Am Mittwochabend startete auch Borussia Mönchengladbach in seine sehr schwere Champions-League-Gruppe, mit dem Duell gegen Inter Mailand ging es los. Am Ende steht ein 2:2-Remis, das den Bundesligisten - trotz der unterschiedlichen Erwartungshaltung zuvor - eher enttäuschte. Die Stimmen und Netzreaktionen zum Spiel.


Mit Gegnern wie Inter Mailand, Shakhtar Donezk und Real Madrid hat ausgerechnet Champions-League-Rückkehrer Borussia Mönchengladbach eine enorm schwere Gruppenphase vor sich. Mit etwas gedämpften Erwartungen musste das Team von Marco Rose nach Italien reisen, schließlich werden die Fohlen - so zumindest die Wahrnehmung vor dem ersten Spieltag - kein großes Wort um die ersten beiden Plätze mitreden können.


Das Spiel selbst gestaltete sich gerade in der ersten Hälfte etwas mühsam. Insgesamt gab es lediglich einen Torschuss, abgefeuert von Mailand. In der 49. Minute war es dann Romelu Lukaku, der sein Team durch seinen Schuss auf etwa fünf Metern in Führung brachte, nachdem der Ball die ein oder andere Station durch den Sechzehner der Gladbacher passierte. 14 Minuten später glich Ramy Bensebaini durch einen an Marcus Thuram verursachten Elfmeter aus und weitere 21 Minuten später konnte Jonas Hofmann - nach einem genialen Pass über das halbe Feld von Florian Neuhaus - mit dem zweiten Torschuss der Gäste auch den zweiten Treffer erzielen.


Florian Neuhaus im Duell mit Inters Arturo Vidal

Die Träume vom möglichen Sieg hielten aber nicht allzu lange. Lukaku war es, der nach einer Ecke am zweiten Pfosten wartete und in der 90. Minute für den schlussendlich durchaus verdienten Ausgleich zum 2:2-Endstand sorgte. In der zweiten Gruppenpartie gab es eine 2:3-Niederlage für Madrid gegen Donezk, weshalb die Konstellation schon nach dem ersten Spieltag extrem spannend ist.


Gladbach freut sich über "positiven Start" in die Champions League - später Ausgleich muss verdaut werden


Borussia-Trainer Rose wusste sich, trotz des späten Rückschlags, für die übrigen Spiele in der Gruppenphase aufzubauen - vor allem an den Favoriten gerichtet (Stimmen via Sky Sports): "Ich denke, Real Madrid weiß nun, um was es in Mönchengladbach für sie geht. Und für uns es geht dann auch darum, die letzte halbe Stunde aus dem Mailand-Spiel von Anfang an auf den Platz zu bringen." Dennoch: Der späte Ausgleich sei zwar "bitter" gewesen, so der Coach weiter, schlussendlich aber "ist es gerecht".


Torschütze Hofmann äußerte sich ähnlich. Auch er stellte zunächst die Erwartungen in den Fokus, zeigte sich dann aber doch enttäuscht: "Vor dem Spiel hätte uns keiner zugetraut, dass wir in Mailand etwas mitnehmen. Ab dem Elfmeter haben wir eine gute Mannschaftsleistung gezeigt und die Enttäuschung überwiegt der Freude, dass wir nur einen Punkt mitnehmen." Wenn man die Partie etwas verdaut habe, so die Vermutung des 28-Jährigen, könne man sich aber auch über diesen Punkt freuen. "Es war gut, dass wir positiv in die Champions-League-Saison gestartet sind", schloss er sein Fazit.


Ausgelassener Jubel zur zwischenzeitlichen Führung: Jonas Hofmann tunnelte Keeper Handanovic

"Wenn man so kurz vor dem Schlusspfiff den Führungstreffer erzielt, dann ist es natürlich ärgerlich, wenn man in der letzten Spielminute den Ausgleich kassiert, insbesondere durch eine Standardsituation", reihte sich auch Abwehrspieler Matthias Ginter in die Beurteilungen der Partie ein. Es sei etwas schwieriger gewesen, ins Spiel zu finden, weil "wir viele Bälle einfach verloren" haben, erklärte der Nationalspieler. Entlastungen oder eigene Angriffe wurden somit erschwert. Auch er meinte: "In ein paar Stunden können wir mit dem Punkt leben, aber aktuell fühlt es sich nicht gut an."



Eine Portion Frust, aber überwiegend ein gutes Fazit


In den sozialen Netzwerken war zu beobachten, dass die allermeisten Fans das gleiche oder zumindest ein sehr ähnliches Fazit zogen wie die Gladbacher Spieler und Marco Rose. Wenn am Ende auch der Frust und Ärger über den späten Ausgleich überwiegen, so bleibt unter dem Strich doch ein guter Auftakt in die Königsklasse - so fühlen die Borussia-Fans.


Eine Portion Extra-Liebe gab es natürlich vor allem für Florian Neuhaus und seinen spektakulären Pass zur zwischenzeitlichen Führung. Bei einigen Spielern hätte man sich wohl (zurecht) zumindest gefragt, ob das überhaupt Absicht gewesen sei - doch bei dem 23-Jährigen kann man sich da wohl sicher sein, dass der Ball genau diesen Weg nehmen sollte.



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