Es wäre eine äußerst überraschende Rückkehr: Mario Götze wird mit dem FC Bayern in Verbindung gebracht, Hansi Flick soll sich laut Sport Bild sogar telefonisch bei ihm gemeldet haben. Einst war Götze in München gescheitert, doch im zweiten Anlauf würde er unter einem Trainer arbeiten, der ihm wieder auf die Beine helfen kann - so wie schon zwei Ex-Nationalmannschaftskollegen.


Mittlerweile ist es vier Jahre her, dass Mario Götze dem FC Bayern den Rücken gekehrt hat und wieder zu Borussia Dortmund gewechselt ist. Für 37 Millionen Euro zog es ihn im Sommer 2013 zum deutschen Rekordmeister, während seiner drei Jahre unter Pep Guardiola gelang ihm jedoch nie der Durchbruch; und auch beim BVB sollte er nicht mehr an die Leistungen früherer Jahre anknüpfen.


Ein neuer Vertrag wurde ihm daher nicht angeboten, seit dem 30. Juni ist Götze nun vereinslos - und nach Spekulationen über einen Wechsel nach Italien oder Spanien machen aktuell Gerüchte über einen Wechsel zum FC Bayern die Runde.


Perisic 2.0: Wieso ein Götze-Transfer Sinn ergeben könnte


Insbesondere Sportvorstand Hasan Salihamidzic und Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge sollen jedoch nicht von einer Rückkehr angetan sein. Das Duo fürchte, dass der Druck und die Erwartungen zu groß seien, so Sport Bild. Jedoch könnte Götze eine ähnliche Rolle einnehmen wie Ivan Perisic in der abgelaufenen Saison. Der Kroate diente auf den Außenbahnen als Backup, wusste vom ersten Tag an um seine Rolle und hat diese vorbildlich ausgeführt.


Beim FC Bayern wäre Götze in allererster Linie ein Backup für Thomas Müller. Unter Flick hat das Eigengewächs wieder zu seiner Bestform zurückgefunden, ist auf der Zehn unverzichtbar. Einen nominellen Ersatz gibt es seit dem Ende der Leihe von Philippe Coutinho nicht mehr. Götze wäre eine kostengünstige Alternative, die darüber hinaus in das intensive Pressing-System passen könnte. Schon nach seiner Rückkehr in Dortmund bestach er allen voran mit viel Einsatz, machte beim Aufbauspiel des Gegners Druck auf die erste Linie. Er ist ein Arbeiter geworden, der sich in den Dienst der Mannschaft stellt; einen Spieler dieser Art kann Flick gut gebrauchen.


Mario Götze und der FC Bayern - versuchen es beide ein zweites Mal?

Außerdem ist Götze noch immer hungrig. Er will sich noch einmal beweisen, will vor seinem Karriereende die Champions League gewinnen. Genau dieser Ehrgeiz macht die aktuelle Bayern-Mannschaft und ihren Trainer aus. Fügt sich Götze dann noch in die bestehende Hierarchie ein, wird sich seiner Rolle bewusst und macht keine Anstalten, wenn er die meiste Zeit auf der Bank verbringt, könnte dieses (durchaus gewagte) Experiment funktionieren. Denn dass Götze doch nicht der neue deutsche Superstar ist, wie es zu Beginn seiner Karriere und speziell nach dem Tor im WM-Finale gegen Argentinien prophezeit wurde, dürfte jedem klar sein. Auch ihm selbst.


Die Bayern würden also einen hungrigen Spieler verpflichten, der zwar kein Weltklasse-Niveau (mehr) besitzt, dafür aber in jeder Einsatzminute 100 Prozent gibt und mit einem intensiven Pressing vertraut ist. Im Umkehrschluss würde Götze zu einem Verein wechseln, der ebenso große Ziele verfolgt wie er selbst und der auf einen Trainer vertraut, den er aus seiner Zeit bei der deutschen Nationalmannschaft sehr gut kennt. Und dass Flick einen Spieler wieder aufpäppeln kann, hat er eindrucksvoll bei Müller und Jerome Boateng bewiesen. Unter Niko Kovac war das Duo auf der Ersatzbank festgenagelt; seit der Amtsübernahme des Triple-Trainers sind sie wie verwandelt.

Dass auch Götze wieder zu seiner absoluten Top-Form zurückfinden wird, darf angezweifelt werden. Und in München dürften die ohnehin großen Erwartungen an ihn nicht unbedingt kleiner werden. Aber rein sportlich betrachtet könnte eine Rückkehr zum FC Bayern durchaus Sinn ergeben.