Beim 1. FC Köln bangt man derzeit um den fehlenden Anschluss ins halbwegs sichere Tabellen-Mittelfeld. Seit über sieben Monaten konnte Markus Gisdol keinen Sieg mehr holen, wodurch der Trainer unweigerlich unter Druck gerät. Spätestens nach der nächsten Länderspielpause soll intern offenbar ein Zwischenfazit gezogen werden.


In den nächsten Wochen könnte das eintreten, was viele Fans und externe Beobachter zum Amtsantritt bereits vorhergesagt haben: Markus Gisdol könnte beim 1. FC Köln nach etwa zwölf Monaten wieder scheitern und gegangen werden müssen. Seit inzwischen 15 Spielen hat die Mannschaft nicht mehr gewonnen, in Summe über sieben Monate, wenn man übergreifend in die letzte Saison blickt.


Sport-Geschäftsführer Horst Heldt betonte zuletzt, dass die vergangene Spielzeit für die aktuelle Lage keine Bedeutung hat (via Bild): "Es gibt null Bürde für das, was im letzten Jahr geschehen ist." Intern scheint die Auffassung jedoch eine andere zu sein - sich nicht zumindest mit dem potenziellen Szenario auseinanderzusetzen, dass Gisdol womöglich keine Wende einleiten kann, wäre wohl nicht professionell.


Durch den ausbleibenden Erfolg steht auch Sport-Geschäftsführer Horst Heldt unter Druck

Gisdol in Köln unter Druck: Zwischen Sieglos-Serie und geplantem Zwischenfazit


Laut Bild werden die Spiele gegen Werder Bremen und gegen Union Berlin zum großen Gradmesser für den in der Kritik stehenden Trainer, der am nächsten Wochenende zunächst - als eine Art Bonusspiel - gegen den FC Bayern halbwegs bestehen muss. Gegen die Münchener kann es derzeit kein anderes Ziel geben, so viel Realität und Einsehen muss sein. Am achten Spieltag, so der Bericht weiter, soll ein Zwischenfazit gezogen werden - also nach der Partie gegen Union.


Für Gisdol werden diese zwei Spiele somit zu einer wichtigen Vorentscheidung. Trotzdem, und auch das gilt es zu beachten, ist die Lage auf dem Platz noch nicht ganz so verfahren, wie es die Statistiken vielleicht hergeben mögen. Obwohl der Effzeh bislang noch nicht in Führung gehen konnte, wusste die Mannschaft zuletzt immer noch ins Spiel zu finden und sichtbar dafür einzustehen, die jeweilige Begegnung mindestens noch offen gestalten zu wollen. So auch gegen den VfB Stuttgart, gegen den man nach 24 Sekunden (!) bereits in Rückstand geraten war. Das Remis am Ende war dennoch verdient.


Markus Gisdol weiß um den Druck, der auf ihm lastet - er muss wieder gewinnen

"Wir müssen diese Saison in aller Ruhe spielen, mit Fleiß und harter Arbeit. Dann können wir die Klasse schaffen", meinte Gisdol. Durchaus möglich, dass eine immerhin kleine Trendwende gegen die Bremer und die Berliner angestoßen werden kann. Mit etwas Glück könnte auch Kapitän und Stütze Jonas Hector nach seinem Schleudertrauma Ende September bis zu den eventuell vorentscheidenden Partien zurückkehren - "wir haben aktuell auf dieser Position Probleme", gab der Coach nach dem Unentschieden offen zu.


Bei all den zugegebenermaßen kleinen Hoffnungsschimmern lässt sich die Sieglos-Serie und die tabellarische Situation jedoch nicht wegdiskutieren. Gisdol-Vorgänger Achim Beierlorzer hatte nach dem achten Spieltag sieben Punkte, allerdings auch noch nach dem elften, wo er dann freigestellt wurde. Damit der aktuelle Köln-Trainer bis zum vorhergesehenen Zwischenfazit besser dasteht, müssen aus den nächsten drei Partien sechs Punkte geholt werden - gegen den FCB wird man aber wohl nichts mitnehmen können, sodass die Ausgangslage eindeutig ist.