Am Samstag steht für Borussia Mönchengladbach die erste Runde des DFB-Pokals an, Gegner wird der Oberligist FC Oberneuland sein. Gegen einen derart klassentieferen Gegner hat es die Fohlen noch nie in der ersten Runde erwischt und man muss sich in diesem Jahr wohl auch keine Sorgen machen. Ausgeschieden in Runde eins sind die Borussen trotzdem schon mehrere Male. Seit dem Pokalsieg 1960 genau genommen acht Mal - und seit es statt dem Wiederholungsspiel immer sofort das Elfmeterschießen gibt, jedes Mal auf diese Weise.


1. Dreierpack in den 1960ern

Rund um die Geburtsstunde der Fohlen schied die Borussia gleich drei Mal hintereinander in der ersten Runde des DFB-Pokals aus. Damals waren die Gegner aber bei weitem noch nicht so "einfach" wie heute: 1964 hieß es 1:2 gegen den Regionalligisten Altona 93 (damals zweithöchste Spielklasse) und in den folgenden beiden Jahren schieden die Gladbacher gegen die Bundesligisten Borussia Neunkirchen (0:1 n.V.) und FC Schalke 04 (2:4) aus. Durch den zwischenzeitlichen erstmaligen Aufstieg in die 1. Bundesliga dürfte das aber zu verkraften gewesen sein.


2. Wiederholungsspiel-K.o. gegen Zweitligist Schalke

In der Saison 1988/89 hieß der Gegner in der ersten Pokalrunde FC Schalke. Die Knappen waren damals in der 2. Bundesliga, die Gladbacher im Oberhaus ein Team, welches internationale Ambitionen hegte. Nach 120 Minuten in Gelsenkirchen stand es aber 1:1 und so musste nach damaliger Regelung ein Wiederholungsspiel her. Diesmal hatten die Gladbacher Heimrecht - Formsache also? Überhaupt nicht: Schalke gewann mit 2:1 und schmiss die Borussia raus.


3. Hannover schockt erneut im Elfmeterschießen

1992 standen sich der damalige Zweitligist Hannover 96 und die Gladbacher im Finale in Berlin gegenüber - und die Roten gewannen im Elfmeterschießen. Fünf Jahre später traf man sich in der ersten Runde, Hannover war inzwischen drittklassig. Der Ausgang war aber der gleiche: Sieg im Elfmeterschießen für die Niedersachsen. Für Gladbach der Auftakt in eine Horror-Saison, an dessen Ende nur durch ein Wunder der Abstieg verhindert werden konnte (bevor es 1999 dann doch passierte).


4. SC Verl perfekt vom Punkt

Nach dem Abstieg 1999 wollten die Gladbacher direkt wieder hoch, der Saisonstart in der 2. Bundesliga lief aber katastrophal und gipfelte im Ausscheiden im DFB-Pokal bei Regionalligist Verl, der wie in der vergangenen Saison auch vor 20 Jahren schon ein Pokalschreck war. Die Ostwestfalen erkämpften sich in 120 Minuten ein 0:0 und verwandelten dann alle ihre sechs Elfmeter, während Gladbachs Zeljko Sopic im sechsten Anlauf scheiterte. Kurz danach trat Rainer Bonhof als Trainer zurück und ein gewisser Hans Meyer übernahm.


5. Bayern II gewinnt im Grünwalder Stadion

Der FC Bayern hatte offenbar großes Interesse daran, den alten Rivalen aus Mönchengladbach in der ersten Runde des DFB-Pokals nach Hause zu schicken, denn er verstärkte seine Amateure aus den Reihen der Profis: Michael Rensing, Andreas Görlitz und Bastian Schweinsteiger liefen für die zweite Mannschaft des Rekordmeisters auf, mit Thorsten Fink und Andreas Ottl gab es weitere durchaus bekannte Spieler. In der 85. Minute konnte Joris van Hout die Fohlen mit dem 1:1 immerhin noch in die Verlängerung retten, doch im Elfmeterschießen gewannen dann die Bayern - obwohl Gladbachs Keeper Darius Kampa sogar zwei Strafstöße pariert hatte.


6. Hrgotas Lupfer zur falschen Zeit

Die Saison 2013/14 war im Nachhinein betrachtet eine erfolgreiche für die Borussia mit Platz sechs in der Bundesliga, im DFB-Pokal war aber in der ersten Runde Schluss gegen den drittligisten SV Darmstadt. Nach Verlängerung stand es noch 0:0 und die Entscheidung musste vom Punkt her. Luuk de Jongs Fehlschuss glich Marc-Andre ter Stegen mit einer Parade gegen Dominik Stroh-Engel wieder aus, doch nach dem sechsten Schützen war Schluss: Darmstadt hatte getroffen und Branimir Hrgota musste für Gladbach nachlegen. Der Schwede wollte es besonders schön machen und lupfte den Ball - an die Latte. Gladbach war raus.