Die finanzielle Schieflage des FC Schalke 04 hat sich durch die Corona-Krise verschlimmert. In den vergangenen Wochen wurden die Knappen regelmäßig als einer der Bundesligisten gehandelt, denen bei einem Abbruch der Saison die Insolvenz droht. Eine erste Vorsorge für den Worst Case wurde offenbar getroffen: Wie das Nachrichtenmagazin Spiegel erfahren haben will, darf der Verein ein Darlehen im zweistelligen Millionenbereich aufnehmen.


Verluste in Höhe von 26 Millionen Euro, ein um 75 Millionen Euro gesunkener Umsatz, Personalkosten in Höhe von 124 Millionen Euro und Verbindlichkeiten in Höhe von 198 Millionen Euro - die Zahlen, die der Spiegel in Bezug auf den FC Schalke 04 nennt, klingen gravierend. "Es war schon vor Corona knapp", wird eine Quelle zitiert, die dem "innersten Zirkel" des Vereins angehört haben soll. Doch die Pandemie, die die Bundesliga dazu zwingt, womöglich sogar bis 2021 ohne Zuschauer zu spielen, hat die Schieflage verschlimmert.

Bis vor kurzem war ungewiss, ob und wann der Ball wieder rollen darf. Und auch als die Politik der DFL grünes Licht für eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs erteilte, wurde stets betont, auf welch dünnem Eis sich die Liga befindet. Nach dem Facebook-Livestream von Salomon Kalou, der daraufhin von Hertha BSC suspendiert wurde, und der Beichte des Augsburger Trainers Heiko Herrlich, der das Quarantäne-Trainingslager für einen Einkauf im Supermarkt verließ, erinnerte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder daran, dass das von der medizinischen Task Force erarbeitete Hygienekonzept eingehalten werden müsse, wenn die Liga die Saison zu Ende spielen wolle. "Wenn man sich nicht daran hält", warnte Söder gegenüber BILD, "dann gibt es im Zweifelsfall eine Rote Karte."


Schalke kann Millionen-Darlehen abrufen


Die Verantwortlichen des FC Schalke dürften darauf hoffen, dass sich kein weiterer Spieler, Trainer oder Betreuer einen erneuten Fehltritt leistet - denn neben einem abrupten Ende der Saison 2019/20 steht viel Geld auf dem Spiel. Die letzte TV-Rate wurde im Voraus bezahlt, doch der Verein soll die 15 Millionen Euro verpfändet haben, bevor sie überwiesen wurden.

Diese Summe allein habe Schalke für diesen Sommer nicht genügend Luft zum Atmen verschafft, so der Spiegel. Im Raum standen deshalb weitere Anleihen oder eine Ausgliederung der Profiabteilung. Wie das Nachrichtenmagazin berichtet, soll Finanzvorstand Peter Peters eine andere Lösung gefunden haben. Demnach seien die angekündigten Gespräche mit Banken positiv verlaufen, der Verein könne Darlehen im zweistelligen Millionenbereich aufnehmen.


Die von Finanzvorstand Peter Peters angekündigten Gespräche mit Banken sind offenbar positiv verlaufen

Die Existenz sei somit bis zur nächsten TV-Rate, die am 10. Juli ausgezahlt wird, gesichert. Bereits Ende März erklärten sich Spieler, Trainer und einige Führungskräfte dazu bereit, bis zum 30. Juni auf 15 Prozent ihrer Monatsgehälter zu verzichten, zudem seien weitere 15 Prozent gestundet und die Prämien gekürzt worden, so der Spiegel. Wie berichtet wird, soll es eine Vereinbarung darüber geben, dass die Kürzungen und Stundungen im Falle eines Saison-Abbruchs über den Juni hinaus gelten.