Die Saisonvorbereitung auf Schalke durchlief verschiedene Phasen, positive wie negative. Amine Harit sieht diese Zeit als gelungen an, jedoch mit Verbesserungspotenzial. Er selbst freut sich auf die Saison, vermeidet aber ein klares Treue-Bekenntnis - im Hinblick auf die Bayern hat er keine Angst.


Amine Harit hat in den letzten Wochen einen durchaus gemischten Eindruck hinterlassen. Zum Teil wirkte er in den Testspielen etwas zu verspielt, zu sehr im Tunnel, vielleicht wollte er persönliche Erfolge in den Partien zu sehr erzwingen. Andererseits, so ist es häufig zu hören, hat ihn die leichte Kritik von David Wagner gekitzelt - im Training scheint er weiterhin alles zu geben.


Eine kleine Bilanz zur Saisonvorbereitung von Schalke 04 hat der Offensivspieler im kicker gezogen: "Ich denke, dass wir im Großen und Ganzen eine gelungene Vorbereitung hinter uns haben. Wir haben über viele Wochen konzentriert und fokussiert an uns gearbeitet." Das Manko aus seiner Sicht waren die nicht überzeugenden Auftritte in den Tests selbst. Das sei allerdings "normal für eine Vorbereitung", so Harit weiter, der zudem betont, mit den neuen Spielern und Rückkehrern müsse sich "die Mannschaft erst einmal finden".


Tief in Gedanken: Harit sucht seine Bestform noch etwas

Harit strebt "bessere Balance" im eigenen Spiel an - Bentaleb wichtiger Rückkehrer


Dann gilt es, ein großes Problem im S04-Spiel anzugehen: Die Offensive mitsamt der bislang fehlenden Stürmer-Tore. Neben den Rückkehrern Mark Uth und Steven Skrzybski, denen der Marokkaner eine "sehr gute Form" attestiert, führt er auch die Bedeutung des Selbstvertrauens ins Feld, wenn es darum geht, diesen Teil des Spiels zu verbessern: "Wenn man sich im Kopf frei fühlt, lässt es sich erfolgreicher und zielstrebiger agieren."


Er selbst ist natürlich auch ein Teil der Offensive. Dass er gerne in Dribblings geht, ist weder neu noch generell schlecht - solche Spielertypen braucht man auch. Er möchte in solchen Situationen "die Mannschaft weiterbringen", gibt aber auch ehrlich zu, "noch eine bessere Balance [...] zwischen Dribblings und dem perfekten Timing, den Ball abzuspielen" finden zu müssen. Umso wichtiger sei ein laufintensives Gegenpressing, um sich den Ballbesitz wieder zu erobern. Dafür habe Königsblau wichtige konditionelle Grundlagen legen können, so der 23-Jährige.


Wieder vereint: Amine Harit und Nabil Bentaleb

Ein weiterer Rückkehrer, zudem ein guter Freund Harits, ist Nabil Bentaleb. Vor einigen Wochen noch als Abschieds-Kandidat Nummer eins beschrieben, ist er mittlerweile zur ernsthaften Option für die Startelf geworden. Eine zweite, ehrliche Chance des Trainerteams hat ihm diese Möglichkeit eröffnet. Harit beteuert, dass es durch ihn keinerlei Probleme geben wird, auch nicht mit ihm selbst: "Ich kann versichern, dass Nabil nie einen schlechten Einfluss auf mich ausgeübt hat. Er ist ein Spieler, der sehr emotional sein und nur schlecht verlieren kann." Dass in schlechten Zeiten nach Problemen gesucht würde, wäre ganz normal, während es im Erfolg ruhig bleibt.


Er ist ein wahnsinnig guter Spieler, seine Rückkehr ist wichtig für uns. Harit über Bentaleb (via kicker)

Harit-Abschied noch offen, aber unwahrscheinlich


Ein noch immer großes Thema bei Harit ist sein potenziell möglicher Wechsel. Nach drei Jahren auf Schalke soll sich sein (neuer) Berater nach etwaigen Interessenten im europäischen Fußball umsehen, auch wenn ein Verbleib wohl nicht als das Worst-Case-Szenario für ihn bezeichnet werden kann. "Als ich vor drei Jahren unterschrieben habe, war nicht unbedingt absehbar, dass ich so lange bleibe. Aber es hat sich anders entwickelt - und darüber bin ich sehr froh. Ich bin glücklich hier, und alles, was für mich zählt, ist Schalke. Alles andere liegt nicht in meiner Macht", erklärt Harit und vermeidet damit gleichzeitig eine glasklare Wechsel-Absage.


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✌? 04 ✌?

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Zwar hätte er seinen Vertrag nicht langfristig bis 2024 verlängert, "wenn ich nicht möglichst lange auf Schalke bleiben wollte", doch kam diese Entscheidung in einer sehr erfolgreichen Phase der letzten Saison. Ob er sie auch während der Rückrunde getroffen hätte? "Es ist ja nicht die erste schwierige Phase gewesen, die ich mit Schalke erlebt habe. Wir hatten gute und schlechte Monate."


Zurzeit scheint alles, auch aus seiner Sicht, auf einen Verbleib hinauszulaufen. Allerdings ist und bleibt das Geschäft sehr schnelllebig, außerdem reicht die Transferphase bis in den Oktober hinein. Sollte noch ein reizvolles Angebot kommen, das dem S04 etwa 25 Millionen Euro einbringen würde, wäre der Ausgang womöglich offen. Das ist derzeit aber kein Thema, der FC Bayern am Freitagabend hingegen schon. Diese seien derzeit zwar "die beste Mannschaft Europas, vielleicht sogar der Welt" - seine Sorge jedoch, eine hohe Niederlage zu kassieren, "tendiert gegen Null". Schließlich sei es doch besser, zu Beginn gegen den Rekordmeister zu spielen.