Borussia Mönchengladbach jagt derzeit von Spiel zu Spiel und sieht sich immer wieder neuen Situationen und Aufgaben ausgesetzt. Die nächste dieser zahlreichen Reifeprüfungen steht bereits am kommenden Sonntag in Leverkusen an.


Die Zeit vergeht für Borussia Mönchengladbach gerade wie im Flug: Etwa alle drei Tage wird gespielt und steht die nächste wichtige Partie bevor. Zuerst die internationalen Größen aus Mailand und Madrid, dazwischen das komplizierte Spiel in Mainz, was mittlerweile als Pflichtsieg gilt, dann die Reifeprüfungen gegen Leipzig und in Donezk. Alle diese Prüfungen haben die Fohlen bisher mit Bravour bestanden - doch die nächste wartet schon, wenn es am Sonntag zu Bayer Leverkusen geht.


Bayer ist einer dieser Vereine, die Max Eberl meint, wenn es um die Konkurrenz um die europäischen Plätze geht, besonders um die Champions League, und um die Teams auf Augenhöhe in der Bundesliga. In den vergangenen beiden Jahren stritten sich die Werkself und Gladbach jeweils um den vierten Platz und damit um die Teilnahme an der Königsklasse, jeder gewann einmal. Zuletzt eben die Fohlen, die im Aufwind sind, während Leverkusen noch nicht so recht greifbar ist.


Leverkusen spielt nicht immer schön, gewinnt aber


Nach den Abgängen von Kevin Volland und Kai Havertz hat die Werkself im Offensivspiel noch merkliche Probleme. Trotzdem schießt Leverkusen aber Tore, in den vergangenen beiden Pflichtspielen waren es acht. Bayer 04 nutzt die sich bietenden Chancen und findet zumeist einen Weg, die Spiele zu gewinnen. Das ist zwar nicht immer schön anzusehen, aber Trainer Peter Bosz wird auch nicht müde zu betonen, dass man derzeit eben realistisch sein müsse. In der Bundesliga kann man dadurch unter dem Strich zwölf Punkte und Rang vier verzeichnen.


Lucas Alario hat derzeit die Last des Toreschießens zu tragen - und ist in guter Form

Die Gladbacher müssen sich derweil mal wieder mit einer neuen Situation herumschlagen: Nach den späten Unentschieden gegen Inter Mailand und Real Madrid und auch zu Beginn in der Bundesliga ging es zuletzt darum, Gegentore in letzter Minute zu verhindern. Das hat gegen Leipzig eindrucksvoll geklappt. Dann kam das berauschende Fest in Kiew; wie geht man damit jetzt um?


Es geht weiter Schlag auf Schlag für die Borussen und nicht nur ein Spiel jagt das nächste, sondern auch die eine Reifeprüfung die andere. Nachdem die Champions-League-Tauglichkeit, der Umgang mit der Dreifachbelastung und die Qualität, eine Führung über die Zeit zu bringen, nachgewiesen wurden, geht es jetzt darum, nach diesem 6:0 im Bundesliga-Alltag wieder voll da zu sein.


Eine viel kompliziertere Aufgabe als das Auswärtsspiel in Leverkusen hätten sie dabei nicht erwischen können, Bayer ist immer unangenehm zu spielen. Ein Sieg beim direkten Konkurrenten wäre enorm wichtig und würde Gladbach nochmal auf ein ganz anderes Level heben. Kann der Schwung aus dem Donezk-Spiel übernommen werden? Oder wird der Höhenflug gestoppt? Wie weit ist die Mannschaft schon? Die Antwort gibt es am Sonntagnachmittag.