Viele hatten Jerome Boateng schon abgeschrieben, doch zeigt der 32-Jährige, dass weiterhin mit ihm zu rechnen ist. Unlängst traf er in der Champions League in Salzburg und brachte den FC Bayern damit spät auf die Siegerstraße. Sein Trainer Hansi Flick weiß genau, warum sich der ehemalige deutsche Nationalspieler aktuell in dieser bestechenden Form präsentiert.


Zehn Minuten waren in Salzburg noch zu spielen und die Gastgeber waren dabei, das Spiel gegen die Bayern auf ihre Seite zu ziehen. Doch nach einem Eckball, getreten von Joshua Kimmich, konnte Jerome Boateng zum 3:2 für sein Team treffen und somit den Weg zum letztlich mehr als deutlichen 6:2-Auswärtssieg ebnen. Es war sein erstes Tor für den FC Bayern seit 1.011 Tagen.

Dass Boateng überhaupt für die Bayern auf dem Platz stand, wäre vor ungefähr einem Jahr undenkbar gewesen. Unter Flicks Vorgänger Niko Kovac war der Innenverteidiger quasi aussortiert worden und auch als Flick übernahm, deutete nicht viel auf einen Verbleib des Weltmeisters von 2014 hin.

Doch Boateng war spätestens zum Ende der abgelaufenen Saison ein wichtiger Bestandteil des Teams, dass sich das Triple sichern konnte und gehört auch in der laufenden Spielzeit zu den absoluten Stammspielern - das Resultat einer geänderten Einstellung?


Boateng arbeitet sich selbst aus dem Tief


Denn wie Hansi Flick nun gegenüber der Bild verriet, gibt es klare Gründe für Boatengs wiedergefundene Qualität. "Es hat etwas mit dem Training zu tun, mit seiner professionellen Einstellung. Wir sind alle froh, dass er an sich in den letzten Monaten so gearbeitet und aufgeholt hat", erklärte der Coach.

Diese Aussage lässt darauf schließen, dass Boateng nach seiner eher unglücklichen Zeit in den letzten Jahren bei den Bayern aufgehört hatte, sich bei den Oberen zu beschweren oder öffentlich seinen Unmut kundzutun.

Stattdessen fokussierte er sich auf die Arbeit im Training und hatte mit Flick nun einen Übungsleiter an seiner Seite, der diese Einstellung offensichtlich honorierte.


Hansi Flick honoriert Boatengs wiedergefundene Professionalität

Der Lohn für die harte Arbeit ist das Vertrauen des Trainers, der wiederum von einem souveränen Boateng profitiert - nicht nur wegen dessen Tores in Salzburg. "Das Tor war ganz wichtig. Jérôme hat uns den Weg zum Sieg geebnet. Er hat seine Sache sehr gut gemacht", lobte Flick nach der Partie.

Im kommenden Sommer läuft Boatengs Vertrag bei den Bayern aus und aufgrund der zuletzt stabilen Leistungen des Abwehrchefs ist nicht auszuschließen, dass man sein Arbeitspapier noch einmal verlängert - besonders im Hinblick auf die Querelen um die Weiterbeschäftigung von Verteidiger-Kollege David Alaba.