Nach dem schwachen Saisonstart und inzwischen 15 Spielen ohne Sieg wächst beim 1. FC Köln der Druck auf Trainer Markus Gisdol. Geschäftsführer Horst Heldt stellte sich in einem Interview aber deutlich hinter seinen Trainer und stellte klar, dass es keine Diskussion um ihn gibt.


Trotz einer bereits begonnenen Negativserie hat der 1. FC Köln den Vertrag mit Trainer Markus Gisdol vor wenigen Monaten noch einmal verlängert. Es sollte wohl zeigen, dass die Kölner um
Geschäftsführer Horst Heldt jetzt unbedingt mehr Konstanz bei den handelnden Personen erzeugen wollen, um den Verein wieder langfristig in der 1. Bundesliga zu etablieren.


Der Trend schwappte aber bis in die aktuelle Spielzeit: Der FC ist noch ohne Sieg, saisonübergreifend wartet er inzwischen seit 15 Spielen auf einen Dreier. Wenig überraschend ist die Diskussion um den Trainer damit längst wieder entbrannt - außer bei Horst Heldt: "Ich führe keine Trainerdiskussion", stellte er im Interview mit dem Geissblog klar.


Markus Gisdol ist seit November 2019 Trainer des 1. FC Köln

Schon bei den Gesprächen zur Verlängerung sei klar gewesen, dass für die Kölner der Kampf um den Klassenerhalt anstehen würde. "Dafür brauchst du ein Trainerteam, das bereit ist, so einen Weg mitzugehen und so einen Abstiegskampf aushalten kann", erklärte Heldt. "Mich wundert, dass alle anderen sich wundern. Wenn ich erkennen würde, dass der Trainer nicht gut arbeitet, würde ich handeln. Aber dann fliegt jeder raus, egal, wie er heißt und ob das ein Spieler ist, der Trainer oder ob ich das bin. Jeder ist dazu verpflichtet, sein Bestes zu geben. Und das erkenne ich bei unserem Trainerteam."


Saisonziel mit Markus Gisdol erreicht


Er könne zwar die Diskussionen "akzeptieren", aber beim FC betrachte man die Sache mit den 15 sieglosen Spielen etwas anders: "Alleine die Tatsache, dass wir jetzt eine ganz andere Mannschaft haben. Unsere Neuzugänge verspüren keinerlei Druck durch die nicht gewonnenen Spiele aus der letzten Saison." In erster Linie komme es darauf an, sein Saisonziel zu erreichen, "und der 1. FC Köln hat dieses Ziel gemeinsam mit Markus Gisdol in der letzten Saison erreicht."


Als Gründe für den schwachen Saisonstart mit lediglich zwei Punkten aus den ersten fünf Spielen nannte Heldt auch die späte Zusammenstellung des Kaders. "Das war für den Trainer nicht einfach. Wir alle hätten den Kader lieber schon früher in der Vorbereitung beisammen gehabt", erklärte der 50-Jährige. Stattdessen gab es spät noch wichtige Zu- und Abgänge. Dies dürfe man bei der Bewertung der ersten Spiele nicht vergessen.


Heldt ist allerdings weiterhin zuversichtlich, dass Gisdol im Abstiegskampf der richtige Mann ist. "Markus ist stressresistent. Er behält den Überblick, hat die Mannschaft im Griff, vernachlässigt dabei auch nicht die Einzelgespräche oder eine klare und eindeutige Analyse. Dabei ist er immer fakten- und lösungsorientiert. Er ist engagiert und als Teamplayer unterwegs. Wenn alle so arbeiten würden wie er, hätten wir mehr als zwei Punkte."