, was die Stimmung im Stadion betrifft. Auch wirtschaftlich bedeuten sie große Verluste für die Vereine, die solch fehlende Einnahmen oft nicht kompensieren können.


Geisterspiele kosten der Hertha etwa 10 Millionen Euro - Keine direkte Gefahr dank Windhorst-Unterstützung


Inmitten der Vorbereitungen für die virtuelle Mitgliederversammlung von Hertha BSC hat der Finanz-Geschäftsführer des Hauptstadt-Klubs, Ingo Schiller, die fehlenden Einnahmen ebenfalls thematisiert. Insgesamt müsste die Alte Dame mit einer Summe im niedrigen, jedoch zweistelligen Millionenbereich rechnen, lautete die Vorhersage (via transfermarkt).

Diese Summe setzt sich aus den etwa drei Millionen Euro zusammen, die dem Verein durch die Geisterspiele in der aktuellen Rest-Saison fehlen, sowie aus weiteren ca. sieben Millionen Euro, die in einer "vorsichtigen Kalkulation" die Mindereinnahmen durch die sehr wahrscheinlich weiterhin notwendigen Spiele ohne Zuschauer in der kommenden Spielzeit bedeuten werden.


Zudem teilte Schiller mit, dass der anvisierte operative Gewinn wohl nicht zu erzielen sein wird. Das Ziel hat sich die Hertha schließlich gesetzt, ohne die Folgen einer globalen Pandemie mit einbezogen zu haben. Allerdings wird der Berliner Sportclub im Sommer-Transferfenster "auf der Chancenseite unterwegs sein", schätzte der Finanz-Boss ein. Das hängt natürlich mit der großflächigen Investition von Lars Windhorst zusammen. Seine Beteiligungsgesellschaft Tennor hatte im letzten Jahr satte 224 Millionen Euro in den Verein gepumpt, womit er 49,9 Prozent der Anteile an der GmbH & Co. KGaA erwarb.


Investor Lars Windhorst (rechts) mit Herthas Finanz-Geschäftsführer Ingo Schiller

Dementsprechend sahen auch die Finanzreserven unterschiedlich aus. Während 2018 ca. 3,2 Millionen Euro zum Jahresende übrig blieben, waren es 2019 ganze 109 Millionen Euro. Bereits im vergangenen Winter hat Hertha ordentlich eingekauft. Für satte 77 Millionen Euro wurden Matheus Cunha, Krzysztof Piatek, Santiago Ascacíbar sowie Lucas Tousart (kommt im Sommer) verpflichtet. Ein erster Vorgeschmack auf die stark veränderten finanziellen Möglichkeiten, die nun in Berlin vorherrschen.


Zum Etat wollte Schiller jedoch keine Angaben machen. Der Gehaltsverzicht, der seit April gilt, wird bis Ende Juni fortgeführt - unabhängig von der aktuell laufenden Wiederaufnahme des Liga-Spielbetriebs.