Das Wie scheint mittlerweile klar - doch das Wo ist noch offen. Rund um die diesjährige Champions-League-Saison gibt es nach wie vor ein paar offene Fragezeichen. Frankfurt versucht, das Endrundenturnier nach Deutschland zu holen.


Mitte Mai bestätigte Friedrich Curtius, Generalsekretär des DFB, gegenüber Sport1, dass die UEFA nach wie vor fest entschlossen ist, die internationalen Wettbewerbe über die Bühne zu bringen. Champions League und Europa League sollen demnach im August ausgetragen werden, wenn sämtliche nationale Ligen (hoffentlich) beendet sind - damit sich die beiden Wettbewerbe nicht zu lange hinziehen, sollen die ausstehenden Runden im K.O.-Modus an einem einzigen Austragungsort stattfinden.


Die wichtigste Frage, nämlich wo die Turniere ausgetragen werden sollen, ist allerdings nach wie vor ungeklärt. Die Bild berichtet, dass Istanbul, der eigentliche Finalort der Königsklasse in diesem Jahr, wohl auf die weitere Austragung verzichtet. Daher sendete die UEFA den Nationalverbänden am Mittwoch die Ausschreibungsunterlagen für das Mini-Turnier zu - in Deutschland gibt es mit Frankfurt einen großen Interessenten, der sich als Bewerber hervortut und einen prominenten Fürsprecher hat. "DFB-Präsident Fritz Keller soll den Plan nach Bild-Informationen unterstützen", heißt es im Bericht weiter.


Doch das Boulevardblatt führt aus, dass die Anforderungen der UEFA eine echte Hausnummer sind. Zum einen soll die UEFA Steuer-Erleichterungen verlangen, damit die Gewinne während des Mini-Turniers höher ausfallen - ähnlich wird es bei Europameisterschaften gehandhabt. Zum anderen verlangt der Verband, dass die Bewerberstadt vier Spielstätten nennt, in denen die restlichen Spiele ausgetragen werden können. Voraussetzung ist, dass die Spielorte maximal 100km vom Austragungsort entfernt liegen, weshalb die Bild spekuliert, dass neben dem Frankfurter Stadion auch in den Arenen von Mainz und Hoffenheim sowie Darmstadt oder Wiesbaden gespielt werden könnte.


Champions League im Frankfurter Stadion?

Hier würde sich aber ein entscheidendes Problem auftun: Die dritte Voraussetzung der UEFA ist, "dass nur ein Gesundheitsamt für die Spielorte zuständig sein soll". Da die oben genannten Stadien aber in verschiedenen Bundesländern liegen, wäre das nicht möglich. In diesem Fall müsste die UEFA also eine Ausnahme machen.


Neben Frankfurt liebäugeln auch die Nationalverbände von Russland und Portugal mit einer Bewerbung für das Endrunden-Turnier in der Champions League. In Moskau wäre es beispielsweise kein Problem, vier Stadien, die den Anforderungen entsprechen, im engen Umkreis zu finden.