Der BVB hat seine ersten drei Punkte der neuen Champions-League-Saison eingefahren. Beim 2:0-Sieg gegen Zenit St. Petersburg tat sich die Elf von Lucien Favre aber unheimlich schwer und hatte Glück, dass die Russen einen dämlichen Elfmeter zur Führung herschenkten. Ansonsten wäre das Spiel wohl eine trostlose Nullnummer geworden.


Tore:
1:0 Sancho (77., FE)
2:0 Haaland (90.+1)


Da beide Teams ihre Auftaktpartie der Königsklasse überraschend verloren hatten, standen sowohl der BVB als auch Zenit vor der Partie schon unter Zugzwang. Die Russen wollten allerdings erstmal sicher stehen und den Dortmundern mit einem massiven Bollwerk in der eigenen Hälfte die Zähne ziehen. Ein Mittel, das durchaus seine Wirkung zeigte.


Schwarz-Gelb fand in der ersten Halbzeit keine Idee, um Zenit ernsthaft in Gefahr zu bringen. Statt das Spiel in die Breite zu ziehen und über die Flügel zu agieren - wie man das normalerweise gegen mauernde Teams so tut (das lernt man schon in der E-Jugend) -, versuchte es der BVB zu häufig durch das Zentrum. Somit hatten die Gäste leichtes Spiel, die Angriffsbemühungen der Dortmunder, die viel zu viele Querpässe spielten, zu unterbinden. Lediglich Reyna (23.) und Haaland (42.) sorgten mit ihren Abschlüssen für halbwegs Torgefahr. Gemessen an den Ansprüchen und der Ausgangslage war die Darbietung der ersten Hälfte aus Sicht der Westfalen jedoch deutlich zu wenig.


In der zweiten Hälfte das gleiche Bild: Der BVB mit viel mehr Ballbesitz, aber ohne zündende Ideen und somit auch ohne Torchancen. Zenit beschränkte sich weiter aufs Verteidigen und hatte keine große Lust, in irgendeiner Art etwas zum Spiel beizutragen. Strafraumszenen waren Mangelware - bis zur 77. Minute.

Da machte Zenit-Verteidiger Karavaev den Dortmundern nämlich ein ganz großes Geschenk, indem er den eingewechselten Hazard nach einer Flanke im eigenen Sechzehner zu Boden riss - Schiedsrichter Kuipers zeigte sofort auf den Punkt. Eine gerechtfertigte Entscheidung, allerdings war das Foul des Russen komplett unnötig. Sancho sagte jedenfalls Danke und verwandelte den Strafstoß zum 1:0. Wenn man ehrlich ist: Anders wäre der BVB an diesem Abend wohl auch nicht zum Führungstreffer gekommen.


In der Nachspielzeit machte Haaland nach einem langen Ball samt Kopfballverlängerung von Bellingham mit dem 2:0 den Deckel drauf. Ein Ergebnis, das am Ende souveräner aussieht, als der Spielverlauf tatsächlich war. Denn überzeugen konnten die Dortmunder - zumindest offensiv - überhaupt nicht.


Am Samstag geht es für den BVB in der Bundesliga gegen Arminia Bielefeld, danach steht das Champions-League-Spiel bei Club Brügge an.