Am Samstagabend trafen sich der FC Schalke 04 und der SV Werder Bremen zum vermeintlichen Top-Spiel des zweiten Spieltages. Beide Teams knüpften zum Auftakt an die schwachen Leistungen der vergangenen Saison an und wollten nun ein besseres Bild abgeben - einem Team gelang dies.


Tore: 0:1 Füllkrug (22.), 0:2 Füllkrug (37.), 0:3 Füllkrug (60. / Foulelfmeter), 1:3 Uth (90.+2)


Nach dem 0:8 von München brachte Schalkes Trainer Wagner vor leeren Rängen in der Veltins-Arena Mascarell, Raman und Boujellab für Serdar, Matondo und Harit in der Startelf. Bei Bremen begannen nach dem 1:4 gegen die Hertha Veljkovic, Mbom und Füllkrug für Selke, Moisander und Chong.


Schalke lässt Füllkrug allein - der bedankt sich zweimal


Bremen kam besser in die Partie und hatte durch Sargent nach zehn Minuten die erste echte Chance, doch nach einem Ballverlust von Stambouli traf der US-Amerikaner den Ball nicht richtig. In der Folge nahm die Begegnung aber die Gestalt an, die man vorher befürchtete.

Beide Teams lieferten sich ein von Angst und Verunsicherung geprägtes Duell, wobei die Bremer noch den besseren Eindruck machten. In der 22. Minute wurden die Hanseaten für das bisschen mehr Selbstvertrauen belohnt, als Füllkrug nach einer Ecke völlig frei die Führung für Werder besorgte. Sargent hatte auf seinen Kollegen per Kopf verlängert, Uth hob auf der Torlinie stehend und reklamierend das Abseits auf.


Niclas Füllkrug konnte die Bremer Führung bejubeln

Die Schalker Fans waren bereits auf den Abstiegskampf programmiert:


Sechs Minuten später hatte wieder Füllkrug die Chance, doch er verzog seinen Abschluss nach einem Konter. Bremen machte aber weiter Druck und nutzte jeden der vielen Ballverluste der Schalker zu einem zielstrebigen Angriff. Schalkes Innenverteidiger Kabak hatte dann Glück, dass sein Spucken knapp neben den am Boden liegenden Augustinsson nicht geahndet wurde - eventuell wird diese Szene ein Nachspiel für den Türken haben.

Noch vor der Pause schnürte Füllkrug seinen Doppelpack, als er nach einem Freistoß mutterseelenallein vor Fährmann einköpfen durfte (37.). Die Bremer Fans wussten die verdoppelte Führung einzuordnen:


Raman kam in der 42. Minute zu einer Chance für Schalke, als er einen Kopfball auf den Bremer Kasten setzte, den Pavlenka zur Seite abwehren konnte. Mehr passierte im ersten Durchgang nicht, Bremen ging mit einer verdienten 2:0-Führung in die Pause. Die Schalker Anhänger flüchteten sich bereits in die Ironie:


Füllkrug macht den Dreierpack - Kabak fliegt doch noch


Zum zweiten Durchgang wechselte David Wagner gleich zweimal. Sané ersetzte Stambouli und Neuzugang Ibisevic kam für Raman. Der Bosnier war es auch, der die erste echte Großchance für ein verbessertes Schalke hatte, als er in der 53. Minute nach einer Flanke von Paciencia völlig frei den Ball links vorbei köpfte. Kurz darauf hatte Boujellab die nächste große Möglichkeit auf den Anschluss, doch er verzog seinen Schuss von der Strafraumgrenze.

Die vergebenen Chancen rächten sich sofort, als Bremen einmal kurz im Schalker Strafraum auftauchte und sofort einen Elfmeter bekam. Kabak hatte Füllkrug gestoßen - eine Kann-Entscheidung. Der Gefoulte verwandelte sicher zum Dreierpack (60.) - die Schalker zeigten sich sicher in der Addition:


Rund zehn Minuten später hatte der dreifache Torschütze des Abends dann seinen Dienst getan, für ihn kam Selke in die Partie. Bei Schalke war nach der anfänglichen Drangphase nun wieder Tristesse angesagt, wer wollte es ihnen auch verübeln.

Die Bremer überließen wie zuvor den Ball einfach den Gastgebern, die wenig damit anzufangen wussten. Stattdessen hätte Sargent in der 78. Minute fast auf 0:4 gestellt, doch Fährmann hielt klasse. Fünf Minuten vor dem Ende hatte Kabak dann doch vorzeitig Feierabend, als er nach einem taktischen Foul Gelb-Rot sah.


Zehn Schalker konnten naturgemäß die Niederlage nicht mehr verhindern - auch wenn Uth mit dem Schlusspfiff das 1:3 erzielen konnte. Somit dürfte die Ära Wagner nach dem saisonübergreifend 18. Spiel in Serie ohne Sieg beendet werden. Bremen hingegen konnte sich für die Auftaktniederlage rehabilitieren, auch wenn der Gegner heute sachlich einzuordnen war.