Ende Januar wurde Uwe Rösler als Nachfolger von Friedhelm Funkel bei Fortuna Düsseldorf vorgestellt. Mit seiner Verpflichtung erhofften sich die Verantwortlichen, allen vorweg der bereits im Mai aus dem Klub geschiedene Sportdirektor Lutz Pfannenstiel, eine letzten Impuls zur Rettung vor dem drohenden Abstieg. Am Ende gelang der Turnaround nicht. Doch die alleinige Verantwortung für den Abstieg will Rösler auch nicht übernehmen.


Seit Dienstag weilt der 51-jährige Übungsleiter in seinem Zweitwohnsitz auf der Balearen-Insel Mallorca. Er brauche jetzt einfach "eine Woche Pause, um alles für mich selber aufzuarbeiten",erklärte er gegenüber der Bild.


Kritik ist zuletzt von seinem Vorgänger, zumindest durch die Blume, vorgetragen worden. Funkel sprach davon "fassungslos" zu sein, dass "die sehr, sehr gute Ausgangsposition" der Fortuna (immerhin hatten sie es am letzten Spieltag selbst in der Hand, den Abstieg zu vermeiden) nicht genutzt werden konnte. Doch von einer solchermaßen angedeuteten Alleinverantwortung für den Gang in Liga 2 will Rösler nichts wissen: "Ich übernehme die Verantwortung für die Resultate, die Art und Weise, wie wir gespielt haben, wie wir uns verkauft haben - für die letzten 15 Spiele!"


Rösler verweist auf Pfannenstiel und Funkel - ohne sie beim Namen zu nennen!


Was die Spiele vor seiner Amtsübernahme betrifft, verweist Rösler, nicht ganz zu unrecht, auf die damals handelnden Verantwortlichen - ohne deren konkrete Namen zu nennen: "Dass wir abgestiegen sind, ist das Resultat einer Saison. Die fängt in der Planung 2019 an, in der Vorbereitung, in der Performance der Hinrunde, der Wintervorbereitung." Unschwer zu erkennen, wem diese Aussage gilt. Doch bringt es jetzt auch nicht all zu viel, die Verantwortung auf gar nicht mehr im Verein tätige Personen abzuladen.


Angeblich bei Newcastle United im Gespräch: Lutz Pfannenstiel

Vielmehr muss der Blick der Fortuna schon jetzt wieder nach vorne gerichtet sein - wenn auch eine Etage tiefer. Ob die Zukunft Röslers und der Fortuna eine gemeinsame sein wird, bleibt abzuwarten. Der 51-jährige Thüringer gibt sich jedenfalls kämpferisch. Trotz (oder gerade wegen) der lauter werdenden Stimmen, die einen Neuanfang ohne ihn fordern.


"Ich nehme das nicht wahr, weil ich das nicht gelesen oder gehört habe", versucht Rösler, diese Strömungen gar nicht an sich rankommen zu lassen. "Ich nehme wahr, was mir die Mannschaft gesagt hat. Ich nehme wahr, wie wir mit dem Staff umgehen. Und am meisten nehme ich wahr, wie mir die Verantwortlichen den Rücken gestärkt haben. Wenn du als Fußballtrainer in der Öffentlichkeit stehst, musst du gewissen Druck abkönnen.“ Vor allem wenn die just geendete Spielzeit mit dem Abstieg besiegelt wurde.