Nach einem soliden Start in die neue Bundesliga-Spielzeit erwartet Werder Bremen am Sonntagabend die TSG 1899 Hoffenheim. Die Gäste aus dem Kraichgau müssen weiterhin auf Topstürmer Andrej Kramaric verzichten. 90min präsentiert fünf Fragen und Antworten im Vorfeld der Partie.


1. TSG: Werders Liebling oder Angstgegner?

Das letzte Spiel in Bremen entschied die TSG mit 3:0 für sich

Bevor es ans Eingemachte geht, erst einmal einige Zahlen und Fakten: In den insgesamt 24 Ligabegegnungen zwischen Werder und der TSG gingen die Hanseaten nur fünf Mal als Verlierer vom Platz. Zehn Mal entschieden die Grün-Weißen die Partie für sich, neun Mal trennte man sich unentschieden.

Im heimischen Weserstadion ist der SVW allerdings seit sechs Ligaspielen gegen die Hoffenheimer sieglos. Zuletzt gewann man im April 2014 mit 3:1. Die damaligen Torschützen: Philipp Bargfrede, Santiago García und Nils Petersen. Auch in der vergangenen Spielzeit war sowohl zu Hause als auch in der PreZero Arena nichts zu holen.

Trotz der insgesamten Punkteausbeute pro Werder avanciert die TSG mehr und mehr vom Lieblings- zum Angstgegner des SV Werder. Angesichts der aktuellen Talfahrt Hoffenheims (zwei Niederlagen in Folge) müssen sich die Bremer im eigenen Wohnzimmer allerdings nicht verstecken.


2. Gelingt Bittencourt der erste Sieg gegen seinen Ex-Klub?

Bittencourt gewann noch nie gegen seine ehemaligen Kollegen aus dem Kraichgau

Wie dem auch sei. Für Werders Flügelflitzer Leonardo Bittencourt zählt die TSG (zumindest sportlich) sicherlich nicht zu seinen Lieblingsgegnern. Weder mit Hannover 96 noch mit dem 1. FC Köln oder Werder Bremen gewann der 26-Jährige eines der neun Begegnungen mit seinem Ex-Klub. Bilanz: 0/3/6. Nur auf die Bayern traf er ebenso oft, ohne jemals eine Partie zu gewinnen.

Allerhöchste Zeit, das zu ändern! Gelingt Bittencourt am Sonntagabend der erste Sieg gegen seine ehemaligen Kollegen aus dem Kraichgau?


3. Gute Chancen dank getanktem Selbstvertrauen?

Vor allem einer ist in Fahrt: Goalgetter Niclas Füllkrug (r.)

Vier Spiele, zwei Siege, Tabellenplatz sieben - könnte schlechters sein! Nach der vergangenen Seuchensaison ist die Kohfeldt-Elf recht solide in die neue Spielzeit gestartet. Mit seinen vier Toren ballert insbesondere der endlich genesene Niclas Füllkrug seine Grün-Weißen zu nötigem Selbstbewusstsein.

Verstecken werden und brauchen sich die Bremer zu Hause gegen Hoffenheim nicht. Eine Klatsche dürfte es kaum geben, da die TSG bisher nicht sonderlich überzeugen konnte und vor allem Andrej Kramarics Leistung die Ergebnisse beschönigt hat. Hoffenheims Goalgetter fällt allerdings zusammen mit Kasim Adams und Pavel Kaderabek coronabedingt aus. Zudem dürfte die Hoeneß-Elf nach dem 2:0-Erfolg in der Europa League gegen Belgrad am Donnerstagabend durchaus schlapp und ermüdet nach Bremen reisen.

Das nötige Motto der Bremer: Mit Kampfgeist und Wille zum Sieg!


4. Moisander mit Startelf-Comeback?

Schmorrte zuletzt nur auf Werders Bank: Kapitän Moisander

Die letzten drei Spiele verfolgte Werders Kapitän lediglich vom Spielfeldrand aus. Wegen der Oberschenkelverletzung von Linksverteidiger Ludwig Augustinsson dürfte Coach Kohfeldt den Finnen allerdings wieder in die Abwehrzentrale berufen. Für die linke Seite wäre als Backup eigentlich Neuzugang Felix Agu angedacht. Der wurde zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt positiv auf das Coronavirus getestet und befindet sich erst einmal in Quarantäne. Für ihn dürfte somit Marco Friedl auf die linke Seite rutschen.


5. Dreierkette und Rashica von Beginn an?

Noch nicht bei 100 Prozent: Flügelflitzer Rashica

Nach seinem geplatzten Wechsel erwischte Werders Flügelflitzer Milot Rashica beim Auswärtsspiel in Freiburg einen rabenschwarzen Tag. In den 24 Minuten nach seiner Einwechslung fand der Kosovare so gut wie gar nicht statt. Gut möglich, dass Kohfeldt seinen Schützling gegen Hoffenheim direkt in das kalte Wasser schmeißt und Rashica zur Wiedergutmachung von Beginn an auflaufen lässt. Das Potenzial ist definitiv da, das haben alle Fans schon häufig genug gesehen. Nun muss nur Rashica selbst wollen und sich weiter beweisen. Sonst platzt der nächste Karriereschritt auch langfristig und zukünftig.

Sofern Moisander zudem zu alt und eingerostet scheint, könnte Kohfeldt auch auf eine offensive Dreier- sowie defensive Fünferkette setzen. Das Zentrum in der Dreierkette bilden dann Milos Veljkovic, Ömer Toprak sowie Friedl. Auf Außen agieren Theodor Gebre Selassie sowie Bittencourt. Im Mittelfeld spielen Jean Manuel Mbom und Maximilian Eggestein. Vor ihnen neben Rashica Josh Sargent und Füllkrug.