Zwei Jahre lang (von 2004 bis 2006) spielte Henrik Larsson für den FC Barcelona. In 59 Spielen für die Azulgrana traf der Angreifer 19-mal und bereitete sechs Treffer vor. Jetzt macht der Sohn des Torjägers bei Spartak Moskau von sich reden. Und spielt sich damit womöglich auch ins Blickfeld des Ex-Klubs seines Vaters.


Denn Jordan Larsson, wie der Filius des 104-fachen schwedischen Nationalspielers zu Ehren des legendären Basketballers Michael Jordan heißt, hat sich endgültig aus dem Schattendasein eines bloßen Talents - und dem seines Namens - herausgespielt.


In La Masia geformt


Selbst der legendären Nachwuchsakademie La Masia entsprungen, machte Jordan Larsson seine ersten Gehversuche im bezahlten Fußball just bei jenen Vereinen, für die auch sein Vater einst aktiv war. Beim schwedischen Erstligisten Högaborgs standen Vater und Sohn in einigen Spielen sogar gemeinsam auf dem Platz.


Über die weiteren Stationen Helsingborgs (Schweden), Nijmegen (Holland) und Norköpping (Schweden) landete der Angreifer schließlich im vergangenen Jahr beim vom Ex-Schalker Domenico Tedesco trainierten russischen Spitzenklub Spartak Moskau, wo seine Karriere so richtig Fahrt aufnahm.


In der vergangenen Spielzeit kam der technisch nicht allzu versierte, dafür aber pfeilschnelle (ganz wie der Papa!) und mit guter Schusstechnik ausgestattete Stürmer auf starke elf Scorerpunkte (7 Tore, 4 Vorlagen) in 26 Spielen. In der jüngst angelaufenen Spielzeit scheint er diese Statistik sogar um einiges verbessern zu können.


Leistungsexplosion in dieser Saison


Nach absolvierten zwölf Spielen in der Premjer-Liga hat Larsson die letztjährigen Werte nämlich fast schon erreicht. Sechs Tore und vier Assists stehen zu Buche. Mehr Treffer in der russischen Liga hat zurzeit nur der Equatorianer Christian Noboa (Sotschi) vorzuweisen. Damit lässt der 23-Jährige seinen Worten, die er vor Jahresfrist bei seiner Präsentation in Moskau sprach, auch Taten folgen. "Ich wollte immer aus dem Schatten meines Vaters treten und sagen können, dass ich ein guter Fußballer bin und nicht nur der Sohn von Henrik Larsson. Ich will mir meinen eigenen Namen schaffen."


Das gelingt ihm in der russischen Kapitale zur Zeit prima. Und natürlich können die entsprechenden Gerüchte dann auch nicht ausbleiben. Zumal sein Vater mittlerweile wieder zurück im Nou Camp ist - als einer der Assistenten von Barcelonas Chef-Trainer Ronald Koeman. Ein Schelm, der Böses dabei denkt.


Spartak-Boss mit Kampfansage


Doch auch Spartaks Vereinsboss, der exzentrische Leonid Fedun, scheint um die Mechanismen der Branche zu wissen. Denn wenn der Sohn des Co-Trainers des FC Barcelona weiterhin derart auf sich aufmerksam macht, braucht man kein Hellseher zu sein, um das Interesse der Blaugrana an dem Spieler vorauszusehen. Doch billig würden die Katalanen den Schweden nicht bekommen. Spartak gilt in Russland nicht als typischer Verkaufsverein - und kann mit Fedun, der auch für die Ölfirma Lukoil tätig ist, auf ein stabiles finanzielles Gerüst bauen.


Entsprechend tönt der Spartak-Präsident auch schon in Richtung Barcelona: "Wir haben eine Vermutung, welches das nächste große Transferziel des FC Barcelona sein könnte. Aber der Spieler ist auch für uns sehr wichtig", sagte Fedun kürzlich (Quelle: marca.com). Und schickte eine noch deutlichere Ansage, mit konkreten Zahlen, gleich hinterher: "Schafft 100 Millionen Euro herbei, um ihn zu verpflichten, sonst braucht ihr uns gar nicht erst zu kontaktieren."


Natürlich wird der FC Barcelona keinen solchen Betrag für einen Spieler in die Hand nehmen, der gerade erst seine erste größere Station im Profi-Fußball durchläuft. Doch wenn die Entwicklung des Spielers, der nach seinem Länderspiel-Debüt für Schweden (im Jahr Januar 2018) nun unter dem neuen Nationaltrainer Janne Andersson immer häufiger nominiert wird, auch in Zukunft anhält, dürfte das Interesse der Blaugrana zwangsläufig kommen. Denn nicht erst seit Henrik Larsson (oder später Zlatan Ibrahimovic) weiß man in Barcelona um die Qualitäten schwedischer Stürmer.