Werder Bremen kann den Klassenerhalt doch noch aus eigener Kraft schaffen. Die Relegationsspiele entscheiden nicht nur über die Ligazugehörigkeit, sondern auch über eine Menge an Geld. Dem SVW droht trotz der Rettung ein dickes Minus.


Die vergangene Saison wird nicht so schnell aus den Köpfen der Bremer verschwinden. Krisen, Geldprobleme und die ungewisse Zukunft bereiteten große Sorgen. Diese werden die Norddeutschen auch noch über den Sommer begleiten.


Sollte der Abstieg umgangen werden, gehen die vielen Millionen durch die TV-Gelder, Sponsoren oder Zuschauer vorerst nicht verloren. Nicht nur durch die dann verpflichtenden Käufe von Ömer Toprak und Leonardo Bittencourt müssten dann allerdings schnell mehr als 13 Millionen Euro aufgebracht werden. Dies kann wohl nur durch den radikalen Kaderabbau geschehen.


Mit den Top-Stars gehen die Erwartungen


Da den Bremern auch ohne die Transfers deutlich weniger Geld zur Verfügung steht, müssen einige Leistungsträger verkauft werden. Den Anfang wird wohl Milot Rashica machen, der für etwa 25 Millionen nach Leipzig wechseln soll. Doch auch die Führungsspieler um Jiri Pavlenka, Davy Klaassen oder Ludwig Augustinsson sind Wechselkandidaten.


Nur mit weiteren Einnahmen wird sich Bremen für die neue Saison rüsten können. Mit dem Abschied von zwei oder drei namhaften Stars werden aber auch die Erwartungen ordentlich gedämpft. Von Europa kann kaum noch die Rede sein. Das muss dann auch der vielleicht gerade so gerettete Florian Kohfeldt einsehen.


Der Abschied der Leistungsträger wäre ein herber sportlicher Rückschlag

Der Teufelskreis hinterlässt also erste tiefe Narben. In diesem Jahr kam für die Grün-Weißen alles zusammen. Und so ist neben der finanziellen Zukunft auch die sportliche Perspektive mit vielen Fragezeichen versehen.


Die Verpflichtungen von Felix Agu und Johan Mina deuten den vorläufigen Weg an. Jetzt dürfte der Fokus erst einmal darauf liegen, sich in der kommenden Spielzeit aus dem Gröbsten heraus zuhalten - sollte die Last-Minute-Rettung in der Relegation gelingen. Die Rückkehr zum alten Glanz wird weiter auf sich warten lassen müssen.